Wirtschaft & AfD: Sind die Ökonomen verrückt geworden?

Max Erdinger

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) - Foto: flickr

Michael Hüther,  Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), hat vor den wirtschaftlichen Folgen einer weiter erstarkten AfD bei den Landtagswahlen 2019 gewarnt. Man fragt sich, ob der Mann etwas gegen positive Folgen für die Wirtschaft hat. Die Begründung seiner Skepsis läuft jedenfalls unter „Argumentation für Doofe“.

Das neue Jahr ist angesichts der vielfältigen Wahlen ein Test für die Robustheit der demokratischen Strukturen und vor allem für die Haltung in und der Öffentlichkeit zu rechtsextremen Kräften“, sei der Wirtschaftsdirektor im Handelsblatt zu vernehmen gewesen, wie msn berichtet. Michael Hüther weiter: „Sollte es zu einer Häufung von AfD-Erfolgen kommen, dann würde dies die politische Kultur verändern, den Ton verschärfen, die Bereitschaft zum Kompromiss schwinden lassen.

Man fragt sich unwillkürlich, inwiefern das Bundeskanzleramt hinsichtlich der Besetzung des Direktorenpostens beim IW seine Finger im Spiel hat. Schließlich ist der Kompromiss als solcher der Lieblingsfetisch der Kanzlerin, wie sich anhand einer Vielzahl ihrer höchst sonderbaren Reden einwandrei nachweisen läßt. Michael Hüther wird doch hoffentlich nicht unserer eigenartigen Kanzlerin nach dem Munde reden? Ist ihm nicht klar, daß jede anstehende Veränderung der „politischen Kultur“ zwangsläufig eine zum Besseren sein muß, weil noch weniger „politische Kultur“, als das, was wir derzeit haben, überhaupt nicht mehr mit dem Wort „Kultur“ in Übereinstimmung zu bringen wäre?

Ein „Verlust an demokratischer Handlungsfähigkeit“ würde aus Sicht Hüthers dem Standort Deutschland schaden. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten sei die Bundesrepublik von einem „höheren Maß an öffentlicher Kultur“ geprägt.

Vielleicht liegt es ja auch gar nicht am Bundeskanzleramt, sondern am verlorenen Krieg gegen die harten Drogen, daß der Mann einen solchen Stuß daherredet.  Ob es wirklich schon so schlimm ist, daß sogar der deutsche Wirtschaftsdirektor nichts anderes mehr zustande bringt, als völlig sinnfreie, akustische Umweltverschmutzung? Was, bitteschön, wäre „öffentliche Kultur“? Wann wäre Kultur schon jemals etwas anderes gewesen, als öffentlich? Und wo käme ein „Verlust an demokratischer Handlungsfähigkeit“ durch demokratische Wahlen her? Warum fällt Hüther nicht auf, daß er Stuß redet? Ist der Wirtschaftsdirektor des IW am Ende auch schon unter die Phrasenjunkies gefallen? Müsste er nicht schleunigst seinen Posten für Heinz Hermann Thiele räumen? Thiele ist schließlich Chef eines äußerst profitablen Unternehmens (Knorr-Bremse) und forderte die Bürger bereits am 23.Oktober zum Widerstand auf, nicht zuletzt wegen des eklatanten Mangels an „politischer Kultur“, welchen er vor allem im Bundeskanzleramt und bei den Altparteien verortet.

 „Wir werden für unsere Offenheit und Fairness gewürdigt, eine Stärkung der AfD würde das in Frage stellen“, so hingegen der Wirtschaftsdirektor Hüther. Vor allem gelte das für eine AfD, die auch zukünftig gezielt mit extremen Rechten zusammenspiele. Ein Beitrag zum Wohlergehen des Landes sei das nicht. Hüther: „Die Attraktivität für internationales Kapital und gut gebildete Menschen droht verloren zu gehen.

Der Chef des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, sieht das zwar weniger dramatisch als Hüther, deswegen aber um keinen Deut realistischer.  „Radikale Politiken sowohl von rechts als auch von links können wirtschaftlichen Schaden anrichten“, ist Fuest im Handelsblatt zu lesen, ohne daß er dabei verraten hätte, von wem er sich den Plural von „Politik“ hat aufschwatzen lassen. „Aber da eine Regierungsbeteiligung der AfD ja nirgends ansteht, halte ich es für verfrüht über einen drohenden Schaden für den Wirtschaftsstandort zu spekulieren„. Mit anderen Worten: Fuest glaubt, daß es für Spekulationen einen optimalen Zeitpunkt gibt, an dem sie sich in etwas anderes als Spekulationen verwandeln, dennoch aber weiterhin so genannt werden. Vielleicht kennt er den Unterschied zwischen Spekulation und Prognose nicht.

Man muß sich ernsthaft fragen, ob die Herren Wirtschaftsexperten zusammen mit der Kanzlerin jeden Morgen einen Clown frühstücken. Die AfD ist die wirtschaftsfreundlichste Partei im ganzen Land. Mit dem Ende der CEBIT in Deutschland und der massenhaften Absage internationaler Automobilhersteller zur kommenden IAA hat sie nicht das Geringste zu tun. Dem wichtigsten deutschen Industriezweig, der Automobilindustrie, hat nicht die AfD den Krieg erklärt, sondern eine vom Umweltgott verwirrte Kaste Zivilreligiöser in den Altparteien, besonders bei den Grünen und der SPD, die sich eine Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält, wie einst Ajatollah Khomeini seine schiitischen Pasdaran.

Ausländische Investoren, die in Deutschland produzieren wollen, bekommen schon angesichts der Energiepreise in unserem Land das Kotzen. Und dafür ist ebenfalls nicht die AfD verantwortlich, sondern die nämliche Kaste Zivilreligiöser, die in dem Wahn lebt, per staatsinterventionistischer Gängelung sowohl des Bürgers als auch der deutschen Wirtschaft die ganze Welt vor dem Wetter retten zu müssen, und der es dabei am Allerwertesten vorbeigeht, daß es ihrem Spleen völlig an globaler Relevanz fehlt. Und dann wären da noch die exorbitanten Lohnnebenkosten, mit denen die AfD ebenfalls nichts zu tun hat, und die Tatsache, daß der deutsche Staat den Binnenkonsum systematisch vermittels einer exorbitanten Steuerquote killt. Das und nichts anderes signalisiert ausländischen Investoren, daß sie sich mit Produktionsstätten in Deutschland international selbst aus dem Rennen schießen würden.

Dazu käme allenfalls noch, daß  jeder ausländische Investor sich natürlich fragt, was er von deutscher Fertigungsexpertise noch haben wird, wenn angesichts des demografischen Niedergangs unserer Nation in absehbarer Zeit keine deutschen Fachkräfte mit ihrem legendären Ausbildungsstand und ihrem Hang zur Gründlichkeit in ausreichender Zahl mehr zur Verfügung stehen werden, sondern nur noch irgendwelche Fachkräfte, die günstiger auch in Ländern zu finden wären, wo Produktion und Arbeit nicht zu politischen Phantasiepreisen auf dem Altar des Umweltgotts geopfert werden.  Mit alledem hat die AfD nicht das Geringste zu tun. Ganz im Gegenteil: Wenn überhaupt, dann wäre politische Macht in Händen der AfD die einzige Hoffnung auf Besserung und Befreiung vom wirtschaftsfeindlichen Diktat der Klima- und Abtreibungsgläubigen.

Viel besorgniserregender, als das phantastische Polit-Geschwätz der Herren Hüther und Fuest, ist jedoch etwas völlig Anderes. Was einem wirklich Sorgen machen muß, das ist, daß sich Redakteure wie die bei den „msn-News“ und anderswo offensichtlich nicht ganz zu Unrecht ausgerechnet haben, wie bedeutungslos eine Untergrenze beim Verzapfen von Schwachsinn ist, die zu beachten wäre, wenn es darum geht, den deutschen Medienkonsumenten „upzudaten“.

Wahr ist: Wenn es um Wirtschaftsfragen geht, und wenn das schon von gewählten Parteien abhängen soll, dann gibt es keine bessere Wirtschaftspartei als die AfD. Das ist auch kein Wunder. Die AfD ist die einzige Partei, welche überwiegend aus Experten besteht, die vom wahren Leben noch eine Ahnung haben, wie bspw. Dr. Dirk Spaniel von der Automobilindustrie. Das ist deswegen so, weil es sie noch nicht lange genug im parteipolitischen Wolkenkuckucksheim gibt, als daß sie jeden Realitätsbezug verloren haben könnten, und weil AfD-Funktionäre durch die Bank etwas Ordentliches gelernt und geleistet haben, bevor sie zu Parteipolitikern geworden sind. In keiner anderen Partei ist derartig viel Expertenwissen versammelt wie in der AfD. Und nirgends gibt es so viele komplett Ahnungslose wie bei den Grünen, die außer einer weltanschaulichen Meinungsstärke nichts weiter anzubieten haben, und denen fachliche Kompetenz in etwa das ist, was der Knoblauchkranz dem Vampir bedeutet.

Es ist kein gutes Zeichen, daß in Deutschland ausgerechnet solche Herren zu Wirtschaftsdirektoren werden können, die es für einen Ausweis ihrer Kompetenz halten, im Handelsblatt hochgestochene, aber völlig inhaltsleere Phrasen absondern zu dürfen. „Öffentliche Kultur“, „vielfältige Wahlen“, „Robustheit demokratischer Strukturen“ … und das alles im Zusamenhang mit Wirtschaftsfragen unter Ausblendung der wirklichen Probleme?  – Ich glaube, mein Schwein pfeift.

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