Waldorfschule lehnt Kind von Berliner AfD-Abgeordneten ab

Waldorf Schule (Symbolbild: shutterstock.com/Von LUNYANSKI. PETR)
Waldorf Schule (Symbolbild: shutterstock.com/Von LUNYANSKI. PETR)

Berlin – Eine Waldorfschule hat sich nun endgültig entschieden, das Kind eines Berliner AfD-Abgeordneten nicht aufzunehmen, obwohl das Kind bereits dort den Walddorfkindergarten besuchte. Vorausgegangen war eine Elternversammlung, die die Aufnahme kontrovers diskutierte. Die Eltern mussten sich zudem einer Befragung durch die Lehrkräfte unterziehen.

„Angesichts dieses Konfliktes sieht die Schule keine Möglichkeit, das Kind mit der nötigen Unvoreingenommenheit und Unbefangenheit aufzunehmen – beides sind Grundvoraussetzungen, um die Entwicklung des Kindes angemessen zu fördern“, heißt es in dem negativen Bescheid, das Kind eines AfD-Abgeordneten nicht in einer Berliner Waldorfschule aufzunehmen. Zuvor musste sich der Vater von etwa 20 Lehrern zu seinen politischen Ansichten befragen lassen.

Um dem AfD-Politiker keine Plattform für mögliche Propaganda zu geben und da man den Vater des Kindes als potenzielle Gefahr für den Schulfrieden ansieht, habe sich die Schulleitung endgültig entschlossen, das Kind nicht aufzunehmen.

Der AfD-Mann aus dem Abgeordnetenhaus bedauerte die Entscheidung ausdrücklich. „Uns sagte diese Schule sehr zu“, erklärte dieser auf Anfrage der Berliner Zeitung. „Wie sollen wir jetzt unserem Kind erklären, dass seine Freunde im kommenden Jahr an die Waldorfschule wechseln dürfen, wir aber dort nicht erwünscht sind?“ Er betonte, so die Berliner Zeitung, dass er Politisches und Privates strikt habe trennen wollen.

Ungeachtet der Tatsache, dass es den privaten Trägern der Waldorfschule überlassen bleiben muss, wen sie beschulen, mag man sich nur kurz vorstellen, es hätte ein muslimisches Elternpaar und deren Spross mit der Begründung, man fürchte wegen der islamischen Ideologie um den Schulfrieden, getroffen. Ob diese Sippenhaft dann auch so kritiklos über die gutmenschliche Bühne gegangen wäre, darf bezweifelt werden. Deutschland erinnert immer mehr an das Dritte Reich. (SB)

 

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