Neuköllner Standesamt: Ja-Wort nur noch mit Security

Security (Symbolbild: shutterstock.com/Von Africa Studio)
Security (Symbolbild: shutterstock.com/Von Africa Studio)

Berlin/Neukölln – Heiraten im Merkeljahr 2018: Weil beide Trausäle des Neuköllner Standesamtes nur Platz für 30 Personen haben und „manche“ Brautpaare einen wahren Tross an Angehörigen mitschleppen, kommt es immer wieder zu „Unmutsäußerungen“. Standesbeamte werden beleidigt, bedroht und attackiert. Aus Sicherheitsgründen kann das Ja-Wort nur noch im Beisein von Securitykräften gegeben werden.

Da die beiden Trausäle des hoch migrierten Neukölln lediglich Platz für 30 Gäste haben, komme es bei großen Hochzeitsgesellschaften vor, dass Gäste draußen bleiben müssen. Einige Besucher, vor allem aus Großfamilien mit Migrationshintergrund, würden dies jedoch nicht akzeptieren.

Und dann schlägt die Enttäuschung auch mal in Wut um. Mitarbeiter des Standesamtes werden beleidigt oder gar attackiert, so der Standesamtleiter gegenüber der B.Z. „Es gab Kolleginnen, die Angst hatten, nach Feierabend das Haus zu verlassen“, berichtete der Leiter des Standesamtes. Beschimpfungen und Drohungen wie: „Wir wissen ja, wo Du nach der Arbeit rauskommst“ bis hin zu tätlichen Angriffen müssten die Standesbeamten ertragen.

Um die Mitarbeiter zu schützen und zu unterstützen wurde bereits ein Security-Dienst beauftragt. Aus Sicherheitsgründen lässt der Standesbeamten nicht mehr als 30 Gäste in den Trausaal. Kommen mehr Besucher zur Hochzeit, müssen Eintrittskarten an die 30 Auserwählten verteilt werden. Ein Security-Mitarbeiter kontrolliert dann die Karten am Eingang zu Trausaal. (SB)

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