Fall Marcus H.: Spott über Opfer

EIN PROZENT

Totgeprügelt (Bild: Ein Prozent)
Totgeprügelt (Bild: Ein Prozent)

Das Warten hat ein Ende: Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft im Fall Marcus H. nun doch endlich Anklage erhebt. Zu Recht: Der mutmaßliche Täter, Sabri H., schockiert mit seiner Ignoranz gegenüber dem toten Wittenberger – er kennt nicht einmal mehr dessen Namen.

Verschiedenste Medien, darunter die „Bild“-Zeitung, hatten dies berichtet. Offiziell bestätigen wollte man dies auf „Ein Prozent“-Nachfrage weder bei der Staatsanwaltschaft noch beim Landgericht Magdeburg. Sicher ist aber, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen abgeschlossen hat.

Licht ins Dunkle bringen will auch die Alternative für Deutschland (AfD), die den Fall Marcus H. am Freitag, den 9. November, erneut im Rechtsausschuss des Landtages Sachsen-Anhalt thematisieren will. Spätestens dann muss die Justizministerin oder einer ihrer Staatssekretäre Auskunft zum Sachstand geben.

Ende in Sicht?

Alles andere als eine Anklage wäre ein Skandal: Gemeinsam mit dem Vater, Karsten Hempel, kämpfte „Ein Prozent“ dafür, dass die vorschnelle Einschätzung der damals ermittelnden Staatsanwaltschaft Dessau – sie ging von Notwehr aus – zurückgenommen wird. Mit Erfolg: Zusammen mit weiterem Druck vonseiten der AfD sahen sich die Verantwortlichen schließlich gezwungen, den Dessauer Ermittlern den Fall zu entziehen und in Magdeburg noch einmal von vorne aufzurollen. Nun zeichnet sich ein Ende der Odyssee für den Vater von Marcus ab – und möglicherweise wird der Täter schon bald zur Rechenschaft gezogen.

Schockierende Ignoranz

Der Syrer, der Marcus am 30. September 2017 vor dem Einkaufszentrum in Wittenberg angriff, befindet sich weiterhin auf freiem Fuß. Von Schuldbewusstsein oder Reue keine Spur, wie ein Gespräch mit der „taz“ deutlich macht: „Das ist passiert, das ist das Leben“ ist sein Kommentar zum Tod von Marcus und die Hölle, die sein Vater durchmachen musste. Der zum Tatzeitpunkt angeblich 17-jährige Sabri H. kann sich nicht einmal mehr an Marcus‘ Namen erinnern. „Das ist bezeichnend“, sagt uns Karsten Hempel. „Als ob das für den Sabri ganz normal wäre.“ Auch er hofft auf eine baldige Anklage – „für die Gerechtigkeit“, wie er sagt.

„Ein Prozent“ bleibt selbstverständlich für Sie am Ball. Sobald es Neuigkeiten gibt, erfahren Sie es hier auf dem Blog! Wir haben versprochen, den Weg mit Karsten Hempel bis zum Ende zu gehen – auch im kommenden Prozess bleiben wir an seiner Seite, weil dieser Fall exemplarisch für das Versagen unseres Rechtsstaates steht.

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