Die Angst geht um in Kirchheim: „Unübliche Häufung“ von Überfällen

Straße bei Nacht (Symbolbild: shutterstock.com/Von Bruno Passigatti)
Straße bei Nacht (Symbolbild: shutterstock.com/Von Bruno Passigatti)

Baden-Württemberg/Kirchheim – Nach „unüblichen Häufung von Überfällen“ in den vergangenen Wochen fühlen sich die Teckheimer Bürger verunsichert. Der gut gemeinte Ratschlag der örtlichen Polizei sind vom Format „Eine-Armlänge-Abstand“ oder „Alles wird gut, wen wir uns ganz fest an den Händen fassen“.

Es gibt immer mehr Kirchheimer, die es vorziehen, nicht mehr zu Fuß unterwegs zu sein, vor allem jetzt in der dunklen Jahreszeit. Grund dafür sei laut dem Teckboten nicht einfach nur Ängste, die man von außen schnell als unbegründet abtun könnte. Grund dafür sind aktenkundige Fälle von Übergriffen, die sich in den vergangenen Wochen ereignet haben – mitten in Kirchheim.

In Kirchheim müsse man nicht erst nach Freiburg schauen. Auch hier sei es in den vergangen Tagen zu Übergriffen auf Frauen gekommen, so auch das Resümee des Sicherheitsberichts des Polizeioberrats Fabian Mayer im Polizeirevier Kirchheim. Man wolle gar nicht um den „heißen Brei“ reden. Die Zahlen der Statistik werden über jenen von 2017 liegen. Was nächtliche Vorfälle betrifft, von denen nicht nur Frauen betroffen waren, sprach der Revierleiter Meyer – bei allem Verständnis für die Lage der Opfer – von einer „unüblichen Häufung“. 46 Prozent aller Straftaten seien von nicht-deutschen Tatverdächtigen begangen worden. „Das ist ein Wert, der für eine Stadt wie Kirchheim relativ normal ist“, stellte Mayer fest.

SPD-Stadtrat Walter Aeugle sah das völlig anders. Er finde es nicht „normal“, weil es nicht dem Anteil an der Bevölkerung entspricht.“ Der Begriff „normal“ beziehe sich nur auf die statistischen Vergleichswerte, meinte der Revierleiter wiederum und fügte hinzu: „Der Anteil ist überproportional, das ist richtig.“ Zurückzuführen sei das oft auf das Bildungs- und Einkommensniveau und auf ein entsprechendes Umfeld, in dem Kriminalität stärker verbreitet sei, so die aberwitzige Erklärung.

Mayer versprüht deshalb, nach dem Sicherheitsgefühl der Kirchheimer befragt, Optimismus und empfiehlt jedem Einzelnen:„Zivilcourage zeigen, aufmerksam sein, sich gegenseitig helfen – ohne sich selbst dabei in Gefahr zu bringen. Vor allem aber sollte man trotzdem rausgehen. Wenn alle zuhause bleiben, sind irgendwann nur noch die zwielichtigen Gestalten unterwegs.“ (SB)

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