Gehirnwäsche in der Schule: Kinder sollen mehr über Werte lernen

Schulklasse (Foto: Durch Monkey Business Images/Shutterstock)
Schulklasse (Foto: Durch Monkey Business Images/Shutterstock)

Im SPIEGEL wurde das Ergebnis einer Lehrer/Eltern-Umfrage von forsa veröffentlicht. Es ging um die gewünschte Gewichtung von zukünftigen Bildungsinhalten. Die „Förderung der Heimatverbundenheit“ steht dabei an letzter Stelle von insgesamt 14 Punkten.

Der Unterricht sei zu unflexibel; es gebe zu wenig Zeit, heißt es.  Eltern und Lehrer fordern daher mehr schulischen Freiraum, damit Kinder neben Latein und Physik die wirklich wichtigen Dinge erlernen.

Dabei handele es sich um die Achtung der Menschenrechte, eine verbesserte Konfliktfähigkeit, das Erlernen sozialer Kompetenzen sowie eigenverantwortlichen Handelns und das selbstständige Lernen. Alle diese Fähigkeiten würden Kindern und Jugendlichen in der Schule nur mangelhaft vermittelt, wie eine Studie im Auftrag des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) ergeben hat. Lehrer müssten mehr Flexibilität und Zeit haben, diese Themen im Unterricht zu vertiefen.

Die untenstehenden Zahlenreihen geben die Zustimmungswerte von Eltern und Lehrer zu bestimmten Aussagen wieder. Die vordere Tabelle zeigt die Zustimmungswerte bei Eltern, die hintere diejenigen der Lehrer.

 

Eigenverantwortliches Handeln 96 98
Förderung des selbstständigen Lernens 94 94
Erwerb sozialer Kompetenzen 93 98
Förderung der Persönlichkeitsentwicklung 92 95
Erwerb von Konfliktfähigkeiten/der friedliche Umgang mit Konflikten 92 95
Anerkennung gesellschaftlicher Grundwerte 92 97
Achtung der Menschenrechte 91 97
Vorbereitung auf das zukünftige Leben 91 92
Schaffung von Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt 89 94
Einüben von Toleranz 86 97
Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern 83 91
Orientierung an der freiheitlich-demokratischen Grundordnung/ Demokratieerziehung 82 95
Orientierung an Leistungsfähigkeit 61 59
Förderung der Heimatverbundenheit 45 30

 

Von der Wissensvermittlung zur Wertevermittlung

Das Umfrageergebnis ist ein schockierender Beleg dafür, wohin es mit der deutschen Wissensgesellschaft gehen soll. Zukünftige Deutsche sollen nicht mehr durch Forschung und Lehre weltberühmt werden, sondern über ihr Wertebewußtsein. Die Schule soll eines schaffen, obwohl das eigentlich Gegenstand der elterlichen Erziehung wäre. Was früher noch in den Fächern Ethik und Religionslehre vermittelt wurde, soll nun den gesamten Lehrplan durchdringen.

Man müsste sich nicht wundern, wenn „Deutscher“ in wenigen Jahrzehnten das international gebräuchliche Synonym für „doktrinärer Ignorant“ geworden sein sollte. Besonders fragwürdig ist die Förderung einer „Anerkennung gesellschaftlicher Grundwerte“. Gegen die Vermittlung von Kenntnissen des Grundgesetzes und seiner Anerkennung hätte hingegen niemand Einwände erhoben.

Die Schulen sind ganz offensichtlich dabei, sich endgültig gar in reine Indoktrinationsanstalten zu verwandeln. (ME)

 

 

Loading...