AfD-Niedersachsen schaltet Schulportal frei

Schulportal Neutrale Lehrer Niedersachsen (Bild: Screenshot)
Schulportal Neutrale Lehrer Niedersachsen (Bild: Screenshot)

Niedersachsen – Die AfD-Fraktion hat ihr Onlineportal nun auch in Niedersachsen freigeschaltet. „Wenn wir eine Seite freischalten würden, in der es darum ginge, rechte Lehrer zu melden, hätten wir diese ganze Aufregung nicht“, bemerkt AfD-Fraktionsvorsitzende Dana Guth gegenüber Kritikern wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Der nennt das Portal „widerlich“.

Auch in Niedersachsen ist die AfD nun mit ihrem, von linkspolitischer Seite hysterisch kritisierten Schulportal online gegangen. Auf der Internetseite „Neutrale Lehrer“ können Schüler, Eltern oder Lehrer politisch weit über das Mäßigungsgebot hinaus getätigte Äußerungen von Lehrkräften melden.

Hauptziel sei es zu informieren, sagte die AfD-Fraktionsvorsitzende Dana Guth. Wenn Schüler oder Eltern meinten, dass Pädagogen die AfD im Unterricht zu einseitig darstellten, sollten sie das auch melden können. Wenn die Beteiligten das wünschten, könne die Beschwerde auch anonymisiert an die Landesschulbehörde weitergegeben werden. „Gegen den Vorwurf Pranger verwahren wir uns eindeutig, es geht nicht darum, jemanden zu diskreditieren“, betonte Guth.

Lehrer sollten die AfD unvoreingenommen darstellen, sie könnten zwar ihre Meinung sagen, müssten dann aber auch die Gegenmeinung gelten lassen. Aber das sei oft nicht der Fall. Guth verwies auf das Beispiel einer Schülerin, die ihr Praktikum bei der AfD-Landtagsfraktion absolvieren wollte, das habe die Schulleitung aber verboten. Nun müsse sie ihr Praktikum bei der örtlichen Kläranlage machen. In Berlin sei einem Kind der Besuch der Waldorfschule verwehrt worden, nur weil sein Vater AfD-Abgeordneter sei: „Das ist Sippenhaft, was kann das Kind denn dafür?“, so die AfD-Politikerin.

„Es ist wirklich widerlich, was an dieser Stelle geschieht: Dass einzelne Lehrerinnen und Lehrer herausgepickt und im Internet – man muss sagen – an den Pranger gestellt werden“, so Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen. An dieser Stelle lasse die AfD wirklich „alle Masken fallen“. Die Partei schrecke nicht davor zurück, normale Lehrer gewissermaßen öffentlich an den Pranger zu stellen – nur weil die AfD vielleicht anderer Auffassung sei als die Lehrer, so der SPD-Funktionär Weil. Genosse Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte bereits vorher allen Lehrern in Niedersachsen einen Brief geschrieben und ihnen den Rücken gestärkt. (SB)

Loading...