Bürokratenterror: „Wohl bekomm´s“ auf Etikett von Bierflasche verboten

Bürokratenterror, © jouwatch Collage
Bürokratenterror, © jouwatch Collage

HauzenbergDer Brauer Rudi Hirz hat den beliebten Trinkspruch „Wohl bekomm´s“ auf das Etikett seines „1. Original Dinkel-Bieres“ gedruckt. Das hätte er aber von Amts wegen nicht gedurft, wie die Passauer Neue Presse berichtet.

Der Aufdruck unterstelle einen Zusammenhang zwischen dem Biergenuss und der Gesundheit des Konsumenten, schlaumeierte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Bei Gerstensäften, die einen Alkoholgehalt von 1,2 Prozent übertreffen, sei eine solche Angabe auf dem Etikett unstatthaft. Hirz´ Dinkelbier weist handelsübliche 4,8 Prozent auf.

Dass er den Trinkspruch nun von seinen Flaschen entfernen soll, kann der Hauzenberger Brauer nicht nachvollziehen. Eine gesundheitsbezogene Angabe habe er für sein Etikett keinesfalls im Sinn gehabt – vielmehr einen nett gemeinten Gruß an den Trinker.“ schreibt der „Merkur„.

Beim Landratsamt als Vollzugsbehörde stößt dieser Einwand aber auf taube Ohren links und rechts der naseweisen Bürokratengesichter. Das Landratsamt in seiner ganzen Schläue: „Der Trinkspruch ‚Wohl bekomm’s‘ bringt zum Ausdruck, dass das Bier bekömmlich sein soll. Zumindest mittelbar kommt damit zum Ausdruck, dass das Bier grundsätzlich diese Eigenschaft haben kann“. So haben die Vollzugsbürokraten also den Protest von Brauer Rudi Hirz abgeschmettert. (ME)

Kommentar:

Unbestätigten Gerüchten aus schlecht informierten Kreisen zufolge sollen im vollzugsbehördlichen Landratsamt Hader & Zwietracht über der Frage ausgebrochen sein, wie die Anfrage zu bescheiden ist, ob es statthaft sei, Kanzleramtsminister Peter Altmaier einen „Guten Appetit“ zu wünschen. Schließlich bringe man dem schwer übergewichtigen Minister gegenüber auf diese Weise zum Ausdruck, daß Appetit gut für ihn sei. Zumindest mittelbar signalisiere „Guter Appetit!“, die beabsichtigte  Nahrungsaufnahme sei für den beleibten 3-Zentner-Herrn gesundheitlich unbedenklich.

Ebenfalls strittig ist, ob die Blaskapelle im Bierzelt weiterhin „Ein Prosit, ein Prosit der Gemüüüü – tlichkeit“ spielen darf, während im Vordergrund gerade eine Schlägerei mit Maßkrügen im Gange ist. „Prosit“ heiße auf Deutsch schließlich „Wohl bekomm´s“. Die Musiker behaupteten in ihrem Lied also wahrheitswidrig, Ungemütlichkeit sei gemütlich und einen Maßkrug über den Schädel gezogen zu bekommen sei bekömmlich. (ME)

 

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