Selbstmord oder Mord: Islamkritikerin in Berlin tot aufgefunden

Arpita Roychoudhury (screenshot Daily Bangladesh)
Arpita Roychoudhury (screenshot Daily Bangladesh)

In Berlin-Gesundbrunnen wurde vor wenigen Tagen die Leiche von Arpita Roychoudhury in ihrer Wohnung entdeckt. Die 23-jährige Islam-Kritikerin und Bloggerin hatte zuvor mehrfach Todesdrohungen von Muslimen erhalten. Die Umstände ihres Todes sind noch ungeklärt. 

Die aus Bangladesch stammende Tamalika Singha, die unter dem Pseudonym Arpita Roychoudhury bekannt war, flüchtete im vergangenen Jahr vor den Korangläubigen in ihrer Heimat nach Deutschland. Unterstützung bekam sie dabei vom bekannten P.E.N Autorenclub, der ihr laut Daily Bangladesh ein Stipendium gewährte.

Nach dem Hinweis, dass Arpita Roychoudhury seit mehreren Tagen nicht mehr gesehen worden war und in ihrer Wohnung kein Licht brannte, entdeckte ein Mitglied des P.E.N. Clubs am vergangenen Dienstagabend den leblosen Körper der jungen Frau auf dem Boden ihrer Wohnung im Weddinger Gebiet Gesundbrunnen.

Am 12. Dezember habe sie noch einen befreundeten Blogger angerufen, der aber nicht ans Telefon ging. Er habe am darauf folgenden Morgen versucht, sie zu kontaktieren, sie aber nicht erreicht. Das sei offensichtlich das letzte Lebenszeichen von ihr gewesen.

Der P.E.N.Club bestätigte inzwischen den Tod der jungen Bloggerin. Man sei schockiert und traurig, könne aber noch nichts Genaues sagen, da die Polizei  noch in den Ermittlungen stecke, erklärte der Sprecher der Organisation Felix Haller.

„Wir trauern um unsere Stipendiatin Arpita Roychoudhury, die seit Dezember 2017 in unserem Writers-in-Exile Programm in Berlin lebte und nun viel zu jung verstorben ist. Ihr Tod erschüttert uns zutiefst und macht uns sprachlos. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie in Bangladesch und ihren Freunden“ teilte der P.E.N Club auf seinem Twitter Account mit.

screenshot Times of India
screenshot Times of India

Bevor sie im Dezember 2017 Zuflucht in Deutschland fand, lebte Tamalika Singh alias Arpita Roychoudhury in Dhaka und machte sich mit ihrer Kritik am Islam und den politischen Verhältnissen als Bloggerin einen Namen. Schnell geriet sie ins Visier der Islamisten, die mit ihrer Ermordung drohten.

Seit 2012 habe sie sich immer wieder zu der Diskriminierung von Frauen, Kindern und Minderheiten geäußert. „Mir ist mit Entführung, Vergewaltigung und Ermordung gedroht worden“, so Arpita Roychoudhury laut Times of India. Sie sei öffentlich schikaniert und sexuell belästigt worden, selbst vor ihrer Schwester hätten die Angreifer nicht Halt gemacht.

Aus ihrem Umfeld heißt es, sie sei in Berlin nicht glücklich gewesen und hätte mit Depressionen gekämpft. Auch die ständige Sorge um ihre Familie in Bangladesch hätte ihr schwer zu schaffen gemacht.

Arpita sei eine sehr fortschrittlich denkende Frau gewesen. Sie habe in ihrem Land nur ihre Meinung geäußert und unter der Unsicherheit gelitten. Auch ihre Familie sei sehr besorgt um ihre Sicherheit gewesen, so der in London lebende Autor und Poet Abu Maksud.

„Wie viele andere Menschen auch träumte ich von einem normalen Leben. Aber ich hatte nur die Wahl, entweder diesen Kampf weiterzukämpfen oder bis zu meinem Tod immer wieder unterdrückt und erniedrigt zu werden. Mein Leben, das ich mir so nicht gewünscht hatte, hat mich gezwungen, mutig zu sein“, hatte Arpita Roychoudhury erklärt. (MS)

 

Loading...

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.