Frankreich: Festnahme von Eric Drouet – Wortführer der Gelbwesten

Die Proteste der Gelbwesten gehen weiter; © jouwatch Collage
Die Proteste der Gelbwesten gehen weiter; © jouwatch Collage

Eric Drouet, Anführer und Gründer der Gilet Jaunes wurde am Sonnabend in Paris verhaftet. Insgesamt gab es landesweit rund 200 weitere Festnahmen und es soll das erste Mal von Seiten der Polizei scharf auf Demonstranten geschossen worden sein. 

Am vergangenen Sonnabend gingen zwar weniger Gelbwesten als in den Wochen zuvor auf die Straße, doch waren es laut rp-online immer noch rund 40.000 Demonstranten, die mittlerweile den Rücktritt von Präsident Macron fordern. Auf der Champs-Élysées waren wieder Wasserwerfer gegen die rund 2000 Gelbwestler im Einsatz.

Die britische Zeitung The Express berichtet von einem Polizisten, der angesichts von Randalierern, die ein Auto umstürzten, scharf geschossen habe.

Auch am sechsten Wochenende in Folge brannten Autos, wurden Restaurants und Cafés überfallen und ausgeraubt und Polizisten die Waffen entwendet. Pariser Sehenswürdigkeiten wie der Arc De Triomphe seien mit Graffiti verschandelt worden.

Die Proteste haben sich nach Belgien, den Niederlanden und Portugal ausgeweitet. In seiner Weihnachtsansprache forderte der deutsche Bundespräsident Steinmeier Gesprächsbereitschaft seiner Bürger ein – nachdem er und seinesgleichen zuvor alles daran gesetzt haben das Land so tief zu spalten, wie niemals zuvor. Auch Deutschland sei „natürlich nicht geschützt gegen solche Entwicklungen“, heuchelte der Bundespräsident laut Welt.

 

Auf Facebook kursiert dazu der folgende Text:

Der Hinterhalt!
Rue Vignon – Festnahme von Éric Drouet.
Gestern, am Samstag den 22.12.2018 trafen wir uns mit einem Teil der Gilets Jaunes – Bewegungen an einem Ort, der für Wasserwerfer nicht zugänglich war.
Dieser Ort wurde erst nach 9 Uhr bekanntgegeben und trotzdem fanden sich bis kurz nach 10 Uhr bereits viele hundert Menschen auf der höchsten Erhebung von Paris, dem Montmartre ein.
Bis die Polizei eintraf und gerade damit begann, den Ort einzukesseln, befand sich der Zug bereits in Bewegung.
➡ Eine taktische Glanzleistung der Organisatoren.
Während des Spaziergangs durch die Straßen von Paris wuchs die Gruppe unaufhörlich auf mehrere tausend Gilets Jaunes an.
Die Polizei versuchte zu folgen und mit gezielten Sperr- und Teilungsmanövern die Gruppe zu spalten sowie in gewünschte Gebiete zu leiten, was ihr nach und nach auch gelang.
Unter uns befand sich der Lkw-Fahrer, Gründer, Wortführer und Mitorganisator der Gilets Jaunes – Bewegung Éric Drouet.

Nach mehreren Teilungen kamen wir mit unserer Gruppe um Éric mit nur noch ca 200-300 gelben Westen in der Rue Vignon an, wo wir mit einem Schlag von beiden Seiten eingekesselt wurden.
Eine Straße ohne Seitengassen.
➡ Eine Falle, wie sich nun herausstellte.
Mit nachfolgendem Tränengas- und Schlagstockeinsatz wurde versucht, die Gruppe zu ermüden.
➡ Eine Frau erlitt einen schweren Nervenzusammenbruch und wurde minutenlang nur von Polizisten versorgt, ohne, dass Sanitäter sichtbar waren.
➡ In einer gezielten Kommandoaktion stürzten sich ca. 15 Einsatzkräfte auf Eric und nahmen ihn fest.
➡ Über 5h Kessel ohne Wasser, Verpflegung und sanitäre Einrichtungen.
➡ Und immer wieder wurden Gilets Jaunes aus dem Kessel herausgezogen. Einerseits gezielt nach Provokationen, andererseits nach erreichter Zermürbung.

Das Ergebnis:
Durch den Einsatz der Polizei wurden mehrere Menschen verletzt und es gab gezielte Festnahmen.
➡ Eric befindet sich nachwievor in Gewahrsam und wird heute Vormittag dem Strafrichter des obersten Strafgerichtshofs zugeführt.

Trotz über 5h im Polizeikessel blieben die Gilets Jaunes überwiegend friedlich.
Sie sangen, tanzten und sprachen ununterbrochen mit den Polizisten, die durchaus Zeichen der Solidarität zeigten, aber noch im System der Unterdrückung gefangen sind.
➡ Vielleicht war dem Einen oder Anderen dieser Einsatzkräfte auch der gestrige Tag eine Lehre.

Mehrere zehntausend Menschen waren am Samstag alleine nur in Paris auf der Straße und viele Bilder haben uns eines wieder gezeigt: Die Franzosen lassen sich nicht einschüchtern – im Gegenteil!

 

Marco Kurz postete zudem weitere Eindrücke aus Paris:

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