Geht durch rotgrüne Pädagogik die deutsche Geschichte verloren?

Klaus Lelek

Foto: Von Rainer Lesniewski/Shutterstock

Frankfurt – Gestern wurde ich vor einem Museumsbesuch in Frankfurt ohne eigenes Engagement zum Stadtführer. An der Fußgängerampel am Kornmarkt hatte sich während der „Rotphase“ eine kleine Gruppe von jungen deutschen Städte-Touris angesammelt. Alle so um die 30 oder jünger. Sie schauten ziemlich ratlos rüber zur Paulskirche und einer von ihnen sagte. „Da drüben ist sie. Da ist irgendwas unterschrieben worden. Was da genau los war, weis ich auch nicht. Vielleicht können wir ja den älteren Herrn fragen.“ Dann wandte sich der Wortführer tatsächlich an mich und sagte: „Sie wissen es bestimmt“.

Daraufhin erklärte ich den jungen Leuten, dass einer meiner Vorfahren dort 1849 Abgeordneter war und in der Kirche ab 1848 das erste deutsche Parlament tagte, die Paulskirche damit die Wiege der deutschen Demokratie ist, aber politisch durch die Monarchien in Deutschland faktisch ohne Bedeutung blieb. Erst in der Weimarer Republik wurde die Paulskirchenverfassung umgesetzt.

Die jungen Leute staunten. Ich staunte auch, und zwar über das geringe Geschichtswissen der Frager. Dann, als ich wieder allein Richtung Altstadt ging, wurde mir klar, warum die jungen Leute so wenig über wichtige deutsche Ereignisse wussten. Schließlich habe ich als alleinerziehender Vater gute Einblicke in die rotgrüne Bildungspolitik der 90-ziger Jahre „genossen“, also genau in dem Zeitrahmen, in dem auch die Städte-Touris mutmaßlich die Schulbank gedrückt hatten. Da wurden, so habe ich in Erinnerung, ganze Jahre nur das 3. Reich behandelt, bis es manchen Schülern buchstäblich zum Hals heraushing.

Nach der Begegnung an der Ampel wurde mir erneut klar, dass durch rotgrüne Pädagogik, aber auch durch eine ständig anschwellende Informationsflut, Wissen aus vergangenen Zeiten verloren geht. Und zwar für immer! Darunter auch Basiswissen. Dies betrifft nicht nur wichtige Eckdaten aus der Zeit des 19. Jahrhunderts, sondern auch Ereignisse, die in die Gegenwart reichen. Bereits 2012 kam der linksgrüne Spiegel zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass die Geschichtskenntnisse deutscher Schüler über die NS-Zeit und die DDR katastrophal sind. Und das obwohl Schüler über mehrere Jahre immer wieder mit dem Thema der jüngsten deutschen Vergangenheit konfrontiert wurden. Vielleicht gerade deswegen?

In diesem Zusammenhang benutzte das Nachrichtenmagazin einen Ausdruck, für das es heute sicherlich eingestampft werden würde. Der Spiegel bezeichnet nämlich die Besuche von 3. Reich-Gedenkstätten als „Gedenkstättenhopping“

Der Spiegel wörtlich: „Der Studie zufolge führt ein „Gedenkstättenhopping“ auf Klassenfahrten oder an Wandertagen zu einem „Durcheinander im Kopf“. Ein großes Problem seien die fehlenden historischen Grundlagen. Oft würden die Themen, die den historischen Kontext der Gedenkstätten erläutern, erst Monate nach einer Besichtigung im Unterricht behandelt. Dies führe dazu, dass Schüler einen Besuch im Stasi-Museum oder an einem Denkmal für die ermordeten Juden Europas eher als Informationsballast statt als Lerneffekt wahrnehmen.“

Im gleichen Zeitraum wie der Spiegel kam die WELT zu dem Ergebnis, dass laut einer Berliner Studie von 7000 Neunt- und Zehntklässlern nur knapp die Hälfte das Wesen des Nationalsozialismus, der DDR oder der Bundesrepublik unterscheiden konnte. Auch das Wissen über die Grundlagen der christlichen Religion ist dramatisch zurückgegangen.  „Wer ist denn dieser Jesus?“ sei im Unterricht „keine Seltenheit mehr“, erklärte die evangelische Pfarrerin, in einem Artikel der Medienplattform infranken.

Fazit: Schüler lernen trotz ständiger Indoktrinierung immer weniger. Diese Lücken bleiben jedoch nicht leer. Sie werden durch andere Dinge besetzt. Der Mangel an gutem auch positiven Geschichtswissen führt zum Slogan „Deutschland du mieses Stück Scheiße“. Der Verlust an christlichen Traditionen oder christlichen Werten wird selten durch einen Humanismus oder eine ähnliche Philosophie oder Religion, etwa Buddhismus ersetzt, sondern oft durch eine hedonistische Ersatzreligion. Im schlimmsten Fall stößt in die Lücke eine Antireligion, in dessen Mittelpunkt bestialische Handlungen und Götzendienst an einem blutgierigen Moloch stehen.

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