Lohn für Zivilcourage: Helfer bekommt eigenes Messer in den Bauch gerammt

Mittlerweile Alltag: Messerattacken (Symbolbild: Shutterstock)
Mittlerweile Alltag: Messerattacken (Symbolbild: Shutterstock)

Neu-Ansbach/Hochtaunus – Streiten sich zwei, bekommt ein Dritter sein eigenes Messer in den Bauch gerammt. So ging der gut gemeinte Versuch eines 38-jährigen Neu-Ansbachers aus, als der am Samstag zwischen 21.15 und 22.30 am Bahnhof Hausen-Arnsbach in den Streit zwischen einem ihm unbekannten Mann und einer unbekannten Frau eingriff. Ein offensichtlich fataler Fehler, denn der Mann, der eine 170 große Frau mit „schwarzen Haaren und Kopftuch“ bedrängte, war dem selbst ernannten edlen Ritter an Reaktionsfähigkeit und Entschlossenheit weit überlegen. Auch mit der „Dankbarkeit“ des weiblichen Streitopfers war es nicht weit her. Denn sie suchte zusammen mit ihrem angeblichen „Belästiger“ das Weite.

Dem Gegner Waffe vor die Füße geworfen

Zunächst habe sich der 38-jährige Helfer zwischen den unbekannten Mann und die ebenfalls unbekannte Frau gestellt. Da der Mann auch nachfolgend nicht von der Frau ablassen wollte, habe der „Helfer“ eigenen Angaben zu Folge zur bloßen Abschreckung ein Klappmesser gezogen. Dabei fiel ihm die Waffe laut Polizeibericht aus der Hand. Weiter heißt es im Bericht über den Tathergang: „Von dort nahm es der unbekannte Mann und stach unvermittelt mit dem Messer nach dem Dritten, den er dabei im Bauchbereich auch traf. Anschließend entfernten sich sowohl der Täter, als auch die unbekannte Frau. Der Verletzte wurde laut Polizeiangaben in einem Krankenhaus des Kreisgebietes – vermutlich Usingen – vorstellig.

Lediglich zu der Frau liegt eine Beschreibung vor, wonach diese circa 165 bis 170 cm groß ist, schwarzes Haar hat, über dem sie ein Kopftuch trug. Bekleidet war die Frau mit einem Mantel und einer Jeanshose. Warum nur im Falle der Frau eine Personenbeschreibung vorliegt, macht allerdings stutzig. War der Bedränger als Weihnachtsmann unterwegs oder trug er eine Halloweenmaske? Oder gehört er wie immer zu den üblichen Verdächtigen, deren Beschreibungen unter das Datenschutz- Gesetz fallen? Seltsam, zumal sich der Streit laut Polizeiangaben mehr als eine Stunde lang hingezogen haben muss. Wer Zeuge des dubiosen Streites am Samstag, 22. Dezember, geworden ist, kann sich bei der „Ermittlungsgruppe der Polizeistation in Usingen“ unter der Rufnummer (06081) 9208-0 zu melden. (KL)

 

Loading...