Berühmte muslimische Bloggerin legt Kopftuch ab – der Hass ist grenzenlos

screenshot YouTube
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Am 1. Februar wird zum zweiten Mal der „Welt-Kopftuch-Tag“ begangen. Frauen sollen weltweit mal „so zum Spaß“ das Kopftuch anlegen und um zu erfahren, wie es sich so unter dem Stoff lebt. Was jedoch passiert, wenn sich die freiwillig Verhüllte freiwillig enthüllt,  zeigt ein aktuelles Beispiel aus Großbritannien.

Dina Torkia, ist ein britischer YouTube Star und Muslima. Auf Instagram folgen ihr mehr als 1,3 Millionen Menschen. Die Mode-Bloggerin, die sich bis vor wenigen Wochen stylisch und islamisch korrekt mit Kopftuch zeigte, traf nun die Entscheidung, den Hijab zwischendurch auch mal abzulegen und ihre Haarpracht unverhüllt zu zeigen. Die Antwort ihrer „Fans“ ist eindeutig – es hagelt übelste Beschimpfungen. In einem Video liest sie die Schlimmsten vor.

Fast 49 Minuten lang trägt die 29-Jährige einen Hass-Kommentar nach dem anderen vor – und das sind längst nicht alle, die sie erhalten hat. Bemerkungen wie sie sei ein „Pornostar“ „psychisch krank“, „keine Muslima mehr“ und „beleidige den Islam“ gehören noch zu der harmlosen Sorte.

screenshot Instagram
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„Du siehst eklig und widerlich aus“, „Ich hoffe, Du und Deine Familie sterben langsam und qualvoll, absolute Schande“, „Du bist Gift. Möge Allah alle Mädchen vor dir schützen“, „Dina ist nicht oft genug gebumst wurde, als sie jung war…“, „Dina sieht aus wie eine alte Hexe, eine fette Hure mit einer langen Nase“, „…heuchlerische Feministin. Sie unterstützt Schwule, das ist kuffar“, „Sie benutzt den Islam, um bekannt zu werden…diese Ratte“, „Dir zuzuhören, ist wie einem Esel, der geschlagen wird. Du bist nicht mehr relevant. Dein Geschmack ist scheiße. Geh nach Hause, du Verliererin“,“ Du bist Mutter und sollst Deinen Kindern ein Vorbild sein. Was sagt dein Mann dazu. Erlaubt er dir das, nur damit du mehr nicht-muslimische follower bekommst. Schäm dich“, „Hure, Nutte…möge Allah dich verfluchen“ usw. und so fort…

„An manchen Tagen fühle ich mich besser, wenn ich mein Haar bedecke, an anderen, wenn ich es zeige. Das ist alles“, erklärt die in Ägypten geborenen Designerin und Buchautorin  „Ich glaube immer noch, dass das Kopftuch ein Zeichen meiner Bescheidenheit und Teil meines Lebens ist. Es gehört zu meinem Erbe, meiner Religion und Kultur. Aber ich habe entschieden, dass es für mich persönlich das Beste ist, mich nicht täglich darauf zu verpflichten, wie ich es in den vergangenen 20 Jahren getan habe“, stellt die Mutter einer Tochter laut MailOnline fest.

Noch 2017 berichtete das Partner Magazin der süddeutschen Zeitung „Jetzt“ über die „liberale und erfolgreiche Hijab-Bloggerin“. Sie tue einfach, was tausende andere Frauen in der westlichen Welt auch tun – und sei dabei eben auch zufällig Muslima, die Kopftuch trägt, freute sich „Jetzt“ damals. Ihre Erfolgsgeschichte zeige „wieder einmal, dass wir Menschen nicht nach ihrer Religion oder anderen Kategorien unterscheiden, sondern sie außerhalb der Raster betrachten sollten. Erst wenn das Bild von liberalen und selbstbestimmt lebenden Muslimas nicht mehr exotischer auf uns wirkt, als es eigentlich ist, ist ein vorurteilsfreies Zusammenleben möglich“ belehrte das Magazin seine jugendlichen Leser.

Der Hass und die Todesdrohungen, die der ehemals begeisterten Vorzeige-Kopftuch-Muslima Dina nun aus ihren Reihen entgegenschlägt, ist weder der Süddeutschen noch „Jetzt“, noch irgendeinem anderen deutschen Mainstreammedium bisher auch nur eine Zeile wert. (MS) 

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