„Mr. Brexit“ Nigel Farage schmeißt wegen Tommy Robinson das Handtuch

Marilla Slominski

Foto: Collage

„Mr.Brexit“ Nigel Farage hat nach 25 Jahren Mitgliedschaft jetzt seinen Austritt aus der UKIP Partei verkündet. Ihn stört offensichtlich die Richtung, die die Partei mit ihrer Unterstützung von Tommy Robinson eingeschlagen hat. 

Seit Monaten streiten sich der jetzige Parteivorsitzende Gerard Batten und Nigel Farage offen um den Fall Tommy Robinson. Gerard Hatten hatte den Aktivisten und Islam-Kritiker als Berater in Sachen „muslimische Vergewaltigungsgangs“ engagiert. Farage reagierte mit öffentlichen Beschimpfungen in Sachen Robinson und forderte den Rücktritt des Parteivorsitzenden.

Doch der will mit seiner Partei an einer von Tommy Robinson angekündigten Brexit-Demonstration am 9.Dezember- zwei Tage vor der entscheidenden Brexit-Abstimmung- teilnehmen. Zusammen mit dem „rechtsextremen“ Robinson durch die Straßen Londons zu marschieren, werde die Partei zerstören, warnt Farage.

In einem Interview mit Daily Mail macht er seinem Ärger über den „Schläger“ Robinson Luft. „Ich habe immer darauf geachtet, dass keine Rechtsextremen in die Partei kommen dürfen. Ich bin für harte Argumente, wenn es um Fragen wie illegale Einwanderung oder darum geht, was auf dem Mittelmeer passiert – aber immer ohne Rassismus oder Islamophobie.

screenshot YouTube
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Ich kann nicht glauben, dass der jetzige Parteivorsitzende den Mitbegründer der EDL willkommen heißen will. Das Schlimmste ist: Die beiden planen eine Veranstaltung am 9. Dezember und wollen dort zusammen sprechen. Ich weiß was passieren wird – sie wird voll sein mit Skinheads und Leuten, die bis zu den Augenbrauen tätowiert sind. Alle werden betrunken sein bevor sie dort angekommen sind, sich prügeln und wer weiß, was noch. Und dann kommt die Brexit-Abstimmung. Und die wird mit einem Pack rechtsextremer Fußball-Schläger in Verbindung gebracht werden“, wütet Farage völlig außer sich. Er habe 25 jähre seines Lebens au diese Abstimmung hingearbeitet und müsste nu. zusehen wie die Partei böse, rassistisch und extremistisch werde, das breche ihm das Herz, so der 54-jährige Politiker, der die UKIP von 2006 bis 2009 leitete.

In seiner LBC Show, in der er regelmäßig mit Zuhörern spricht, legte er nach: “ Tommy hat eine langjährige kriminelle Geschichte. Er war mehrmals im Gefängnis.Er mag für viele ein Held sein, weil er Dinge ausspricht, die kein anderer wagt, anzusprechen. Aber man kann jemandem wie ihn, mit dem Hintergrund nicht in eine politische Partei aufnehmen“, erklärte Farage seinen Standpunkt.

Tommy Robinson reagierte sofort. Noch während die Sendung lief, griff er zum Handy und rief Farage an, um sich rechtfertigen zu können. Als klar war, wer da am anderen Ende höchstpersönlich mit Nigel sprechen wollte, wurde kurzentschlossen aufgelegt.  „Was ist das für ein Mann, der seine eigene Show nutzt, um über mich Lügen zu verbreiten und alle, die mich unterstützen attackiert und mir dann nicht erlaubt, mit ihm darüber zu sprechen?, fragt Robinson. Farage sei nichts weiter als ein Feigling, so das Fazit von Tommy Robinson.

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