Gegen die neue Parteienseligkeit!

Wolfgang Hübner

Foto: P.I.NEWS

Die Gründung und Etablierung einer konservativ-patriotischen Partei, nämlich der AfD, war und ist für alle Menschen in Deutschland, die sich geistig und politisch entsprechend verorten, ein großer Fortschritt, den es zu bewahren und zu verteidigen gilt. Es ist unverzichtbar wichtig, im Bundestag und den Bundesländern eine parlamentarische Stimme zu haben, die selbst von den weitgehend gleichgeschalteten Lückenmedien nicht völlig ignoriert werden kann. Doch kann es keine größere Fehleinschätzung geben, als nun geduldig und in aller Ruhe von der AfD die große Kehrtwende in der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands zu erwarten.

Sicher können weitere Wahlerfolge der Partei dazu beitragen, die verhängnisvollen Fehlentwicklungen im Herzland Europas zu mindern oder zumindest zu stören. Mehr ist aber parlamentarisch nicht zu machen, zumal die Alleinregierung der AfD eine unrealistische Utopie ist. Zudem ist jede Partei, die sich im parlamentarischen System bewegt, viel zu vielen Zwängen und inneren wie äußeren Gefahren ausgesetzt, um die Ansprüche ihrer Wähler einlösen zu können. Das gilt nicht zuletzt und sogar ganz besonders für die AfD.

Nachdem es gelungen ist, eine echte politische Alternative in Berlin wie in allen 16 Bundesländern parlamentarisch zu verankern, muss sich der Blick nun verstärkt auf die Entwicklung einer von der AfD unabhängigen, vielfältigen und schlagkräftigen außerparlamentarischen Opposition der patriotischen und freiheitlichen Kräfte in Deutschland richten. Die aktuellen Ereignisse mit den Spontanprotesten der „Gelbwesten“ in Frankreich zeigen überdeutlich: Nur eine Massenbewegung, die bedeutende Teile des Volkes erfasst, ist in der Lage, politische Zumutungen und Fehlentwicklungen zu stoppen.

Das ist eine Erkenntnis, die im staats- und parteienseligen Deutschland nicht gerne gehört und noch weniger gerne befolgt wird. Doch das ändert nichts an ihrer Richtigkeit. Nicht parlamentarische Debatten und Petitionen können den Diesel-Wahnsinn oder den selbstzerstörerischen Migrationspakt verhindern, sondern nur Massenproteste und Massenungehorsam. Es ist nichts zu kritisieren, was die AfD im Bundestag oder die Verfasser von Petitionen tun, um weiteres Verhängnis von Deutschland abzuwenden. Und doch wird es nicht annähernd reichen, um auch zum Ziel zu gelangen.

Das ist gewiss keine neue oder gar originelle Erkenntnis. Doch sie muss gerade nach den großen parlamentarischen Erfolgen der AfD wieder ins Bewusstsein gerufen werden. Denn es sind gerade diese Erfolge, die in geradezu beängstigender Weise viele der aktivsten Menschen der patriotischen und freiheitlichen Kräfte der außerparlamentarischen Bewegung entziehen, weil allerorten gutbezahlte Stellen in Abgeordnetenbüros angeboten und besetzt werden müssen.

Es ist jungen und jüngeren Menschen nicht zu verübeln, wenn sie diese Angebote wahrnehmen. Aber jede einzelne, jeder einzelne von ihnen ist schon jetzt oder künftig eingebunden in einen parlamentarischen Betrieb, der bedeutend weniger Raum und Zeit für außerparlamentarische Aktivitäten zulässt. Zu ändern ist das nicht. Umso wichtiger aber ist es, keinen parteipolitischen oder parteiseligen Tunnelblick zu bekommen. Die beste Medizin dafür sind parteiunabhängige, durchaus auch parteikritische, unkontrolliert-spontane Bewegungen im Volk.

Wenn Fahrer von Dieselautos demnächst massenhaft die geplanten irrwitzigen Fahrverbote in Städten missachten würden, dann kann die AfD das nicht offiziell gutheißen. Doch wird sie in den Parlamenten mehr davon profitieren als ihre besten Reden gegen den Umweltwahn. Dass solche Aktionen überhaupt im gesetzes- und ordnungsversessenen Deutschland stattfinden, bedingt die Abkehr von der Illusion, die AfD oder wer auch immer werde das alles schon parlamentarisch richten.

Es hat zwar durchaus ökonomisch erklärbare Gründe, warum soziale Proteste im wirtschaftlich noch prosperierenden Deutschland weniger entwickelt und militant sind als im Nachbarland Frankreich. Doch das kann sich schon sehr schnell ändern. Nur öffentlicher Protest, massenhafter Ungehorsam wird notwendige politische Umwälzungen zur Folge haben. Das war das Erfolgsrezept der 68er-Bewegung ebenso wie der Volkserhebung in der ehemaligen DDR.

Die Deutschen mögen kein Talent für Revolutionen haben, die ohnehin fast immer anders und schlechter enden als ursprünglich beabsichtigt. Aber den Mut zu Rebellionen müssen sie schon aufbringen, wenn sie sich nicht sang- und klanglos als Volk verabschieden wollen.

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10 Kommentare

  1. Bei so einer Krisen und Schieflage wie wir es hier in De. haben nützt das reden nur bedingt. Das geht unter, denn jeder redet und im Parlament bringt es auch nichts, nur ein kurzes Aufhorchen. Die Proteste müßen öffentlich und hart sein und die Bürger müßen den Gehorsam verweigern indem sie auch immer wieder streiken und vorallem an neuralgischen Stellen.
    Nur sehr negative und harte und hartnäckige Rückmeldungen müßen erfolgen, damit der Kreislauf des Schreckens durchbrochen wird.
    Rynair mußte auch einlenken als die Piloten und das Flugpersonal sich verweigerten.
    Auf die Gewerkschaft kann man nicht bauen , die ist ja mit den Schrottpolitiker verbandelt und denkt nur an ihre Futtertröge.!!!!!!!!!!!!!!

  2. Die (West)-Deutschen und Mut zur Rebellion? Das kommt der Quadratur des Kreises gleich. Wer soll denen denn die Fernbedienung wegnehmen?

  3. Eine parlamentarische Stimme wie die AfD im BT zu haben ist schon wichtig . Abgesehen davon darf der Protest auf der Straße natürlich NICHT einschlafen, eher muss er noch massiver werden. Was beim 70 Jahre lang verblödeten und verweichlichten, im Osten etwas weniger als im Westen, deutschen Michel sehr schwierig werden dürfte.
    Leider ist die AfD schon sehr stark von a-patriotischen U-Booten jeglicher Couleur unterwandert worden, die entweder nur noch versuchen ihren Arsch an die Futtertröge zu bekommen und wenn man es etwas pessimistischer sieht, die AfD von innen heraus zerstören wollen oder eben in eine CDU/FDP 2.0 zu verwandeln.

  4. Dazu benötigt man eine zugkräftige Gruppe zur Organisation. 1989 war das bei uns das Neue Forum. Es ging bei den Demos auch darum, das Neue Forum zuzulassen. Vieles kam dann dazu, wie bei den Gelbwesten, den es nicht mehr nur um die Spritpreise geht. Damals kamen ganze Familien zur Demo. Nur, jetzt fehlt die Generation der Jungen, die mit demonstrieren würden. Sie würden dann gegen ihre Eltern demonstrieren, so wie es jetzt in Deutschland abläuft. Dazu kommen noch die Schlägertrupps der Antifa. Ich würde auch nicht wollen, dass man mich körperlich bedroht. Die Polizei lässt diese Antifa auch immer schalten und walten. Solange die Jugend den Fakt bejubelt, dass gerade ihre Zukunft verramscht wird, solange wird es keine großen Widerstandsdemos geben können. Ich irre mich gern und hoffe auch, dass ich mich irre. Franzosen ticken anders als die Deutschen. Übrigens, wo ist denn eine prosperierende Wirtschaft? Wenn Konzerne gute Zahlen haben, kommt das auch aus ihren ausländischen Standorten, die für das Ausland produzieren. Wie ich jetzt hörte, produziert BMW in den USA für China. Es mag die eine oder andere Firma sein, die gute Zahlen hat. Die Wirtschaft letztendlich bewegt sich seitwärts und nicht aufwärts. Unter prosperierend verstehe ich etwas völlig anderes.

    • Hast recht. Die Jugend ist mit der damaligen nicht zu vergleichen. Da ist nichts rebellisches, aufmüpfiges mehr. Satt und dröge bewegen die sich auf der Schleimspur derer da oben. Hauptsache: bloß keine Sendung von Deutschland sucht den Supertrottel zu verpassen oder Kenntnis darüber zu erlangen, welcher Pseudopromi sich wo hat tättowieren lassen..

  5. „Nur öffentlicher Protest, massenhafter Ungehorsam wird notwendige politische Umwälzungen zur Folge haben.“
    Das sollten sich all die Schwätzer und heimlichen AfD-Wähler hinter die Ohren schreiben!

    • Sind jetzt diejenigen, die einen Kommentar ihrerseits veröffentlichen oder anfangen die Mißstände in unserem Land langsam zu begreifen, oder diejenigen, die bisher mit wenig Erfolg Aufklärung im Bekannten- und Freundeskreis betreiben nun Ihrer Ansicht nach Schwätzer? Sind heimliche AfD-Wähler genauso negativ in Ihren Augen?
      Angst und Verunsicherung muß jeder für sich selbst überwinden. Statt sie anzuprangern, geben Sie ihnen lieber Ihre Unterstützung. Sagen Sie Ihnen, daß sie nicht alleine mit ihrer Wahrnehmung sind. Das macht Mut! Zeigen Sie Loyalität den Menschen, die wach werden aber noch unsicher sind!

      Es tut übrigens sehr gut zu wissen, daß man nicht alleine gegen den irrsinnigen Strom schwimmen muß…:)

    • Glauben Sie mir, ich gebe jede erdenkliche Unterstützung. Und ich biete Mitfahrgelegenheit und kläre auf. Aber die meiste Zeit fahre ich alleine, weil es immer eine Ausrede für Mehr-Angst-als-Vaterlandsliebe gibt. Nein, die Hosenscheißer, die wissen, was falsch läuft und Schiß haben, es öffentlich anzuprangern, sind schuldig. Feiglinge, die im Zweifelsfall Verrat üben. Und um die ungestellte Frage zu beantworten: Mein Profil ist echt und auf dem Bild das bin ich.

  6. Mein Reden ! Dem kann man nur zustimmen.

    Wer ernsthaft daran interessiert ist, seinen eigenen A……vor der finalen Vernichtung zu retten, der MUSS selbigen endlich vom Sofa auf die Straße hieven !!

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