Angst! Ägypten stoppt den Verkauf von gelben Westen

Foto: Von Phonix_a Pk.sarote/shutterstock
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Aus Angst vor einer „Revolution“ á la Frankreich haben ägyptische Behörden den Verkauf von gelben Westen verboten. Sie dürfen nicht mehr an Einzelpersonen abgegeben werde. Nur noch mit einer speziellen Erlaubnis ausgestattete Unternehmen dürfen die „gefürchteten“ Gelbwesten erstehen. 

Die Erlaubnis zum Kauf werde durch die Polizei erteilt, berichtet The Express. Jeder, der sich nicht an die neue Vorschrift halte, müsse mit einer Bestrafung rechnen, warnten die Behörden.

„Wir mussten unterschreiben, dass wir die Westen nicht mehr verkaufen“, so ein Händler. „Jeder der nur eine einzige Weste verkauft, bringt sich in große Schwierigkeiten“, so der Mann, der aus Angst anonym bleiben will.

Ein ägyptischer Staatsanwalt hat die Verhaftung des Rechtsanwalts Mohamed Ramadan wegen des Tragens einer gelben Weste angeordnet.

Ramadan wurde 15 Tage lang inhaftiert, nachdem ein Foto von sich online gestellt hatte, auf dem er eine gelbe Weste trug.

Die Behörden erklärten, das Foto sei eine Aufforderung zu ähnlichen Protesten wie in Frankreich. Ramadan wurde unter anderem angeklagt, „falsche Nachrichten verbreitet zu haben“ und „die Ideologie einer terroristischen Gruppe zu verbreiten“. Aus Sicherheitskreisen heißt es, der Anwalt sei im Besitz von insgesamt acht gelben Westen gewesen.

Regierungskritiker sagen, sie seien der schlimmsten Zensur seit Jahrzehnten ausgesetzt. Seit seiner Wahl zum Präsidenten 2014 geht Abdel Fattah al-Sisi hart gegen politische Gegner aus Medien, Demokratisierung- und Menschenrechtsgruppen vor.

Der 25. Januar kommenden Jahres ist der achte Jahrestag der 2011 stattgefunden „arabischen Revolution“, auch gerne arabischer Frühling genannt. In Ägypten befürchtet man mit Blick auf Frankreich, dass erneut Gegner des Präsidenten al-Sisi auf den Straßen demonstrieren könnten. (MS)

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