Unfassbar! Terrorangriff auf Breitscheidplatz war „Wegeunfall“

Breitscheidplatz in Berlin, Bildschirmfoto Youtube
Breitscheidplatz in Berlin, Bildschirmfoto Youtube

Wiesbaden/Berlin – Zwei Jahre nach dem islamischen Terrorangriff auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz mit zwölf Toten meldet sich ein überlebendes Opfer aus Wiesbaden zu Wort. Der 59-jährige Stefan W. hatte bereits vor einem Monat in Berlin einen Vortrag im dortigen Bundeswehrkrankenhaus über den schrecklichen 19. Dezember 2016 gehalten. In seinem Augenzeugenbericht schildert Stefan W. im Wiesbadener Kurier , wie er sich mühsam zurück ins Leben kämpfte und Bürokraten die mörderische Attacke auf ihn als „Wegeunfall“ deklarierten. Sein Resümee: „Der Staat hat versagt.“

Stefan W. war buchstäblich zur falschen Zeit am falschen Ort. Er wollte nach einem Einkaufsbummel im KaDeWe eine Abkürzung über den Breitscheidplatz nehmen, um schneller in seine Berliner Wohnung zu kommen. Genau in diesem Moment erfasste ihn der in die Menge rasende LKW. Laut Mediziner erlitt der Manager ein „Überrolltrauma.“ In Wahrheit ist W. so schwer verletzt, dass die Ärzte der Charité stundenlang und mehrmals um sein Leben kämpfen. Weitere eineinhalb Jahre dauerte die intensive medizinische Betreuung mit 40 Operationen!!  Zuletzt Aufenthalt in einer Reha-Einrichtung.

Stefan W. und seine Frau sind laut WK, anders als viele Politiker, nicht bereit, zur Tagesordnung überzugehen. Sie hatten gehofft, der Staat, die Politik, die Polizei hätten aus dem Anschlag Etwas gelernt. Ihre bittere Bilanz heute: „Der Staat hat versagt. Der Staat ist nicht in der Lage, seine Bürger zu schützen. Das ist ein Armutszeugnis, furchtbar.“ Dazu gehört nach Ansicht der Wiesbadener auch Merkels langes Zögern, auf die Anschlagsopfer zuzugehen. Dafür die Parole: „Weiter so!“ Auch Wiesbaden hat große Sicherheitslücken. Als Beispiel nennt das Anschlagsopfer die Tumulte nach Aufstellen der Erdogan-Statue. Dabei „mussten mit größter Mühe alle Beamten aus den Revieren zusammengekratzt werden.“

Wie merkwürdig und skurril und sogar demütigend Deutschland mit dem Terroranschlag und den Opfern umgeht, beweisen auch Stefan W.s juristische Streitigkeiten mit der Bürokratie. Der Terroranschlag auf ihn wurde nun als „Wegeunfall“ anerkannt, heißt es im WK-Bericht. Dabei seien jedoch auch Zweifel, dass die Abkürzung über den Markt berechtigt war, aufgekommen. Auch über die Höhe der Schmerzensgeld-Zahlungen gebe es noch juristischen Streit.

Fazit: Der 19. Dezember ist nicht nur ein furchtbarer Tag für die Opfer, es ist auch ein Tag des Schämens für die Art und Weise, wie man die Opfer behandelt. Dazu gehört auch der skandalöse Umgang mit dem polnischen LKW-Spediteur, der immer noch auf eine Entschädigung wartet, während im Gegenzug die Versager bei der Polizei und indirekt Mitverantwortlichen des Anschlages vom Merkel-System hofiert werden. (KL)

 

Loading...