Klimarettung bringt mehr Migranten

Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel

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Wo bitte geht's zum Klima? (Foto: Durch otsphoto/Shutterstock)

Die nächste Weltklimakonferenz naht. Vertreter von fast 200 Ländern der Erde treffen sich diesmal in Polen. Die ärmsten Länder fordern Hilfe zur Klimarettung von den Industrieländern. Ihre Stromversorgung soll weiterhin mit Wind- und Solaranlagen ausgebaut werden. Mit diesem vom Wetter abhängigen Zufallsstrom, den man als FakePower bezeichnen muss,  können keine wettbewerbsfähigen Arbeitsplätze entstehen. Die Folge ist Armut und Abwanderung. Die Weltklimarettung vergrößert die Migration.

Der Mensch ist ein schwaches Wesen. Er leistet gerade einmal 100 Watt. Der Energieertrag von 10 Stunden Arbeit ist eine Kilowattstunde (kWh), die uns heute als Strom in Deutschland etwa 30 Cent kostet. Unser Wohlstand beruht im Wesentlichen auf der Energie aus fossilen Brennstoffen und Kernbrennstäben, die in mechanische und elektrische Energie umgeformt wird. Hinzu kommt noch in geringen Mengen die Wasserenergie aus Flüssen und Stauseen.

In Europa nutzt jeder von uns rund 50.000 kWh Primärenergie im Jahr, weitgehend aus fossilen Brennstoffen. Das ist die Energie aus 6 Tonnen Steinkohle oder 5 Tonnen Erdöl. Durch Umformung in mechanische und elektrische Energie und den Transport zu dem Verbraucher geht viel Energie verloren. Die Nutzenergie liegt etwa bei einem Drittel der Primärenergie.

Energie ersetzt 45 Diener

Jedem steht damit die Leistung von 45 Menschen zur Verfügung. Das heißt, wir leben heute besser als die meisten Fürsten vor 200 Jahren, die nicht so viele Diener hatten. Unser Wohlstand beruht vorwiegend auf elektrischer Energie, die mit einfachen Leitungsdrähten an den Verwendungsort gebracht wird. Strom kann dort in jede andere Energieform umgewandelt werden, also in Licht, in mechanische Energie  für viele Antriebe, in Wärmeenergie zum Kochen und in elektromagnetische Wellen für Funk, Fernsehen und Internet. Aus einer normalen Steckdose können wir die Leistung von 22 Menschen abgreifen. Die meisten Haushalte haben heute über 50 Elektrogeräte. Zählen Sie einmal nach!

Wir erwarten, dass uns Strom jederzeit zur Verfügung steht, wenn wir es wünschen, egal, ob Tag oder Nacht. Das ist nicht einfach. Der Wechselstrom in unserem Leitungsnetz lässt sich nicht speichern. Er muss zum Zeitpunkt der Erzeugung auch beim Verbraucher umgesetzt werden. Doch der Verbrauch schwankt ständig mit dem Ein- und Ausschalten von Geräten. Die Dampfkraftwerke, also die Kern- und Kohlekraftwerke, sind regelbar. Ihre Leistung wird immer dem Bedarf angeglichen. Auch die wenigen Wasserkraftwerke gehören dazu.

Falsche Entwicklungshilfe

In den unterentwickelten Ländern liegt der Energieverbrauch im Jahr bei weniger als 10.000 kWh pro Einwohner und Jahr. Strom gibt es in manchen Bereichen gar nicht. Entsprechend niedrig ist der Lebensstandard. Zum wirtschaftlichen Fertigen braucht man Energie, vor allem elektrische Energie, die jederzeit preiswert zur Verfügung steht. Die Weltklimaretter, die jetzt in Polen zusammenkommen, wollen jedoch die armen Länder mit dem wetterabhängigen Wind- und Solarstrom elektrifizieren, um die Welt zu retten. Der Ökostrom ist dreimal teurer als der planbare Strom aus Kohlekraftwerken. Eine sichere Versorgung ist damit unmöglich, weil es für Strom keine ausreichend großen wirtschaftlichen Speicher gibt. Der wetterabhängige Strom verbessert zwar die Lebensbedingungen der Bevölkerung. Doch mit den ständig und stark wechselnden Leistungen ist eine wettbewerbsfähige Fertigung nicht möglich.

So bleiben die Länder weiter arm und abhängig vom Ausland. Profiteure sind die Weltklimaretter, die den Weltklimafonds kontrollieren, die Industrieländer, die am Bau der Ökostromanlagen kräftig verdienen und die Führungsschicht der armen Länder, die von den Hilfsgeldern einen kräftigen Strom in ihre Taschen leiten.  Das Volk selbst bleibt arm.

Internet und FakePower fördern Migration

Mit dem Internet gibt es heute eine weltweite Kommunikation in Echtzeit. Es locken die Industrieländer mit hohem Lebensstandard, während in dem eigenen Land wegen des unzureichenden Stromangebotes keine Entwicklungsmöglichkeiten gegeben sind. Hinzu kommt noch ein schnelles Anwachsen der Bevölkerung, weil eine Kinderplanung in vielen Ländern ein Tabu ist oder die Kenntnisse dazu nicht ausreichend vermittelt werden. So machen sich immer mehr Menschen aus den unterentwickelten Ländern auf, um in Ländern, die besser mit Energie versorgt sind, zu überleben. Die Forderungen des Weltklimarates und die daraus entstandenen Hilfsmaßnahmen,  nämlich die unterentwickelten Länder ausschließlich mit Ökostrom zu versorgen, vergrößern die Zahl der Immigranten in die Industrieländer.

In den Aufnahmeländern nutzen die Immigranten das Energieangebot. Der Energiebedarf steigt, statt nach selbst gesteckten Zielen zu sinken. Die Immigranten haben den deutschen Energiebedarf seit 2015 um mehr als ein Prozent erhöht. Das ist die Energie aus 4 Millionen Tonnen Kohle jährlich.

Mit konventionellen Kraftwerken gibt es keine Wirtschaftsemigranten

Wenn verlässlicher und preiswerter Strom zur Verfügung steht, wächst der Lebensstandard, und die Menschen verlassen  ihre Heimat nicht. Das beste Beispiel dafür ist China, das Land mit der größten Bevölkerung auf der Erde. Dort wird seit gut zwanzig Jahren die Stromversorgung mit Kohlekraftwerken ausgebaut. Jede Woche geht ein neues Kohlekraftwerk ans Netz. Hinzu kommen Kernkraftwerke. Insgesamt ist der Bau von 250 Kernkraftwerken geplant. Pro Einwohner werden heute rund 30.000 kWh jährlich verbraucht. Damit kommt China bereits den Industriestaaten nahe. Wirtschaftsemigranten aus China gibt es schon lange nicht mehr.

Dies steht nicht im Widerspruch zu Chinas Unterstützung der weltweiten Klimapolitik. Denn China gilt immer noch als Entwicklungsland und darf daher weiterhin Kohlenkraftwerke bauen. Gleichzeitig profitiert das Land von Wind- und Solaranlagen, die China fertigt und die vom Weltklimafonds finanziert werden. Der Klimafonds soll jährlich 100 Milliarden Dollar von den reichen Ländern und der Wirtschaft einsammeln für den Kampf gegen die angebliche Erderwärmung. Er wird nicht demokratisch kontrolliert.

Wir müssen wohl die Aktionen für die Weltklimarettung überdenken und alle Folgen kalkulieren. Die Welt gerät aus den Fugen durch ideologische Aktivisten, die vorgeblich die Welt retten wollen,  aber durch Ihre Aktionen letztendlich die Welt zerstören.

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