Syrien will IS-Kämpfer aus Europa nicht haben: Nehmt euren „Dreck“ zurück

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Aus Syrien kommen angesichts ausländischer IS-Kämpfer, die dort gefangen genommen wurden, harte Töne. Nicht nur Großbritannien solle seinen „Dreck“ gefälligst zurücknehmen, heißt es aus Militärkreisen.

Britische Dschihadisten sollten in Großbritannien oder vor einem internationalen Gerichtshof angeklagt werden, so laut MailOnline die Forderung aus Syrien. Syrien sei keine  „Mülldeponie“ für ausländische Kämpfer, die in ihren europäischen Heimatländern als eine Gefahr für die Bevölkerung gelten.

Unter den 795 in Nordsyrien inhaftierten IS-Kämpfern, sollen sich sechs Briten befinden. Großbritannien will weder die Kämpfer noch die dazugehörigen IS-Frauen und deren Nachwuchs wieder ins Land zu lassen. Um ihnen die Rückkehr unmöglich zu machen, wird ihnen die Staatsbürgerschaft aberkannt.

In Deutschland geht man von knapp 1000 Dschihadisten aus, die seit Beginn des sogenannten „arabischen Frühlings“ nach Syrien und in den Irak gereist sind und sich den IS-Truppen angeschlossen haben. Laut Tagesspiegel sei ein Drittel dieser IS-Kämpfer mittlerweile in die Bundesrepublik zurückgekehrt, weitere 150 der Dschihadisten gelten als tot, mindestens 100 befänden sich in Gefangenschaft. Der Rest gilt als verschollen.

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Man verstehe, wie die Europäer denken würden, meint Mustafa Bali, Mitglied der syrischen Demokratischen Kräften. Sie würden den „Dreck“ aus ihren Gesellschaften nicht zurückhaben wollen.Doch Syrien sei „keine Müllhalde“ für ausländische Kämpfer.

„Ausländische Kämpfer waren ursprünglich eine Gefahr für ihre Gesellschaften. Dann kamen sie hierher und zerstörten unsere Städte und töteten unser Volk. Auf die eine oder andere Weise hatten wir diesen Krieg für Europa.“ Europa sei in der moralischen Verpflichtung Syrien in dieser Hinsicht zu unterstützen. Europa solle entweder seine Staatsbürger zurücknehmen und zu Hause vor Gericht stellen oder im Namen der EU oder der UN ein internationales Gericht in Syrien installieren und die Täter dort zur Verantwortung ziehen, meint Mustafa Bali.

Von den 46 Ländern, aus denen ausländische IS-Anhänger nach Syrien gekommen sind, um zu morden, wären bisher nur Russland und Indonesien bereit gewesen, ihre Staatsbürger zurückzunehmen, erklärte Bali.

Aussagen, nach denen es sich bei einigen der Gefangenen um Unschuldige handeln soll,  die nach Syrien gereist sind, um Kriegsopfern zu helfen, weist er weit von sich: „Wir haben diese Männer an den Frontlinien festgenommen, wo sie gekämpft haben. Sie sind nicht unschuldig – sie sind gekommen um zu töten und zu zerstören.“

Die Bundesregierung ist derweil damit beschäftigt, sich intensiv für Levent Ö. einzusetzen, der 2013 gemeinsam mit seiner Frau Filiz ins Krisengebiet nach Syrien gereist war. Der IS-Anhänger, der aus Gladbeck stammt und in der IS-Hochburg Raqqa als „Ausbilder“ tätig gewesen sein soll,  wurde von kurdischen Truppen im November 2017 im irakisch-syrischen Grenzgebiet festgenommen. Bereits 2014 hatte die Polizei Gelsenkirchen den 33-Jährigen als islamistischen Gefährder eingestuft. Anfang Dezember 2018 befand ihn nun ein irakisches Gericht in Bagdad für schuldig und verurteilte ihn zum Tode.

„Das Urteil ist uns bekannt. Die Bundesregierung steht in diesem Fall in engem Austausch mit den irakischen Behörden“, heißt es laut WAZ aus dem Auswärtigen Amt. Die Bundesregierung habe auch im Fall des Gladbeckers ihre ablehnende Haltung zur Todesstrafe betont. Über das Schicksal der Frau von  Levent Ö., würden keine weiteren Informationen vorliegen. (MS)

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