Ene-mene-Miste-nu-kommste-in-die-Kiste

von I. Steinmetz - Satirikerin

Foto: privat
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Im Auftrag des Bundesinnenministeriums hat nun die Amadeus-Anton-Stiftung nach der KITA- auch eine BUTA-Broschüre herausgebracht, anhand derer Rechtsradikale in hohen öffentlichen Ämtern im Bundestag entlarvt werden sollen. Titel der Broschüre: Ene-mene-Miste-nu-kommste-in-die-Kiste!

Unterlegt wird die Broschüre mit Fallbeispielen, hier ein Auszug:
Fallbeispiel 1 : Franziska G., bei ihr sind traditionelle Geschlechterrollen schon an ihrem Äußeren erkennbar, sie trägt Kleider, hat streng zurückgekämmtes BLONDES Haar. Durch biederes Äußeres und eine liebe Stimme bleibt ihr völkisches Treiben bei Kollegen und anderen im Arbeitsfeld Tätigen weitgehend unbemerkt, gleichwohl versucht sie – mit spitz angesetzter Feder im Vorwort radikaler Schriften – Menschen auszugrenzen und wäscht ihre Hände anschließend in Unschuld.
Fallbeispiel 2: Ursula v.d.L., BLOND, mit sieben Kindern reif für das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter, zuerst also ganz auf die Rolle der Gebärenden und Mutter reduziert, schließt sie sich später autoritären, militanten Kreisen an. Disziplinprobleme lässt sie lösen, indem sie in einfachen Hauptsätzen befielt, wie Untergebene ‚gut zu spuren‘ haben; ihre Schikanen reichen von „Wehrmachtsverdacht“ bis hin zu „Spinte durchwühlen“ in Abwesenheit der Betroffenen. Untergeordnete zu Duckmäusern und Denunzianten zu erziehen, weist eindeutig auf völkische Gemeinschaft hin!
Fallbeispiel 3: Peter A., Glatze, kräftiger, sportlich trainierter Körperbau, wuchs in einem konservativen Haushalt auf. Da sein Vater Bergmann ist, ist Peter A. es gewohnt, sich von ganz unten nach oben durchzuboxen, erschleicht sich das Vertrauen bis in höchste Regierungskreise. In einigen Fällen zeigt sich zudem, dass er Debatten anheizt und für seine Agenda instrumentalisiert. „Jede Erneuerung braucht Zeit, bis sie auch glaubwürdig WIRKT“, stammt von ihm!
Fallbeispiel 4: Heiko M., versucht sein Äußeres dem des Nationalsozialisten Adolf Eichmann anzugleichen, macht aber auch durch Kleidung wie Bomberjacken auf sich aufmerksam. Der Mann wirkt zudem stark körperlich gefordert und gedrillt, kommt häufig am Morgen in den Bundestag, nachdem er bereits einen 1,5-km-Lauf absolviert hat (angeblich ist er Triathlet!). Auch wenn man nicht von einem einheitlichen Stil im aktuellen Rechtsextremismus sprechen kann, sind Härte und Durchhaltevermögen doch ein Teil der weltanschaulichen Ideen der Neonazi-Szene!

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