Erwartungen 2019: Leidvolles Erwachen der Grünen und sozialer Sprengstoff

Erwachen (Symbolbild: shutterstock.com/Von tommaso79)
Erwachen (Symbolbild: shutterstock.com/Von tommaso79)

Die Grünen wankten 2018 von einem Hoch zum nächsten. Damit könnte es dieses Jahr aber schneller vorbei sein, als die Grünen „Klimawandel“ sagen können. Den Grünen dürfte ein leidvolles Erwachen aus ihrer Höhenflugblase bevorstehen, sobald es um konkretes politisches Handeln geht, so die Vermutung des ehemaligen Chefs des Emnid-Umfrageinstituts Klaus-Peter Schöppner. 

„Die Wähler entscheiden sich häufig für das kleinere Übel“, so der ehemalige TNS Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner bereits 2016. Meinungsforscher Schöppner hält einen „Realitätsschock“ mit fallenden Umfragewerten für möglich, wenn von den Grünen „Konkretes statt Nebulöses“ erwartet werde. Die Wähler schauten genauer hin, wenn die bisherigen Personalquerelen der Groko die Aufmerksamkeit nicht mehr ablenkten, so Schöppner hinter der Bild-Bezahlschranke. Schöppner wirft den Grünen vor, dass ihre Politik Arbeitsplätze vernichte und die „ausländische Wirtschaft“ stärke.

Sobald das Wirtschaftswachstum wieder nachlasse, werde auch den Wähler klar, dass die Grünen-Forderungen die Staats-und Privathaushalte massiv belasteten. Spätestens dann werde der Zuspruch für die grüne Bevormunderpartei sinken. Ob Schöppners Aussage: Keine Partei habe unser Leben stärker verändert als die Ökopartei, als Lob zu verstehen ist, darf bezweifelt werden.

Großes soziales Konfliktpotential in Deutschland

Auch Top-Ökonom Dennis Snower malt die Zukunft Deutschlands in dunklen Farben:„Es wird große soziale Konflikte in Deutschland geben“, so seine Befürchtung. Die Politik gehe bei dem wachsenden Unmut der Bevölkerung davon aus, dass dieser wirtschaftliche Ursachen habe und würde als Antwort nur auf finanzielle Wohltaten setzen, meint der 68-Jährige Amerikaner, der vor kurzem die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hat.

„Die Politik ignoriert, dass Menschen viele unterschiedliche Bedürfnisse haben. Eines ist materieller Wohlstand, besonders wenn man sehr arm ist, steht das ganz oben. Aber Menschen wollen auch in der Lage sein, ihr Schicksal und ihr Leben ein Stück weit selbst zu gestalten. Und wenn sie das Gefühl haben, dass sie das nicht können, dann werden sie wütend“, so Sonnen in einem Interview mit der WELT.

Das subjektive Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht könne nicht mit finanziellen Wohltaten geheilt werden. Ein bedingungsloses Grundeinkommen, das als soziales Ideal gehandelt wird, gebe den Bürgern nicht die Souveränität über ihr Leben zurück. Es schaffe im Gegenteil ein noch viel stärkeres Abhängigkeitsverhältnis, erklärt der Ökonom, der in diesem Jahr noch viel vor hat. Neben einer Professur in Berlin, trete er eine exponierte Forschungsstelle in Oxford sowie eine Forschungsprofessur am University College London an und sei darüberhinaus auch als Fellow ans Brooking Institute in Washington berufen worden. (SB)

 

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