Merkels „Fachkräfte“: Selbst Mülltonnen sind schon eine Herausforderung

Symbolfoto: Von Sergio Shumoff/Shutterstock

Frankfurt – Deutschland braucht dringend Fachkräfte, und da kommen anscheinend Flüchtlinge gerade recht, um den Mangel zu beheben. Nun macht eine Reportage der hessenschau drastisch deutlich, dass selbst für einen Akademiker aus dem Irak ein Job bei der Müllabfuhr schon eine echte Herausforderung ist, der große Rest ist sogar für diese einfache Tätigkeit denkbar ungeeignet.  In Frankfurt haben gerade mal zehn Prozent der Asylsuchenden eine Arbeit gefunden.

„Die Frankfurter Müllabfuhr sucht händeringend Fahrer und Ladehelfer. Und viele Flüchtlinge in Frankfurt suchen Arbeit. Das will die Stadt jetzt zusammenbringen und bildet Flüchtlinge zu Müllwerkern aus. Die ersten Erfahrungen der Stadt sind gut, doch bisher machen nur wenige Flüchtlinge mit.“  berichtet die hessenschau und liefert auch gleich die Gründe mit warum das so ist.

Flüchtlinge in Arbeit zu bringen, sei schwer, klagt Frankfurts Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). Gerade mal zehn Prozent der Frankfurter Asylsuchenden gegen einer bezahlten Tätigkeit nach. Der Grund: Zu geringe Bildungsvoraussetzungen.

Selbst wenn ein Flüchtling sechs Jahre in Afghanistan oder Eritrea zur Schule gegangen ist, muss man davon ausgehen, dass er noch nicht die Kompetenzen erworben hat, die ein Frankfurter Grundschüler in der ersten Klasse erwirbt, gibt die Sozialdezernentin zu bedenken. Selbst eine „Karriere bei der Müllabfuhr ist kein Selbstläufer“ Die Arbeitsschutz-Unterweisung sind mit Fachwörtern gespickt: Warnweste, Eigenschutz und Notausschalter – all diese fremden Vokabeln mussten sich die Neuzugänge bei der Frankfurter Müllabfuhr aneignen. Und dann kommt noch der LKW-Führerschein.

Einer der Auszubildenden, Achmed D. aus dem Irak, ist immerhin Akademiker. Er hat in seinem Heimatland Wirtschaftswissenschaft studiert. Mit der Sprache hat er keine Probleme, aber körperlich fordere ihn die Arbeit enorm.  Die Mülltonnen seien oft schwer und stünden im Keller. Die müsse er über die Treppe hinauf schaffen – und nach der Leerung wieder zurück. Ein Ladehelfer verdient er rund 2.500 Euro brutto im Monat. Dafür musste er schon eine Prüfung bestehen, die so genannte Arbeitsschutz-Unterweisung. Viele Vorschriften hat er gebüffelt, auf Deutsch natürlich. Jetzt will er noch den Müllwagen-Führerschein machen, ebenso wie fünf weitere Migranten, die bei dem städtischen Versorgungsunternehmen ihre Ausbildung absolvieren. Laut hessenschau für die FES ein Glücksfall, denn die sucht händeringend Fahrer und Lader. Gleichzeitig sind die fünf Vorzeigemigranten aber auch eine ernüchternde Botschaft. Was wird aus den 90 Prozent, die selbst für Mülltonnen-Leerungen zu faul, zu schwach oder zu „ungebildet“ sind? Und Merkel samt Blockpartien wollen in einmütiger Untergangsstimmung die Schleusen für den größtenteils bildungsfernen Bevölkerungsüberschuss noch weiter öffnen. Als Beschäftigungstherapie für überlastete Polizisten? (KL)

 

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