Böse Gerüchte über den Mann hinter dem Pakt

Foto: Screenshot/Youtube

Das ist der Mann,.der die Vorlage für den umstrittenen Migrationspakt lieferte“, so betitelte der FOCUS gestern seinen Artikel über den Portugiesen Antonio Guterres.

António Manuel de Oliveira Guterres, der seit 2005 als Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen an der Spitze des UNHCR stand amtiert seit dem Jahreswechsel 2016/17 als Generalsekretär der Vereinten Nationen. Ein Bericht des UN-Chefs vom vergangenen Jahr unter dem Titel „Migration zum Nutzen aller gestalten“ wirkt wie ein Ideenpapier für den Migrationspakt – tatsächlich erklärt Guterres dort „Vorschläge“ für die UN-Mitgliedsstaaten „zur Ausarbeitung eines globalen Paktes“.

Der FOCUS-Beitrag, der diesen „humanistischen“ Hintergrund des sozialistischen Welt-Politikers ausleuchtet, gibt sich „investigativ“ – aber er ist es nicht. Nicht wirklich. Denn der Autor „vergisst“ ein Detail, welches Guterres noch heute auf den Zehen drückt und ihn trans- wie supranational  erpressbar machen könnte. Es geht um den Verdacht, daß er in die schlimmste Kindsmissbrauchserie der portugiesischen Geschichte verwickelt war.

Hintergrund ist der Fall Casa Pia, ein Waisenheim im Zentrum von Lissabon, das Prominenten über viele Jahre als Zuführbordell diente.  Ärzte fanden bei über 100 der hier untergebrachten Kindern, die meisten zwischen 10 und 13 Jahre alt, einige darunter taub oder anders behindert, schwere physische Verletzungen auf Grund extremen Missbrauchs. Bildaufnahmen der Taten wurden von einem Kinderpornoring vertrieben.  Im längsten Prozess der Landesgeschichte wurden Jahre darauf ein ehemaliger Botschafter, ein bekannter Showmaster, ein Großunternehmer, ein Arzt, Anwälte und andere wegen Vergewaltigung von Kindern zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Nur: der Mißbrauchfall hatte erheblich mehr Verdächtige als Verurteilte.

Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb am 4. Oktober 2010 unter der Schlagzeile „Prominente Kinderschänder“: „In Portugal gilt als ausgemacht, dass der (verurteilte) Ring weit mehr Personen umfasste. Im Laufe der Jahre fielen Namen von Ex-Ministern, anderen Politikern und weiteren TV-Stars.“

In Wikipedia liest man unter dem Schlagwort „Casa Pia Missbrauchsskandal“: „Eine besondere Brisanz hat der Fall in Portugal, da Politiker und andere bekannte Personen des öffentlichen Lebens angeklagt waren, darunter … der ehemalige Arbeitsminister Paulo Pedroso und der ehemalige Premierminister António Guterres.“ Letztere wurden im Zuge der Ermittlungen polizeilich abgehört, der von mehreren Zeugen beschuldigte Pedroso sogar vorübergehend verhaftet . Guterres trat kurz vor Bekanntwerden des Skandals überstürzt von seinem Premier-Posten zurück. Wurde er erpresst?

Wie Guterres verließ auch der Sozialistische Partei-Chef, Eduardo Ferro Rodrigues, Monate bevor die Missbräuche in die Medien kamen, die Regierung, wo er als Minister amtierte. Die Wochenzeitung Expresso berichtete später, daß vier Kinder ausgesagt hätten, Rodrigues am Ort der sexuellen Mißbräuche gesehen zu haben. Er kam schadlos aus dem Prozess und übernahm danach wichtige transnationale Posten im Europarat und als OECD-Botschafter.

Sicher ist: Das Auffliegen lassen eines Kinderschänderrings mit politischer Verbindung – man vergleiche die Fälle Dutroux, Sachsensumpf und Kincora – ist ganz sicher eine Karte, die im diplomatischen Nahkampf zwischen Staaten ausgespielt wird. Mit den internationalen Beziehungen zwischen Europa, den USA und Rußland steht es derzeit nicht zum Besten.

 

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