Undank ist der Junge Lohn: AfD will erfolgreiche Kandel-Aktivistin feuern

Foto: Screenshot/Facebook

Mainz – Die Meldung schlug ein wie eine Bombe. Die AfD Rheinland-Pfalz will ihre erfolgreichste Politikerin und ehemalige Vize-Vorsitzende Christiane Christen feuern. Grund: Angebliche Kontakte zur NPD während der Großkundgebung „Kandel-ist-überall“, die unter anderem von Christen maßgeblich organsiert wurde. Auch der Slogan entspringt ihrer Feder.

Während die eigene Partei, allen voran Landesvorsitzender Uwe Junge mutlos vor dem Mainstream Medien kuschte, und sich in Sachen Migrantengewalt zum Beispiel im „Fall Mia“ nur zögerlich aus der Deckung traute und im Fall Susanna den freien Bündnissen hinterher dackelte, organisierte die couragierte Christen zusammen mit den AfD-Abgeordneten von Baden-Württemberg Christine Baum, Carola Wolle und anderen mutigen Mitstreitern die größte Demonstration gegen Merkels Flüchtlingspolitik, die jemals auf westdeutschen Boden stattfand.

Dieses historische Ereignis, dass sogar einen politischen Umschwung und damit Aufschwung für die AfD einleitete, wird der Kandel-ist-überall-Frontfrau nun zum Verhängnis. Wie der Wiesbadener Kurier berichtet, wird ihr „eine Kooperation mit dem früheren NPD-Landesvizevorsitzenden Sascha Wagner im Zusammenhang mit der Protestbewegung «Kandel ist überall» vorgeworfen. Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet. Merkwürdiger weise findet man keine Spuren dieser Medienberichte im Netz, nur einen Artikel des Pfalzexpress, der unter einigem „rechten Beifang“ auch Sascha Wagner nennt. Als einfacher Demonstrant. Wer sich im Demorecht auskennt weiß, dass man niemand verbieten kann, irgendwo mitzulaufen. So auch im oben genannten Fall.

Jungs Kabale – zwei Fliegen mit einer Klappe

Die Gründe liegen woanders und hier liegt die Mainzer Allgemeine gar nicht so falsch: „Im nächsten Jahr kommen auf die AfD Situationen zu, die für die junge Partei neu sind: In Ostdeutschland kommt es zu Wahlen, bei denen die AfD erstmals was zu verlieren hat. Außerdem droht eine flächendeckende Beobachtung durch den Verfassungsschutz.“

Es ist also der Druck von außen, der den mutlosen Oberst A.D. nun brav über das Stöckchen springen lässt und buchstäblich zum „vorauseilenden Gehorsam“ antreibt. Hinzu kommt mutmaßlich gekränkte Eitelkeit, denn wie die Zeitung weiterschreibt, hat es zwischen dem unbeweglichen Parteisoldaten und der engagierten Rebellin schon „mehrfach gekracht“

Da ist von „öffentliche Polemik, Verleumdungen und Schmähkritik an der Arbeit der Landespartei und der Fraktion“ die Rede. Weiterhin wirft Junge Christen vor sie habe „den Parlamentarismus an sich sowie Beamte und Staatsdiener pauschal verächtlich gemacht“. Die Entscheidung, Christen auszuschließen, sei vom Landesvorstand einstimmig getroffen worden.

Der Ausschlussantrag im Wortlaut: „Der Vorstand sehe es als erwiesen an, dass sie mit dem bundesweit bekannten NPD-Spitzenfunktionär Sascha Wagner politisch systematisch kooperiert habe. Im Rahmen dieser Kooperation habe sie Veranstaltungen gegen den Willen der jeweiligen Ortsvereine durchgeführt.“

Im Klartext: Junge hat die Großdemos in Kandel von Anfang an verhindern wollen und schiebt jetzt sogar die untätigen trägen Ortsvereine vor, um eine unbequeme Funktionärin loszuwerden, wohl wissend um die Tatsache, dass seit Frühsommer überhaupt keine Demos von Kandel-ist-überall in dem Kleinstädtchen durchgeführt werden. Und selbst wenn, hat Christen auch als Privatperson jederzeit das Recht, eine Demo anzumelden wo immer sie will. Christen ist ein klassisches Bauernopfer. Aber der Schuss könnte nach hinten losgehen. Denn der Krieg, den der Oberst gegen die Frau mit Zivilcourage führt, hat wie die Mainzer Allgemeine Zeitung schreibt zu „heftigen Reaktionen der Mitglieder in sozialen Foren geführt.“

Vielen AfD-Mitgliedern missfällt, dass Kundgebungen wie „Kandel ist überall“ diskreditiert werden. Schließlich hätten AfD-Anhänger die Demo organisiert, nachdem in dem pfälzischen Ort eine 15-Jährige von ihrem afghanischen Ex-Freund, ermordet wurde.

Sie vermuten daher nicht zu Unrecht einen Richtungsstreit in der AfD:

„Es gibt Mitglieder, denen der parlamentarische Weg der Partei zu lange dauert und zu wenig bringt. Sie wollen über „die Straße“ Menschen mobilisieren und eine Anti-Stimmung gegen „das System“ zu schaffen.“ Auch diese Stimmen braucht der Partei-Oberst, wenn er nicht bei der Rheinland-Pfälzischen Kommunalwahl 2019 sein persönliches Waterloo erleben will.

Entsetzen über Rausschmiss in Baden Württemberg

Mit Entsetzen hat Christens Mitstreiterin die Baden-Württembergische Landtagsabgeordnete Christina Baum auf den Ausschlussantrag der Rheinland-Pfälzischen AfD reagiert. Auch sie sieht in der AfD einen Richtungsstreit, der vor allem auf Kosten der Meinungsfreiheit ausgetragen wird. Da sich ähnliche Entwicklungen überall abzeichnen, hat sie und ihre Mitstreiter eine sogenannte „Stuttgarter Erklärung“ herausgegeben. Da heißt es unter anderem:

„Die Feigheit und der Verrat an den Interessen unseres Landes durch die regierenden Politiker ist schwer genug zu ertragen. Lähmend aber wirkt das Gift jener, die sich als Mitstreiter ausgeben, tatsächlich aber die Waffen unseres politischen Gegners benutzen und ihm damit in die Hände spielen. Im Glauben an die gute Sache und im Vertrauen auf die Integrität und Aufrichtigkeit der gewählten Vorstände folgen unsere Parteimitglieder den Anweisungen der Vorstände und sind dann manches Mal sogar bereit, verdiente Mitglieder zu opfern, weil ihnen eingeredet wird, dass nur so der dringend notwendige Erfolg der AfD befördert werden könne.“

Dies sind sogar prophetische Worte, denn der Aufruf wurde bereits vor zwei Wochen verfasst, als der Ausschlussantrage gegen Christen noch in der Schublade lag. Am Ende wird sich so mancher Wähler fragen, ob eine Partei, die sich vom politischen Gegner die Marschrichtung diktieren lässt, wirklich eine Alternative ist. (KL)

 

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1 Kommentar

  1. Liebe AfD ihr macht Euch zu Idioten des Mainstream! Kontakte zur NPD, was denn für Kontakte, dass man miteinander redet?
    Grüne, Linke SPD, kein Mensch regt sich über deren Kontakte zu linken Chaoten, Gewalttätern und zur AntiFa auf.
    Wenn ihr diese Frau bestraft, freuen sich zwar die anderen Parteien, aber glaubt nicht , dass sie dann aufhören euch weiter zu diffamieren und auszugrenzen.

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