Dank „Naturschutzbehörde“ hatte Pferdeschänder leichtes Spiel

Symbolfoto: Von Mihai Stanciu/Shutterstock

Flörsheim – Wieder hat eine Pferdeschänder unbarmherzig zugeschlagen. Doch diesmal nicht im abgelegenen Westerwald, sondern im hochfrequentierten Rhein-Maingebiet mit entsprechender „Infrastruktur“, auf dem Außengelände eines Reiterhofes in Flörsheim zwischen Wiesbaden und Frankfurt. Das Opfer eine junge Lewitzer Stute. Das Tier wurde nicht nur mutmaßlich geschändet, sondern auch vorsätzlich mit einem Seil stranguliert. Dass der oder die Täter überhaupt auf das Gelände des Reiterhofes Falkenberg vordringen konnte, ist vor allem den Beamten der grünen „Naturschutzbehörde“ zu verdanken. Ein bereits installierter, bewährter Sicherheitszaun, der den so genannten „Offenstall“ jahrelang geschützt hat, musste auf Geheiß der Amtsschimmel wieder abgebaut werden. Mit fatalen Folgen.  

Wie die hessenschau und echo-online berichtet, wurde das Pony in der Nacht zum Mittwoch vorsätzlich getötet. Nach ersten Ermittlungen der Polizei war die Stute so fest am Zaun des Außenstalls festgebunden worden, dass sie stranguliert wurde. Darüber hinaus wurden Verletzungen – Messerschnitte – im Afterbereich des Pferdes festgestellt. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich jemand an dem Tier vergangen habe, teilte ein Polizeisprecher dem HR mit.

Wie der Sender weiter berichtet, trifft die abscheuliche Tat den Reiterhof Falkenberg in einer ohnehin schwierigen Situation. Der Hof stehe zum Verkauf, die Zukunft seit ungewiss. Dazu geht jetzt die Angst bei den Reitern um, dass es zu weiteren perversen Attacken kommt. Zur Trauer und dem Schock schlägt auch der materielle Verlust zu Buche. Laut Polizeiangaben, ein mittlerer, bis hoher vierstelliger Betrag. „Wir haben immer gedacht, das ist weit weg. Jetzt ist es bei uns“, kommentiert Falkenberg-Pächter Wolfgang Mitter im Gespräch mit echo-online das Verbrechen auf seinem Hof.

Bei der Suche nach dem Täter tappt die Polizei im Dunklen. Der Reiterhof am Stadtrand von Flörsheim ist ein viel frequentiertes Gelände, das nicht nur von Pferdefreunden, sondern auch von Wanderern und Spaziergängern aufgesucht wird. Die Möglichkeiten einer sinnvollen Überwachung – etwa durch anspruchsvolle Technik sind begrenzt. Eine einfache Lösung haben grüne Weltverbesserer bereits zu Nichte gemacht.

Beim Bau des Reiterhofes war zum Schutz der Pferde ein Zaun aus Drahtstabmatten errichtet worden, der auch den Bereich des Offenstalls abschirmte, in dem die Tat geschah.

Wie Pächter Mitter echo-online mittelte, habe dieser bewährte 600 Meter lange Zaun auf Anweisung der Unteren Naturschutzbehörde wieder demontiert werden müssen. Ersetzt wurde er durch einen leicht zu überwindenden Koppelzaun mit drei hölzernen Querriegeln.

Pferdeschändung ein „Umweltdelikt“

Zuständig für den Fall ist das „Kommissariat für Umweltdelikte“ in Hattersheim. Es hat laut echo die weiteren Ermittlungen übernommen und ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Hinweisgeber, die in der Nacht zum Mittwoch verdächtige Beobachtungen im Bereich des Pferdehofes gemacht haben, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 06192-20790 zu melden.

Interessant wären sicherlich auch Recherchen im Radius von einem Kilometer. Nicht selten kommt es vor, dass Täter in nicht weit entfernter Nachbarschaft wohnen. (KL)

 

 

 

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