Berlin: Noch mehr Flüchtlingsheime in Planung

Bilkay Kadem; Foto: © jouwatch Collage
Bilkay Kadem; Foto: © jouwatch Collage

Berlin – Obwohl Tausende Plätze nicht belegt sind und in der Hauptstadt große Wohnungsnot für die „Schon länger hier Lebenden“ besteht, plant der Senat weitere Flüchtlingsheime. Die ehemalige Integrationsministerin von Baden-Württemberg, Bilkay Kadem von der SPD (früher bei Die Grünen), leitet seit November das Projekt „Landesbetrieb für Gebäudebewirtschaftung – Betriebsteil B“ – kurz „LfG-B“ -, den landeseigenen Flüchtlingsheimbetreiber. Sie rechnet mit weiteren hierher Geflüchteten und dafür müssen neue Unterkünfte her.

Träger der LFG-B sind das Land Berlin und die Senatsverwaltung für Finanzen. Kadem unterstehen 87 Sozialarbeiter, Hausmeister, Betreuer und Psychologen. Am Donnerstag wurde für besonders schutzbedüftige Menschen eine modulare und vor zwei Monaten eröffnete Unterkunft vorgestellt, berichtet die Morgenpost. Neben Rampen für Rollstuhlfahrer, einem Kinderspielplatz direkt vor der Tür, barrierefreien Wohnungen, Zweibettzimmern mit Durchgang für Familien, gibt es Gemeinschaftsküchen und Nebenräume. Lediglich 115 der 215 Plätze sind belegt. Das vorgestellte Modul wurde ohne Bebauungsplan errichtet, aus diesem Grund dürfen nach Flüchtlingsbaurecht ausschließlich Flüchtlinge hier einziehen. Nur vereinzelt dürfen auch andere Wohnungslose in Unterkünfte einziehen, jedoch nur dann, wenn nicht nach Flüchtlingsbaurecht gebaut wurde.

Doch damit nicht genug: Berlin richtet sich auf weitere Flüchtlinge ein. Das geht ebenfalls aus dem Artikel der Morgenpost deutlich hervor. Auch von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (MUFL) ist die Rede. Obwohl 3.300 Plätze nicht belegt sind, benötige Berlin angeblich eine Reserve für Menschen, die etwa durch Familiennachzug oder als humanitäre „Kontingentflüchtlinge“ neu in die Stadt kämen.

Das LfG-B hat derzeit 87 Mitarbeiter und verfügt über fünf Heime in Form neu gebauter Modularbauten in Buch und Neukölln. In Hellersdorf dient eine ehemalige Schule als Quartier, in Grünau ein altes Bürohaus und in Altglienicke wurde ein Containerdorf errichtet. (BH)

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