Afghanische Frauenfußballerinnen von Funktionären missbraucht

(screenshot YouTube)
Afghanische Fußballspielerinnen (screenshot YouTube)

Spielerinnen der afghanischen Frauen-Nationalmannschaft sollen von Funktionären sowie dem  Präsidenten des afghanischen Fußballverbandes AFF Keramuudin Karim sexuell missbraucht worden sein. Sechs Verbandsmitglieder wurden auf Grund der Anschuldigungen suspendiert. Die Fifa gibt sich schockiert und ermittelt.

Die ehemalige Teammanagerin Khalida Popal hatte gemeinsam mit der US-amerikanischen Trainerin Kelly Lindsey und zwei Spielerinnen die sexuellen Übergriffe, die sich in Afghanistan und in einem Trainingscamp in Jordanien ereignet haben sollen, Ende November öffentlich gemacht.

Der dänische Sportbekleidungshersteller und Hauptsponsor Hummel hat seine Unterstützung zur afghanischen Föderation (AFF) eingestellt, die Fifa prüfe die Vorwürfe, berichtet The Guardian.

Die Ex-Teammanagerin, die vor zwei Jahren aus Afghanistan geflüchtet ist und in Dänemark lebt, weiß von körperlichen Missbrauch, sexuellen Missbrauch, Todesdrohungen und Vergewaltigung. „Es war sehr schwierig für uns, in Afghanistan über diese Dinge zu sprechen, weil es um sehr mächtige Männer geht. Wenn eine afghanische Spielerin so etwas öffentlich erzählt, kann sie getötet werden.“

Khalida Popal organisierte nach ihrer Flucht in Jordanien, Japan und den Vereinigten Arabischen Emiraten Trainingslager, in denen Spielerinnen aus dem In- und Ausland zusammen kamen.

Im Februar seien im Trainingslager in Jordanien die aus Afghanistan ankommenden Fußballerinnen von zwei Männern begleitet worden. Die beiden Männer traten als „Leiter des Frauenfußballs „und“ Assistenztrainer “ auf und hätten die jungen Frauen immer wieder schikanierten, weil sie wussten, dass die nichts dagegen unternehmen würden.

„Ich beschwerte mich beim AFF-Präsidenten, der versprach einzuschreiten, aber es passierte nichts. Sie machten weiter, riefen die jungen Frauen in ihren Zimmer an, schliefen mit ihnen, bedrängten und nötigten sie. Sie versprachen ihnen Geld und die Aufnahme in die Spielerliste, wenn sie zu allem ja sagen würden“, erzählt Khalida Popal. Die beiden Täter seien daraufhin befördert und in einen anderen Bereich des AFF versetzt worden.

Kurz nach dem Ende des Trainingslagers seien neun Spielerinnen, unter ihnen die Besten des Landes, aus dem Team geworfen worden. „Sie wollten den Missbrauch öffentlich machen. Um sie zum Schweigen zu bringen, warf der Präsident ihnen vor, lesbisch zu sein und schmiss sie aus dem Team“, erzählt Popal. Eine der Spielerinnen habe er zudem mit einem Billard-Queue verprügelt.

„Alle Spielerinnen haben den Mund gehalten. In Afghanistan als lesbisch oder schwul zu gelten, bringt dich und deine Familie in große Gefahr“, weiß Popal.

Aufgrund des Rauswurfs habe sie angefangen, nachzufragen. Dabei stellte sich heraus, dass sich viele der Vorwürfe direkt gegen den seit 2004 agierenden Verbandschef Keramuudin Karim richten. Er habe in seinem Büro ein extra Schlafzimmer mit einem Bett. „Die Türen seines Büros sind mit Fingerabdruckerkennung gesichert. Wenn Spielerinnen dort hineingehen, können sie den Raum ohne den Fingerabdruck des Präsidenten nicht wieder verlassen“, behauptet Popal.

Der AFF erklärte inzwischen, er weise „die falschen Anschuldigungen, die in Bezug auf die AFF-Frauen-Nationalmannschaft gemacht wurden, energisch zurück“. Es gäbe eine „Null-Toleranz-Politik für jede Art solchen Verhaltens“.

Die Fifa bestätigte, dass sie wegen der Missbrauchsvorwürfe zusammen mit der UN ermittle. Die afghanische Staatsanwaltschaft habe unterdessen mehrere Funktionäre des Fußballverbandes AFF entlassen. Sechs Mitglieder seien suspendiert worden, nachdem die Vorwürfe gegen sie geprüft wurden, teilte der Chefberater der afghanischen Regierung, Fasil Fasli laut n-tv mit. (MS)

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17 Kommentare

  1. Seien wir doch ehrlich. Von den FIFA Funktionären wird auch der ein oder andere drübergerutscht sein. Könnte mir vorstellen, dass das quasi die Sonderzahlung für den „Dienst am Fussball“ in der 3. Welt ist. Gegen so einen kleinen 11er Afrikaharem hat ja keiner was, wären da nicht die Krankheiten. Dann doch lieber die züchtigen Muslima. Die sagen es auch nicht weiter, weil sie sonst getötet werden…willkommen im 21. JH.

  2. Aber der dumme deutsche Gutmensch kann nicht begreifen, dass diese Steinzeitbarbaren eben keinen Schalter umlegen, wenn sie im gelobten Germoney angekommen sind und hier genauso weitermachen und sich einfach alles nehmen, denn die Steinzeitmama hat es ihren Prinzen so beigebracht.

    Es gibt eine gute Reportage von Gabor Halasz, 3 Frauen die in Afghanistan täglich sexuellen Angriffen ausgeliefert sind (eine Judoka, eine Taxifahrerin und eine aus den USA zurückgekehrte Journalistin).

  3. „Die Fifa bestätigte, dass sie wegen der Missbrauchsvorwürfe zusammen mit der UN ermittle“
    Wie dumm darf man bei der Fifa sein? Oder muss man sogar dumm und korrupt sein, um bei der Fifa Erfolg zu haben?

  4. Wie ermittelt die Fifa denn? Machen die das so sorgfältig wie bei den Fußball Spielern die sich weigern gegen Israel oder jüdische Spieler anzutreten?

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