Die „Gnade-uns-Gott-Migration“: Fachkräfte aus Kinshasa

Max Erdinger

EU fördert afrikanische Massenmigration (Durch Robsonphoto/Shutterstock)
Die Fachkräfte kommen - Foto: (Durch Robsonphoto/Shutterstock)

Aus Afrika gibt es Youtube-Videos, bei denen man sich fragt, wo das alles noch enden soll, wenn die dortigen Fachkräfte nach Europa auswandern. Wird der hohe Entwicklungsstand des schwarzen Kontinents noch aufrecht zu erhalten sein?

Am Ende dieses Artikels gibt es einen erhellenden Kurzfilm dazu. Thema ist der Nahverkehr im Kongo, in Kinshasa, der zweitgrößten Stadt Afrikas. Fahrzeuge, Infrastruktur, Sicherheit usw. Die ganze Pracht eben. Achtung: Keine Vorführung vor deutschen TÜV-Prüfern. Lebensgefahr.

In welchem Glanze Europa zum Nachteil Afrikas scheinen wird, wenn die Fachkräfte von dort erst einmal hier sind, kann man sich in seiner ganzen Helligkeit noch gar nicht richtig ausmalen. Das wird schwer unterschätzt. Die zunehmende Zahl miesepetriger Rechtspopulisten, die alles schlecht reden, erleichtert die korrekte Einschätzung auch nicht gerade.

Verkehrspolizisten und Verkehr

Das Konzept „Verkehrspolizei“ braucht dringend Fachkräfte im Kongo. Nicht, daß das Konzept nicht jetzt schon großartig wäre. Man ist ja kein Rassist. Aber eine Fachkraft, die den freundlichen Menschen in Kinshasa verständlich macht, daß Polizisten bezahlt werden müssen, wenn sie nicht zu Strauchdieben werden sollen, gäbe dem Ganzen noch den letzten Schliff. Eine Verkehrspolizei-Fachkraft ist in Kinshasa daher unabkömmlich. Sie in Deutschland aufzunehmen wäre ein destruktiver Akt gegen das friedliebende Volk der Kongolesen, welchem unsere ganze Solidarität gebührt.

Die Zukunft der ampelgeregelten Großkreuzung jedoch kann man heute bereits in Kinshasa besichtigen. Warum nur rote, gelbe und grüne Lichter? Im Kongo gibt es eine Frauenfirma, die Ampeln in riesenhafte Roboter mit Sonnenbrillen verwandelt, welche für „rot“ die Arme elektrisch ausbreiten und sie für „grün“ senken, während die richtige Farbe dazu im Bauchnabel des Ungetüms aufleuchtet. Das ist die Zukunft der Eindeutigkeit. Wenn es mit der deutschen Bildungspolitik weiter bergab geht, werden „rot“ und „grün“ allein nicht mehr zuverlässig als Ampelsignale interpretiert werden können. Hier heißt es: Von den Fachkräften lernen, nach Afrika schauen und vorsorgen.

Straßenbau

Im Straßenbau ist der Kongo dank seiner Fachkräfte Europa weit voraus. Wenn das so bleiben soll, sind auch die Asphaltierungs-Fachkräfte unentbehrlich für ihr Land. Im Gegenteil: Europäische Straßenbau-Sachverständige sollten vor Ort in Kinshasa von dortigen Fachkräften darin geschult werden, unnötige Instandssetzungsarbeiten einfach zu unterlassen. Es geht auch ohne Gullydeckel und neonfarbigen Alarm-Schnickschnack aus Plastik. Das spart deutsches Steuergeld, welches für die Gender-Schulung von Kindern in Angola und ein feministisches Frauenfilmfestival in Zimbabwe frei wird. In Kinshasa können deutsche Sicherheitsrassisten mit eigenen Augen sehen, daß es auch ohne intakte Straßen kostengünstig jede Menge Verkehr gibt.

Und was für ein unnötiger Kokolores Sicherheitsgurte, fest verschraubte Sitzbänke und funktionierende Bremsen sind. Das braucht kein Mensch, wie man in Kinshasa sieht, eben, weil alle Menschen gleich sind, und weil dekadenten Sicherheits-Bohei in Kinshasa niemand braucht. Funktionierende Kanalisation, sauberes Wasser, Ölabscheider – alles überflüssig. Die Herstellung von Airbags verbraucht außerdem Energie und schädigt die Umwelt derer, die keine Airbags haben. Das ist unsolidarisch. Von Afrika lernen, heißt verzichten lernen. Verzichten wir also und harren wir voll Optimismus einer glänzenden Zukunft dank der Fachkräfte, welche uns eine solche aus ihren Heimatländern mitbringen werden.

 

 

 

 

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