Von Sayn-Wittgenstein tritt von AfD-Vorsitz zurück

Doris von Sayn-Wittgenstein (Bild: Doris von Sayn-Wittgenstein)

Schleswig-Holstein – Die Vorsitzende der AfD Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein, hat ihren Rücktritt erklärt. Das von ihr in der Öffentlichkeit erzeugte Bild mache ihr den Verbleib im Amt der Landesvorsitzenden unmöglich. Sie hinterlasse jedoch ein „bestelltes Haus“.

Der AfD-Bundesvorstand hatte Mitte Dezember ein Parteiausschlussverfahren gegen von Sayn-Wittgenstein beschlossen. Der Politikerin wird vorgeworfen, 2014 für einen „rechtsextremistischen Verein“ geworben zu haben, der mittlerweile auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD steht. Von Sayn-Wittgenstein bestreitet die Vorwürfe.

Hier die persönliche Facebook- Erklärung von Doris v. Sayn-Wittgenstein zu ihrem Rücktritt vom Landesvorsitz:

„Mit Bedauern stelle ich fest, daß das derzeit in der Öffentlichkeit erzeugte Bild von meiner Person meinen Verbleib im Amt der Landesvorsitzenden der AfD Schleswig-Holstein in der Alternative für Deutschland unmöglich macht, ohne daß Amt und Partei Schaden nehmen. Ich habe deswegen bereits am 19.12.2018 von diesem Amt Abstand genommen.

Ich weise erneut darauf hin, daß ich mit keiner meiner Aktivitäten nationalsozialistischem Gedankengut oder der Leugnung oder Verharmlosung des Holocaust oder anderer NS-Verbrechen Vorschub geleistet habe. Von Bestrebungen in Richtung NS oder Holocaustleugnung grenze ich mich entschieden ab.

Der Bundesvorstand hat nunmehr versucht, auf fragwürdige Weise dem weiterhin amtierenden Landesvorstand in meiner Angelegenheit eine Erklärung aufzuzwingen. Der Landesvorstand Schleswig-Holstein sollte – entgegen der öffentlichen Erklärung des Vereins Gedächtnisstätte e.V., wonach ich dort zu keinem Zeitpunkt als Mitglied geführt wurde – trotzdem meine Vereinsmitgliedschaft feststellen und den Widerruf meiner Parteimitgliedschaft erklären. Aus den mir vorliegenden Informationen entnehme ich, daß dieses Vorgehen von einzelnen Abgeordneten der AfD-Landtagsfraktion in Kiel und deren Mitarbeitern gesteuert wird. Es ist dies ein Schlag in das Gesicht eines jeden Parteimitgliedes in Schleswig-Holstein, das diesen Landesvorstand gewählt hat“, so Doris von Sayn-Wittgenstein. (BH)

 

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