BKA warnt nach Anschlag in Straßburg vor Nachahmern

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Berlin – Nach dem Attentat auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt warnt das Bundeskriminalamt (BKA) vor Nachahmern. Die öffentliche Debatte über den Anschlag könne „tatinitiierend“ für andere Täter sein, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf einen vertraulichen Lagebericht. Der Straßburger Anschlag konkretisiere „die seit längerer Zeit bestehende hohe abstrakte Gefährdung für europäische Staaten aus dem Bereich des islamistischen Terrorismus“, heißt es weiter in dem Papier, über das das Nachrichtenmagazin berichtet.

Es gebe derzeit aber keine Erkenntnisse, dass Weihnachtsmärkte in Deutschland konkret gefährdet seien. Der mutmaßliche Attentäter Chérif C. sei in der Vergangenheit nicht nur durch Einbrüche in Arztpraxen, Apotheken, Büros, Kanzleien, Hotels und Wohnungen in Frankreich, der Schweiz und Deutschland aufgefallen, bei denen er Zehntausende Euro erbeutet habe. Er habe früh auch Gewalttaten verübt: Mit 17 Jahren griff er laut Ermittlungsunterlagen mit anderen auf einem Rastplatz eine Person an und sperrte sie in den Kofferraum eines Pkw, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter.

Nach der Einstufung als islamistischer Gefährder in Frankreich sei der mutmaßliche Attentäter im Jahr 2016 schengenweit zur „verdeckten Kontrolle“ ausgeschrieben. Hinweise darauf, dass er sich während seiner Haftzeit in Deutschland bis zum Februar 2017 weiter radikalisiert haben könnte, seien nicht bekannt. Laut Justizministerium Baden-Württemberg sei bei ihm „keine radikal-islamistische Gesinnung hervorgetreten“, berichtet der „Spiegel“.

Allerdings habe sich der französische Häftling mit einem Mitgefangenen geprügelt, weil dieser ihm zu laut Tischfußball gespielt habe. Am Donnerstagabend kam der mutmaßliche Attentäter in einem Feuergefecht mit der Polizei in Straßburg ums Leben. (dts)

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