LKW & Nannystaat: Bevormundung und Regelungswut so weit das Auge reicht

Foto: Durch IM_photo/Shutterstock
Von der Bürokratie stark bevormundet: LKW-Fahrer (Foto: Durch IM_photo/Shutterstock)

Was ist ein LKW? – Ein fahrendes Arbeitsgerät. Was ist folglich eine Fahrerkabine? – Ein Arbeitsplatz. Was ist nach EU-Recht am Arbeitsplatz verboten? – Das Rauchen. Ergebnis: LKW-Fahrer dürfen in ihrer Fahrerkabine selbst dann nicht rauchen, wenn sie alleine unterwegs sind, was meistens der Fall ist. Die Sorge der EU-Bürokraten um die Entmündigten ist schier grenzenlos. Der letzte Bürokratenschrei: Aufenthaltsverbot für Trucker in ihren Fahrerkabinen während der vorgeschriebenen wöchentlichen Ruhezeit von 45 Stunden.

Angesichts überfüllter Rastplätze, von Lohn-Dumping und Termindruck, haben sich die EU-Verkehrsminister als Erziehungsberechtigte erwachsener LKW-Fahrer mehrheitlich auf das geeinigt, was sie als bessere Arbeitsbedingungen für europäische Trucker begreifen – und zwar gegen den heftigen Widerstand aus den östlichen Mitgliedsstaaten. Lkw-Fahrer sollen in Zukunft nach dem Mindestlohn bezahlt werden, der in dem Land gilt, in dem sie sich gerade aufhalten. Auch sollen die Fahrer nach einer Sechs-Tage-Woche ihre Wochenruhezeit von 45 Stunden nicht mehr in ihren Fahrzeugen verbringen dürfen, sondern in „richtigen Betten“ schlafen müssen. Inwiefern der individuelle Schwerlastkapitän in seiner Schlafkoje sehr gut schläft, spielt dabei keine Rolle.  Thomas Rackow vom Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein sagte bei NDR 1 Welle Nord, das Schlafverbot in Lastwagen-Führerkabinen sei „ein absolut richtiger und wichtiger Schritt“. Das beweist nur, daß er vom tatsächlichen Truckerleben nicht viel Ahnung hat.

Wo sollen die Trucker übernachten?

Rackows Vorschlag:  LKW-Fahrer sollen künftig in Räumen auf den Betriebshöfen von Speditionen übernachten. Anscheinend ist er der Ansicht, daß es in der Umgebung von Speditions-Betriebshöfen alles das gibt, was der LKW-Fahrer während seiner wöchentlichen Ruhezeit zu seiner Zerstreuung schätzt und unmotorisiert erreichen kann.  Daß Übernachtungen auf Betriebshöfen momentan noch eine Fata-Morgana sind, weil sie nach Bundesrecht nicht möglich sind, da viele Speditionen in Gewerbegebieten liegen und Wohnungen dort grundsätzlich tabu sind, stört den Herrn vom Unternehmensverband wenig. Die Lauterkeit der Absicht zählt. Schöner Denken ist absolut „in“.

Das schleswig-holsteinischem Innenministerium versichert jedoch, es liefen bereits Gespräche, um eine Lösung zu finden. Angedacht sind offizielle Beherbergungsbetriebe – mit „vernünftigen“ Standards und einer ständig besetzten Rezeption auf dem Speditionsgelände, so das Innenministerium. Dazu müsse allerdings auch der Lärmschutz auf dem Gelände beachtet werden.

Gewerkschaft fordert Kontrollen und Bußgelder

Auch die Kraftfahrergewerkschaft Nord befürwortet das Kabinenschlafverbot, fordert aber auch regelmäßige Kontrollen und hohe Bußgelder für Verstöße. Die neuen Sozialstandards für Fahrer gelten für die wöchentliche Ruhezeit, nicht für die Übernachtung nach einer regulären Schicht. Hinsichtlich der Bezahlung soll künftig für gleiche Arbeit am gleichen Ort auch gleicher Lohn gelten. Mit dem Beschluss will die EU vor allem gegen Lohn-Dumping vorgehen. Thomas Rackow vom Logistikverband steht voll dahinter, weil gerade sein Verband kleine und mittlere Familienunternehmen in Schleswig-Holstein betreut, die im harten Wettbewerb zu baltischen, rumänischen und bulgarischen Unternehmen stehen. Die Löhne seien dort doch sehr unterschiedlich, so Rackow. Der Mindestlohn betrage in Rumänien keine zwei Euro.

Die Zustimmung des Europaparlaments zu den geplanten Regeln steht noch aus. (ME)

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...

24 Kommentare

  1. Lieber Gruss an die einzigen Deutschen, die noch Eier in der Hose haben – unsere Trucker – und an all die ausländischen Trucker in Europa

    Wenn Ihr es den Gelbwesten gleich tut und die Strassen dicht macht, stehen wir hinter Euch.

  2. Ob die Franzosen dieses Spiel mitmachen, ach so jetzt soll ja der Russe an den Aufständen in Frankreich schuld sein so die Amis. Bin mal gespannt o unsere hiesigen Gewerkschaften zu Streiks aufrufen, ich befürchte nicht.

  3. Als selbstfahrende Unternehmerin habe ich den Regulierungswahn der EUROkraten über Jahre hautnah miterlebt! Als unsere Kinder noch klein waren, haben mein Mann und ich uns extra Touren übers Wochenende ausgesucht, unsere beiden Kinder eingepackt und sämtliche Vergnügungsparks von Metz bis tief runter nach Spanien besucht! Ein Heidenspaß für uns, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden! Damit war es mit Einführung der EU-Total-Überwachung namens Digi-Tacho sowie der Öffnung nach Ost-Europa schlagartig vorbei! Absatteln und zum Strand runterfahren ging nicht mehr, die Wochenend-Ruhezeit wurde ja unterbrochen! Man war verdammt, dort 45 Stunden zu verharren, wo eine schlechte Dispo oder das Schicksal einen hinverschlagen hatte! Der Digi- Tacho zeichnet alles auf! Meine Petition sowie mein Vorschlag, allen Abgeordneten sowie der Kanzlerin herself auch einen Digi-Tacho zu verpassen, wurde von der Kommission abgelehnt! Wenn man als Lkw-Fahrer lesen muß, daß Gesetze nach nächtlichen Marathon-Sitzungen endlich durchgewunken wurden, weil alle übermüdet waren und nur noch ins Bett wollten, erschließt es sich einem nicht, warum Politiker nicht auch ihre Schichtzeiten einhalten müssen wie LKW-Fahrer! Ihre in Übermüdung getroffenen Entscheidungen sind für die Bevölkerung mit Sicherheit gefährlicher als ein Lkw-Fahrer, der 1-2 Std. Doppelwochenfahrzeit überzieht, um zu seiner Familie nach hause zu kommen (natürlich mit Pausen)!

  4. Auch das Anschauen von Hochglanzmagazinen in der Kabine wird verboten…. mein Gott im Himmel, kaum zu glauben, was für ein unglaublicher Schwachsinn in Brüssel von diesen hirnkranken Idioten ausgebrütet wird.

    • In Brüssel sitzen nur ausrangierte Hirnamputierte!
      Es ist wirklich unfassbar, wie sich die Dummheit verbreitet hat.

  5. Habe jetzt übrigens die Lkw abgeschafft, die richtig Steuern und Sozialbeiträge gebracht haben und fahre mit 2 Leuten im Wechsel nur noch einen Lkw! Von mir kriegt diese verkommene Regierung nichts mehr für ihre Flüchtlingspolitik, und mir geht es besser als vorher!! Bin jedes Wochenende zuhaus, und ich bin “ so arm“ , daß mehr überbleibt als vorher mit mehrerem LKW. Merke auf, Leistung und Engagement lohnt sich nicht im Merkel-Universum!

  6. Das Übernachtungsverbot in der komfortablen Fahrerkabine wird darauf hinaus laufen, dass die Fahrer in einer kalten dunklen Ecke des Laderaums übernachten müssen. Die schwachsinnigen Regelungen betreffen aber nicht nur die Fahrer, sondern auch die Verbraucher. Lebensmittelpreise werden um etwa 30% steigen. Ich hoffe, dass dann endlich auch die Deutschen auf die Straße gehen.

  7. Da kann ich auch was zu sagen.
    Bin 30 Jahre gefahren, 80- 90 Std die Woche.
    Dieses Jahr im Januar war ich wieder auf BKF- Kurs.
    Da wurde ganz klar gesagt,
    jetzt fehlen schon 150000 Fahrer.
    Wir waren bei dem Kurs 25 Fahrer.
    Drei waren unter 50,
    einer 75,
    der Rest zwischen 50 und 60.
    Wer soll denn eure Sachen in 10 Jahren noch fahren?
    Erst wenn der letzte Auspuff kalt ist,
    der schönste LKW verboten,
    der erfahrenste Fahrer bestraft ist,
    erst dann werdet ihr merken,
    daß ihr euer Essen und euren Mist,
    nicht selbst fahren könnt.

  8. Die haben keine Ahnung und davon besonders viel. Demnächst werden wir also keine Waren mehr aus Ungarn bekommen, weil ein ungarischer Spediteur nie und nimmer den deutschen Mindestlohn zahlen kann. Ist das nun eine Art Boykott durch die Hintertür?

    Es fing mit der Krümmung der Gurken an und gipfelte im Verbot der Glühbirnen, ohne, daß ein adäquater Ersatz vorhanden ist. Die Energiesparleuchte war einfach nur grottenschlecht und noch dazu giftig und die LED ist, wie sich nun heraus stellte, schädlich für die Augen.

    Als nächstes wollen sie die Halogenlampen verbieten. Am besten zurück zum Talglicht, wenn wir doch eh zurück in die Steinzeit katapultiert werden, was das gesellschaftliche Zusammenleben angeht, dann wäre das nur konsequent.

    • Die Energiesparlampen enthalten hochgiftiges Quecksilber. Wenn so eine Lampe zerbricht, strömt es aus. Man bekommt das nie wieder ganz aus dem Haus raus.

  9. Ausserdem muss die Zugmaschine zum Anhänger in einem Winkel geparkt sein, der exakt dem EU vorgeschriebenen Krümmungswinkel der Bananen entspricht.

  10. Ahh ja, und der LKW steht unbewacht draußen rum-gute Idee, bei den marodierenden Banden und dem Klau geschäft.
    Und was die Löhne betrifft, wenn deutsche Fahrer jetzt in Rumänien fahren, gilt dann der dortige Mindestlohn? Na dann viel spaß

  11. Damit würde mir heute so manches schöne Wochenende auf abgelegenen Parkplätzen in Spanien und Frankreich entgehen. Absoluter Blödsinn, diese Regelung!

  12. Nach Normierung der Gurkenkrümmung, Staubsauger-Energieverbrauch, Toilettenbrillennormierung, Glühlamenverordnung usw. der nächste Schwachsinn der EU-Schwachmaten.

    • Bitte nicht vergessen: In wenigen Jahren kommt das totale Autoverbot. Nur noch Elektrokarren dürfen dann fahren, deren Strom dann jederzeit vom Regime abgeschaltet werden kann.

    • Der massive Strombedarf wird dann mit importierten Power, welcher in anderen Ländern mit Nuclear Energy oder auf konventionellem Wege, wie z.B. Kohle produziert wird, gedeckt……..Armes Deutschland.

    • Und wenn man bedenkt das dieses total nutzlose Gesindel für welches keiner gewählt hat die Frechheiten besitzt mit solchen Schikanen zu kommen und die einheimischen Behörden noch bescheuert genug sind so etwas zu unterstützen……Armes Deutschland

  13. Wie bekloppt die sind zeigt sich schon daran, das die nur bis zum eigenen Tellerrand sehen. Die Osteuropäer sollen dann deutschen Mindestlohn bekommen solange sie in D sind (von mir aus solln die) und ein Deutscher, der nach Osteuropa zu fahren hat verdient dann adäquat dazu deren Mindestlohn – also etwa 2 € die Stunde?

    Haben Sie überhaupt Ahnung von der Materie, Herr
    Thomas Rackow vom Logistikverband?! Deutsche Fahrer haben HIER ihre Familien, die sie ernähren müssen, Sie Dummbatz!

Kommentare sind deaktiviert.