Birmingham: Bürgerwehr gegen ausufernde Gewalt

Symbolfoto:Von LedyX/shutterstock
Symbolfoto:Von LedyX/shutterstock

Im britischen Birmingham hat sich angesichts der Gewalt auf den Straßen vor wenigen Wochen eine Bürgerwehr gegründet. Innerhalb von nur wenigen Stunden schlossen sich mehr als 1500 Menschen der Facebook-Gruppe an. Nun ist die Aufregung in den Medien groß. Britische Medien wie The Sun, können es sich nicht verkneifen, die Gruppe abschätzig als „Mob“ zu bezeichnen. 

Vor drei Wochen gründete der 47-jähriger Hochschullehrer Wayne aus Solihull, einer Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern, die zu Birmingham gehört, die Gruppe „We Stand Determined“. Wayne und seine Freunde Tracy and Michael, die ihre Identität aus Angst vor Kriminellen nicht preisgeben wollen, haben es sich zum Ziel gesetzt, das „gesetzlose Großbritannien“ mit der täglichen Gewalt zu konfrontieren. Die Idee sei ihnen gekommen, nachdem ein gemeinsamer Freund zu Hause von mit Hammer bewaffneten Dieben angegriffen worden sei, berichtet MailOnline.

Jeder Vorfall kann der Gruppe gemeldet werden, deren Mitglieder auch Ansprechpartner für Opfer von Gewalt sein wollen.

Man habe angesichts der ausufernden und ständig steigenden Gewalt das Vertrauen in die Polizei verloren, so Initiator Wayne. Die Polizei allein werde mit der Situation nicht mehr fertig und würde zuwenig auf der Straße präsent sein, so der Hochschullehrer.

Nachdem die ursprünglich 400-köpfige Gruppe Anfang der Woche in die Schlagzeilen geriet, war sie innerhalb von nur 24 Stunden bereits auf 1500 Mitglieder angewachsen. „Wir sind hin und weg. Wir haben nicht mit einer so großen Unterstützung gerechnet. Wir haben jetzt Mitglieder aus allen Ländern: aus Deutschland, Australien, China und den Jungferninseln“ freut sich Wayne.

Die Mitglieder von ‚We Stand Determined‘ patrouillieren nun zweimal pro Woche auf den Straßen von Birmingham und betonen, dass sie keine Gewalt anwenden würden. Sie wollten mit der Polizei zusammenarbeiten und nicht gegen sie, erklärt die Gruppe.

„Die Menschen brauchten jemanden, an den sie sich wenden können. Jemanden, der ihnen zuhört und sie zu Hause besucht, wenn sie Angst um ihre eigene Sicherheit haben“, erklärt Wayne.

„Wir sind zwar eine Bürgerwehr, doch wir arbeiten innerhalb des Gesetzes und nicht dagegen. Unsere Gruppe ist der Ort, an dem die Gemeinde zusammenkommt, um Verbrechen zu protokollieren, zu kommentieren und Straftaten in der Region zu stoppen.“

Die Gruppe hat noch viel vor. Als nächstes wollen sie einen „Kumpel-Service“ für ältere Menschen und Selbstverteidigungskurse für alle, die sich selbst schützen wollen, organisieren.

Nach der „Blutbad“-Hauptstadt London hat auch Birmingham mit der wachsenden Zahl von Messeropfern, Schießereien und Morden zu kämpfen. Insbesondere in Solihull stieg in diesem Jahr die Zahl der Verbrechen steil an. In Großbritannien ist die Polizei landesweit von Budgetkürzungen betroffen und unterbesetzt. (MS)

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