Merkel nur wegen Obama noch Kanzlerin?

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Obama und ihr Fan Merkel (Foto:Imago)

Das US-Magazin „New Yorker“ vermutet in einem Artikel, daß Ex-Präsident Barack Obama ursächlich sein könnte für die Entscheidung Angela Merkels, 2017 erneut als Kanzlerkandidatin anzutreten.

Merkel hatte zu Barack Obama bekantlich ein deutlich besseres Verhältnis als zu seinem Amtsnachfolger, Donald Trump. Nach dem unerwarteten Wahlsieg Trumps im Herbst 2016 habe es ein Treffen zwischen Obama und Merkel im Berliner Hotel Adlon gegeben, welches zum längsten Abendessen wurde, das Barack Obama jemals mit einem ausländischen Staatschef gehabt habe. Drei Stunden lang soll es gedauert haben.

Bei dieser Gelegenheit habe Obama die Kanzlerin, die gerade vor dem Ende ihrer dritten Amtszeit stand, dazu gedrängt, ein viertes Mal zu kandidieren. Der Artikel beruft sich auf Aussagen ehemaliger Mitarbeiter Obamas und auf deutsche Regierungsquellen.Er zeigt, wie groß das Ansehen Merkels bei Obama gewesen ist. Dem „New Yorker“ zufolge sah Obama die deutsche Kanzlerin als einen wichtigen Stabilisator in Zeiten, die wegen des Brexits, wegen des anwachsenden Rechtspopulismus in Europa, und nicht zuletzt wegen Donald Trump schwierig geworden seien.

Das Magazin berichtet über den stellvertretenden Sicherheitsberater Obamas, Ben Rhodes. Von einem der Kanzlerin nahestehenden Beamten habe er erfahren, daß dieser denke, die Kanzlerin habe Obama sehr genau zugehört. Obama selbst soll bei jenem Treffen mit Merkel sehr persönlich geworden sein. “Angela, sie ist ganz allein”, seien die exakten Worte gewesen, mit denen sich der ehemalige US-Präsident nach dem Treffen an seinen Vize-Sicherheitsberater gewandt hatte.

Obamas Einschätzung der deutschen Kanzlerin folgten auch viele Journalisten, denen sie als “Anführerin der freien Welt” galt. Die “New York Times” lobhudelte gar, die deutsche Kanzlerin sei die “letzte Verteidigerin des freien Westens“.

Jedenfalls verkündete Angela Merkel zwei Tage nach jenem Treffen, daß sie erneut als Kanzlerin kandidieren werde. Allerdings sagte sie damals, daß kein Mensch alleine, ganz egal, über wieviel Erfahrung er verfüge, Deutschland, Europa und die Welt mehr oder weniger zum Guten wenden könne. Daß dieser Satz zutreffend ist, hat sie nicht erst seit ihrem Wahlsieg 2017 bewiesen. (ME)

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