„Ihr Kinderlein von überall kommet“, der Steuerzahler wird’s schon richten

Symbolfoto: Von ESB Professional/Shutterstock

Berlin – Die Zahl der Kindergeldbezieher hat laut Handelsblatt mit 15,35 Millionen einen neuen Rekord erreicht. Das geht aus einer Statistik der Familienkasse hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Anstieg betrug allein in diesem Jahr knapp 400.000 Bezieher. Vor Allem die Zahl der ausländischen Kinder, für die eine Unterstützung gezahlt wird, stieg weiter an: Auf rund drei Millionen – nach 2,8 Millionen Ende 2017. Das kommt den Behörden nun aber plötzlich doch spanisch vor, denn auch die Verdachtsfälle von Sozialbetrug steigen. Eine Sondereinheit soll demnächst zu viel gezahltes Kindergeld zurückholen.

Wie das Handelsblatt weiter berichtet, stieg die bis November ausgezahlte Kindergeldsumme auf 33,8 Milliarden Euro an, davon entfielen 6,9 Milliarden Euro auf ausländische Empfänger. Satte 370,5 Millionen Euro wurden in diesem Jahr bislang auf ausländische Konten überwiesen. Bereits im August hatten mehrere Oberbürgermeister von Sozialbetrug und von zum Teil gar nicht existierenden Kindern berichtet. Dies hatte eine hitzige Debatte ausgelöst.

2017 lag laut Informationen der Zeitung die Zahl der Kindergeldempfänger im Ausland erst bei rund 250.000. „Es ist ein deutlicher Trend, dass die Summe der Kindergeldzahlungen, der Kindergeldberechtigten und der Kinder, für die es Kindergeld gibt, zunimmt“, sagte der Chef der zuständigen Familienkasse, Karsten Bunk, der Deutschen Presse-Agentur.

Grund dafür soll nach Meinung von Bunk die Arbeitsmigration vor Allem aus der EU sein, aber auch steigende Geburtenzahlen in Teilen Deutschlands und daran, dass zunehmend mehr Flüchtlinge anerkannt würden, die immer erst dann Kindergeld bekommen, wenn sie eine Anerkennung haben, so Bunk.

„Task Force“ soll´s richten

5,2 Millionen Euro sollen jetzt zusätzlich für die Betrugsbekämpfung ausgegeben werden. Angekündigt ist eine „Task Force“.  Alle Verdachtsfälle würden an eine zentrale Sondereinheit, die dann zuviel gezahltes Geld zurückgefordert, gemeldet.

Besonders bei Neuankömmlingen aus Osteuropa will man noch genauer hinschauen, vorgelegte Geburtsurkunden genauer prüfen.

Österreich geht, um Betrugsfälle auszuschließen und den Missbrauch einzudämmen, einen anderen Weg. Vor Allem wenn Kindergeld ins Ausland geht. Das Nachbarland hat beschlossen, dass die Zahlungen in das Ausland „indexiert“ werden, das heißt, sie werden deutlich reduziert und an die Lebenshaltungskosten zum Beispiel in Rumänien angepasst. Dagegen sträubt sich Kanzlerin Angela Merkel. Sie beharrt weiter auf dem Gießkannenprinzip und will eine gemeinsame Lösung der EU-Partner. Das Ergebnis: Auch im kommenden Jahr werden die Kindergeldausgaben weiter ansteigen. Hinzu kommt eine Erhöhung des Kindergeldes. Ab Juli steigt das Kindergeld um zehn Euro im Monat. Die Betrüger wird das freuen. (KL)

 

 

 

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