Ralf Stegner schäumt – Kubicki in Angst vor dem „schießwütigen“ Jäger Petr Bystron

Foto: Ralf Stegner (über dts Nachrichtenagentur)

Bekanntlich steht die weiße Bevölkerung in Südafrika unter erheblichem Druck. Landenteignungen, bestialische Morde und Kriminalität lassen für sie Schlimmes befürchten. Die größte Organisation, die sich auf den Krisenfall und ihre Verteidigung vorbereitet, sind mit mehr als 120.000 Mitgliedern die Suidlanders. Das reicht hierzulande für Genossen wie Ralf Stegner aus, um sie zur rechtsradikalen Extremistenterrorgruppe abzustempeln. 

Ihre klare Abgrenzung zum Ku-Klux-Klan reicht da nicht, sie sind weiß und somit Rassisten, obwohl ihr Anführer diesen Vorwurf weit von sich weist: „Ich stehe morgens nicht auf, und hasse schwarze Menschen“, sagt Simon Roche, dessen Organisation sich auch noch klar zum Christentum bekennt.

Einer der sich auf die Seite der schwarzen Rassisten gestellt hat, ist natürlich Ralf Stegner: Der SPD-Bundesvize hat jetzt angesichts der Teilnahme des AfD-Bundestagsabgeordneten Petr Bystron an einem Schießtraining mit einer angeblich rechtsextremen Organisation in Südafrika den neuen Verfassungsschutz-Präsidenten Thomas Haldenwang zum Handeln aufgefordert. „Wir müssen unsere Demokratie und unsere Grundwerte gegen die Feinde der Demokratie schützen“, sagte Stegner dem „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe). Das sei die Kernaufgabe des Verfassungsschutzes.

Was der Verfassungsschutz mit Schießübungen eines Jägers am Hut haben sollte, erklärt uns Stegner natürlich nicht. Dafür holt er mal wieder zum Rundumschlag gegen die AfD aus:

„Ich hoffe, dass der neue Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz die rassistischen und militaristischen Bewegungen innerhalb der AfD genau beobachten wird“, so Stegner weiter. Auch FDP und Grüne reagierten mit scharfer Kritik auf den Fall Bystron. „Dass mit Steuermitteln ein Schießtraining mit einer zweifelhaften Organisation finanziert wird, ist politisch extrem fragwürdig“, sagte der FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki der Zeitung.

Denn es stellt sich schon die Frage, was Herr Bystron von seinen am Schießstand erworbenen Fähigkeiten für seine Arbeit im Bundestag gebrauchen kann„, so Kubicki weiter. Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz wertet den Vorgang als weiteren Beleg für die rechtsradikale Entwicklung der AfD. „Der Damm zum Rechtsextremismus ist bei der AfD lange gebrochen“, sagte von Notz dem „Handelsblatt“. Zynisch könne man sagen: „Wenigstens machen weite Teile der AfD aus ihrer Ablehnung unseres Rechtsstaates keinen Hehl mehr“, so der Grünen-Fraktionsvize weiter.

Petr Bystron selbst stellt sich in einem Interview mit der Jungen Freiheit gegen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe: „Wir machen uns die Ansichten der Suidlanders nicht zu eigen. Trotzdem wollte ich mich auch mit ihnen treffen, denn das ist eine der größten Buren-Organisationen, und die größte Zivilschutzgruppe der Welt. Sie vertreten nach eigenen Angaben über 120.000 Menschen. Man kann sich nicht über die Situation der weißen Farmer in Südafrika umfassend informieren, ohne mit ihnen zu sprechen.

Ich habe mich aber natürlich genauso mit Vertretern der schwarzen Bevölkerung wie der Frauenrechtsaktivistin Titi Luzipo getroffen, die die entsetzliche Vergewaltigungsrate in Südafrika anprangert, und mit weiteren unabhängigen NGOs. Ich habe allen Seiten die gleichen Fragen gestellt, nämlich ob und wie das gemeinsame Zusammenleben gelingt, wie es aussieht mit dem Traum der gemeinsamen Regenbogennation“, so Bystron gegenüber der JF.

Auch mit seiner „Schießbereitschaft“ hat der Jäger Bystron kein Problem: „Beim Besuch einer Farm wurde mir vom Besitzer und dessen Sohn das Anwesen gezeigt, was sie dort anbauen, die Tiere und so weiter. Dabei sind wir auch an einem Schießstand vorbeigefahren und haben dort ein paarmal geschossen. Von großangelegten Schießübungen oder paramilitärischen Aktionen kann gar keine Rede sein. Diese Darstellung ist völlig von der Realität entfernt.“, so der 46-jährige AfD-Abgeordnete.

Sein Reiseprogramm sei ausgewogen gewesen und vom Bundestag und allen Fraktionen genehmigt worden. Es gehöre zur Aufgabe eines Abgeordneten sich vor Ort über die Situation zu informieren. Das diese Reisen vom Steuerzahler finanziert werden, liege in der Natur der Sache, dass sei bei allen Vertretern aller Parteien so, erklärte Bystron. (TB)

 

 

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