Kirchengemeinde in Solinger verhindert Abschiebung

Abschiebeverhinderung durch Luthergemeinde in Solingen (Bild Screenshot)
Abschiebeverhinderung durch Luthergemeinde in Solingen (Bild Screenshot)

NRW/Solingen – Mehr als 100 Personen verhinderten am Montagmorgen die Abschiebung eines iranischen Asylbewerbers verhindert. Um Solidarität mit dem sich illegal in Deutschland aufhaltenden Mann zu demonstrieren, versammelten sich die Abschiebeverhinderer in der evangelischen Kirchengemeinde. Dem Iraner drohe in seiner Heimat eine Haftstrafe.

Der 27 Jahre alte Mann weigerte sich laut Angaben des Solinger Tageblatt nach einem Gespräch mit Behördenvertretern, das Gemeindehaus zu verlassen. Der Pfarrer der Luthergemeinde, Christian Lerche, untersagte der Polizei und der Ausländerbehörde den Zutritt zu dem Gebäude. Die Beamten zogen sich daraufhin zurück. Sie kündigten an, mit einem Durchsuchungsbeschluß wieder zu kommen.Die Polizei soll dieser Schilderung laut einem Facebookbeitrag widersprochen haben . Niemand habe irgendwem den Zutritt verwehrt, heißt es dazu. Es sei eine friedliche Versammlung gewesen.

Asylbewerber droht Haftstrafe im Iran

Dem Asylbewerber, laut der Kirchengemeinde handelt es sich um einen Christen, drohe in seiner iranischen Heimat eine Gefängnisstrafe, schreibt die Rheinische Post. Der Illegale wird seit März 2018 von der Kirchengemeinde beherbergt. Der Mann, der über Frankreich in die EU eingereist sei, soll dorthin zurück geschoben werden. Es sollte davon auszugehen sein, dass dem Iraner auch in Frankreich ein rechtsstaatliches Asylverfahren beschieden sein wird. Das Kirchenasyl, das einer rechtlichen Grundlage entbehrt, wird von der Landesregierung unter bestimmten Kriterien „respektiert“, heißt es in der Pressemitteilung der Luthergemeinde. (SB)

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