Ukraine: US-Militärdienstleister soll Geheimagenten gesucht haben – es droht ein False Flags und Fake News-Krieg

Niki Vogt

Die OSZE beobachtet die Bewegungen schwerer Kriegswaffen im Osten der Ukraine, Bildquelle: Wikimedia Commons, OSZE, Bildlizenz: CC BY 2.0

Eine ganze Zeit schwelte der Ukraine-Krieg nun auf niedriger Stufe vor sich hin. An der Kontaktlinie am Donbass zwischen der Westukraine und Noworussia (Donetzker Volksrepublik und Lugansker Volksrepublik) gab es kleinere Scharmützel, man hatte sich in den Stellungen eingegraben.

Vier Jahre währt der Stellvertreterkrieg in der Ukraine nun. Während die westlichen Medien ständig herbeifantasierte, russische Invasionen vermeldeten, auf die hin dann wieder Sanktionen gegen Russland verhängt wurden, bestritt der Westen – namentlich die USA – stets, irgendwie selbst in die ganzen, gewalttätigen Geschehnisse in der Ukraine verwickelt zu sein. Eine blanke Lüge.

Die wahren Hintergründe des Maidan und des Ukrainekrieges

Der Westen/die NATO plante, mit einem der vielen gelenkten Umstürze den prorussischen Präsidenten Janukowitsch zu stürzen und ein prowestliches US-Marionettenregime zu installieren. Dadurch sollte die NATO die Möglichkeit bekommen, mit ihren Militärbasen auch im Westen bis direkt an die russische Grenze vorrücken zu können. Gleichzeitig hätten die USA die Kontrolle über die Pipelines mit Gas und Öl. Überdies würden die großen Kohle- Öl und Gasvorräte im Osten der Ukraine, im Donbassbecken, praktisch den USA gehören, deren Erschließungsfirmen bereits in den Startlöchern standen. Um sicher zu gehen, dass die Ausbeutung der ukrainischen Bodenschätze auch so ablaufen, wie sie sollen, wurde der Sohn des kürzlich verstorbenen US-Vizepräsident Joe Biden, Hunter Biden, ins Direktorium des größten, privaten Gasriesen der Ukraine, der Firma Burisma, platziert.

Der Mann, der den geplanten Umsturz organisierte, war natürlich der in diesen Dingen erfahrene, globale Großkapitalist George Soros. Er soll eine Milliarde Dollar investiert haben und durch den Umsturz hohe Gewinne gemacht haben, wie immer. Die USA gaben 4 Milliarden dazu.

Der Umsturz des Euro-Maidan lief wie geplant, das Morden und Schlachten war erfolgreich, Janukowitsch mußte fliehen und die verschiedenen Marionetten des Westens bezogen ihre Positionen. Immer mit von der Partie: Die Bundesrepublik Deutschland, die mit Herrn Vitali Klitschko ihren Mann ins Spiel bringen konnte.

Die Rechnung ohne den Wirt gemacht

Was hierzulande nicht so bekannt ist: Der Westen/NATO hatte die ukrainischen Oligarchen nicht auf der Rechnung gehabt. Diese waren naturgemäß überhaupt nicht daran interessiert, dass der Westen „ihre Gebiete“ ausplündert und sie dabei links liegen lässt. Die Oligarchen im russischsprachigen Raum der Ukraine waren es, die die Bevölkerung scharf machten und den Bauern enthüllten, dass ganze Dörfer und Landwirtschaftsgebiete dem Kohleabbau und der Gasförderung weichen werden müssen, dass die Amerikaner die ganzen Gewinne einstecken und dass die fruchtbarsten Gebiete ukrainischer Schwarzerde von westlichen Agrarriesen aufgekauft werden würden.

Die Proteste im Donbassbecken begannen und verschärften sich nach und nach. Man ging in Kiew und im Westen davon aus, diesen Aufstand von „primitiven Mistgabelbauern“ schnell niederprügeln zu können. Wie bekannt, hat das nicht funktioniert.

„Die Russen“ waren zwar nicht so dumm, zu invadieren, aber genau so wenig wollten sie dem Ganzen tatenlos zuzusehen. Es setzte ein Strom russischer, privater Freiwilliger in den Donbass ein, die fast alle ausgebildete Militärs, oft Veteranen waren. Die Waffen für die Selbstverteidigung der Donbassbewohner gegen die reguläre, ukrainische Armee kamen auch aus Russland, aber nicht vom Staat, sondern angeblich von der privaten Firma Voentorg, die etwa der deutschen Firma Kettner oder Frankonia entspricht. Voentorg transportierte alles an Waffen und Ausrüstung, was von der Größe her in einen LKW passt, in getarnten Lastern über die Grenze zwischen Russland und Donbass. Bezahlt wurden die Lieferungen, ukrainischen Quellen zufolge, von der russischen Föderation und den ukrainischen Oligarchen, die überdies noch ihre eigenen Armeen haben und diese auch einsetzten.

Die größeren Waffen, wie Panzer oder Artillerie, die nicht in einen LKW passen, stammen, entweder aus erbeuteten Armeebeständen der regulären, ukrainischen Armee oder aus den an Präsident Poroschenko gelieferten, westlichen Waffen, von denen der Präsident – ukrainischen Berichten zufolge – einige den Donbassarmeen verkauft haben soll.

Die Ukraine liegt am Boden – es droht die Wahlniederlage und der endgültige Verlust der Donbassgebiete

Die heutige Situation ist verfahren. Die Ukraine ist durch die Geschehnisse ausgeplündert worden und verarmt. Die Industrie liegt am Boden und der Verlust der fruchtbaren, gasreichen, kohlereichen Donbassgebiete ist ein schwerer Schlag für das Land. Rechte Nazischlägertruppen, vom Westen hofiert, schikanieren die Bevölkerung und führen das große Wort. Millionen ukrainischer Männer sind zum Geldverdienen ins Ausland, meistens Polen und Russland, abgewandert. Jeder, der im wehrfähigen Alter ist, muss sich vor den Rekruteuren der Armee gut verstecken. Der Blutzoll an der Kampflinie zum Donbass war sehr hoch. Wer es konnte und Verwandte auf der Krim hat, versucht, dorthin zu kommen, denn im Vergleich zur Westukraine ist die Krim das Paradies.

Die Gas- und Strompreise klettern in der Westukraine in den Himmel, wer keine Datscha auf dem Land hat, wo er sich Gemüse und Obst ziehen kann, ein paar Kaninchen und Hühner für die Fleischversorgung halten kann, hat es schwer. In den Städten graben sich die Ukrainer im Garten oder in der Grünanlage vor dem Wohnblock Erdkeller, in denen sie ihre Vorräte bunkern und die sie sorgfältig verrammeln und verriegeln.

Die Regierung des Präsidenten Poroschenko ist verhasst. Im März stehen Wahlen an, bei denen Präsident Poroschenko verlieren wird. Der Ausweg, um die Wahlen auszusetzen war das Kriegsrecht. Also musste Herr Poroschenko zumindest einen ernsten Zwischenfall provozieren, der dem Westen die Möglichkeit gibt, daraus eine große Kriegsgefahr durch den „bösen Russen“ herbeizuschreiben.

Eine militärische Provokation soll Präsident Poroschenko retten

Dazu diente der gerade von der Ukraine provozierte Vorfall in der Straße von Kertsch. Drei kleinere Boote der ukrainischen Krieg drangen entgegen allen Warnungen und Appellen der russischen Küstenwache in russische Hoheitsgewässer ein. Sie wurden mit Waffengewalt aufgebracht, drei Marinesoldaten der ukrainischen Kriegsmarine wurden leichtverletzt. An Bord der Schiffe waren auch zwei Agenten des militärischen Geheimdienstes SBU. Berichten aus der Ukraine zufolge soll auch ein kreisendes US-Militärflugzeug die gesamte Operation beobachtet haben, man war also wahrscheinlich vonseiten der US-Streitkräfte informiert. Es gibt begründete Vermutungen, dass diese beiden Geheimdienstagenten die Brücke von Kertsch sprengen sollten.

Daraus hätte der der Westen tatsächliche einen Aufruhr im westlichen Blätterwald und einen Grund für „Gegenmaßnahmen“ machen können.

 

Allerdings hat die Rada, das ukrainische Parlament, längst den Braten gerochen und machte Präsident Poroschenko einen Strich durch die Rechnung. Das von ihm verhängte Kriegsrecht wird nur 30 statt 60 Tage dauern und nur für die Oblaste (Provinzen) im Osten und Südosten, in den Grenzgebieten zu Russland gelten. Bedeutet: In Kiew wird kein Kriegsrecht herrschen, und Präsodent Poroschenkos Plan, damit die Wahlen auszusetzen oder zu verschieben und die Pressefreiheit in Kiew einzuschränken, ging nicht auf.

Die USA war so gut wie sicher in die Kertsch-Provokation involviert

Die ukrainischen Geheimdienstaktivitäten haben sich schon des öfteren als wenig professionell erwiesen. Immer wieder flogen deren heimtückische Pläne wegen Dilettantismus und Ungeschicklichkeit auf. Vielleicht war das der Grund, warum die eingangs erwähnte Militärfirma nach geeignetem Personal für geheimdienstliche Operationen in der Ukraine und dem russischen Umfeld sucht. Ein Beitrag auf der von der noworussischen webseite SouthFront hat ein wirklich bemerkenswertes Fundstück auf den Seiten von LinkedIn zutage gefördert.

Es ist eine Stellenausschreibung des US-Amerikanischen Militärdienstleisters „Mission Essential“, der ukrainisch-sprachige Leute für Geheimdienstliche Operationen in der Ukraine sucht. Die Anzeige erschien auf dem Sozialen Netzwerk LinkedIn, kurz vor der misslungenen Kertsch-Provokation am letzten Sonntag, schreibt die immer gut informierte US-Webseite „Zero Hedge“.

Offenbar ist Mission Essential aber auch nicht grade erfahren im Umgang mit sensiblen Informationen. Der Satz, in der Stellenanzeige auf LinkedIn, man suche ukrainischsprachige Kandidaten, die auch Übersetzungen machen können, um „klassifizierte Geheimoperationen zu unterstützen, und damit das US-Militär in der Ukraine zu unterstützen.“ Bingo. Genau das haben die USA all die Jahre auf‘s heftigste bestritten, dass sie selbst das tun, was sie den Russen dauernd vorwerfen, nämlich sich mit ihrem Militär in der Ukraine einzumischen.

 

Bild: Screenshot LinkedIN, via Zerohedge

 

Eine neue Militärkampagne des Westens unter Einbeziehung von False Flags und Fake News 

Damit ist auch bewiesen und klar, dass US-Spezialeinheiten in nicht geringem Umfang ständig und aktiv in der Ukraine in den Krieg an der Grenze zwischen der Westukraine und den Volksrepubliken im Donbass und um die Krim herum involviert sind. Das hat Washington jahrelang entschieden bestritten.

„Mission Essential“ ist eine im Auftrag des Staates agierender in Washington ansässiger Auftragnehmer, der vorwiegend im Geheimdienst- und Militärbereich tätig ist. Auf seiner Unterseite „Capabilities“ bietet das Unternehmen auch ausdrücklich Übersetzungs und Dolmetscher-Leistungen an.

Das ist also der „rauchende Colt“, dass die USA eine neue Militärkampagne beginnen wird, wobei sie offenbar mehr auf Sabotage, Spionage und andere g eheimdienstliche Aktionen setzen will. Wir werden also ein Wiederaufflammen des Konfliktes zwischen dem Westen und Russland sehen.

Natürlich werden die westlichen Medien wieder die Schuld bei dem „bösen Russen“ verorten. Nur ist bei klarer Betrachtung die jetzige Lage in der Ukraine für Russland so, dass es ganz gut damit leben kann. Die Fronten haben sich eingegraben, Russland hat mit den Donbass-Volksrepubliken einen loyalen, verteidigungsfähigen Kordon.

Für den Westen/NATO sieht es anders aus. Das Ziel, die NATO bis direkt an die Westgrenze Russlands auszudehnen, ist nicht gelungen. Wirtschaftlich sind die Investitionen in den Maidan, um an die Rohstoffe des Donbassbeckens heranzukommen, gescheitert. Der Westen/NATO hat also ein großes Interesse, das Blatt noch einmal zu wenden, nicht Russland.

Wir werden also in Zukunft die medial aufbereiteten Ergebnisse westlicher Geheimdienstaktionen sehen, um den Westen „kriegsbereit“ zu machen. Oder auch nicht, je nachdem, wie gute die russischen Geheimdienste sind.

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