Tommy Robinson: Die ganze Wahrheit über den „unschuldigen, verprügelten“ Flüchtlingsjungen Jamal

Marilla Slominski

screenshot MailOnline
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Ein 15-jähriger syrischer Flüchtlingsjunge wird von seinem Klassenkameraden zu Boden geschubst und kurz am Hals gepackt. Der „Angreifer“ spritzt ihm einige Tropfen Wasser aus einer Flasche ins Gesicht. Das Opfer steht auf und verläßt, offenbar unverletzt, die Szene. Das Video über den “ brutalen rassistischen Angriff“ ist seit Tagen Top-Thema der britische Presse und bewegt die Nation. Jetzt mischt sich Tommy Robinson in die Mitleidsdebatte ein und behauptet, der „arme Jamal“ sei gar nicht so unschuldig wie dargestellt. Die Presse dreht – wieder einmal – frei.

Bereits am 25.Oktober soll die Attacke auf Jamal stattgefunden haben, erst jetzt geht das Video viral, wird millionenfach angesehen und beschäftigt mittlerweile Journalisten in Kanada, der Türkei und in den USA. Für alle ist klar: Hier wird ein völlig wehrloser, unschuldiger, kleiner Flüchtlingsjunge angegriffen und schwer misshandelt – sogar von der Foltermethode „Waterboarding“ ist die Rede. „Ich fühle mich nicht sicher in der Schule“ wird „Opfer“ Jamal zitiert. Er habe Albträume. Der Direktor der Almondbury Community  Schule im nordenglischen Huddersfield nimmt den Vorfall „sehr ernst“, dieses Verhalten sei „inakzeptabel und werde nicht toleriert“, erklärt er. Schnell wird ein Spendenkonto für Jamal und seine Familie, die vor zwei Jahren eingewandert ist und aus Homs stammen soll,  eingerichtet.

Nun mischt sich auch noch der allseits verhasste Tommy Robinson ein und erklärt auf Facebook, Jamal habe zuvor in der Unterrichtsstunde dem ein Jahr älteren britischen Jungen gedroht, ihn mit dem Messer zu attackieren. Daraufhin habe der sich in der Mittagspause gewehrt. Außerdem hätte Jamal zusammen mit drei muslimischen Mädchen eine britische Schülerin grün und blau geschlagen – sogar ein Hockey-Schläger soll zum Einsatz gekommen sein. Er habe die Fotos des schwer verletzten Mädchens gesehen und mit der Mutter gesprochen. Robinson untermauert seine Aussagen mit einem Facebook-screenshot, in dem die Mutter über die Prügelattacke und Jamals Beteiligung spricht. Er soll ihre Tochter in den Kopf gebissen haben. Das Mädchen traut sich seitdem nicht mehr in die Schule, so die Mutter.

(screenshot Facebook)
Von drei muslimischen Mädchen verprügelt und von Jamal gebissen – das Opfer (screenshot Facebook)

Das Video von Tommy Robinson zu dem Thema ist inzwischen gesperrt worden. Auf seiner Facebook Seite sind aber diverse Einträge zu sehen, die seine Erzählung stützen. Der „brutale“ 16 Jahre alte Brite muss inzwischen um sein Leben fürchten. Korangläubige haben geschworen, ihn bei nächster Gelegenheit „abzustechen“.

„Mein Bruder ist niemand, der andere tyrannisiert und der syrische Junge nicht so unschuldig, wie getan wird“, behauptet laut MailOnline auch der Bruder des „Teenager-Rassisten“.

Die britische Presse ist angesichts der Geschichte, die ihr da um die Ohren fliegt, außer sich und kreischt hysterisch „Fake-News“. Die Mutter habe ihre Aussage inzwischen relativiert, Tommy Robinson habe sie falsch verstanden, ihr Facebook Account sei gelöscht. Kein Wunder, entgegnet Robinson, sie habe schlicht und einfach Angst, sie werde bedroht – und damit sei sie nicht allein.

screenshot Facebook
Mutter eines verprügelten Mädchens beschuldigt Jamal (screenshot Facebook)

Viele andere britische Eltern hätten sich inzwischen an ihn gewandt und ihm vom Schicksal ihrer Kinder berichtet, die von muslimischen Gangs und Schülern attackiert und geschlagen werden. Doch das würde niemanden, weder die Schulleiter, die Presse oder gar die Polizei interessieren. Von diesen Fällen könne man in der Presse, die nicht müde wird, in nahezu jedem Artikel auf Robinsons „richtigen“ Namen Stephen Yaxley-Lennon hinzuweisen, um seine Glaubwürdigkeit zu untergraben, nichts lesen.

Eltern hätten sich sogar an die Presse gewandt, doch die habe es abgelehnt zu berichten, das würde für das betroffene Kind alles nur schlimmer machen, erzählt Robinson. Seine 11-jährige Tochter sei vier Monate lang bedroht worden und sei total verängstigt. Er habe Besuch von der Polizei bekommen, weil er vor der Schule auf sie gewartet habe. Der Vorwurf: Er würde dem muslimischen Jungen auflauern, erzählt ein Vater.

Für den „schwer misshandelten“ Jamal wurden inzwischen laut Washington Post mehr als 150.000 Dollar, rund 130.000 Euro, gespendet. Er und seine Familie bekämen Unterstützung von Polizei und anderen Behörden. Die Familie werde beschützt, berichtet ExaminerLive.

Der britischen 16-Jährige muss sich demnächst vor dem Jugendgericht verantworten. Er soll Großbritannien zusammen mit seiner Mutter verlassen haben, nachdem die Familie aus dem ganzen Land Morddrohungen von Muslimen bekommen hatte.

Der Anwalt von Jamals Familie hat angekündigt, gegen Tommy Robinson wegen seiner Behauptungen gerichtlich vorzugehen.

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