Leipzig glänzt jetzt mit Waffenverbotszone

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Sachsen hat seine erste „Waffenverbotszone“. Stolz enthüllte CDU-Innenminister Roland Wöller am Montagnachmittag gemeinsam mit Leipzigs parteilosem OB Burkhard Jung und Polizeipräsident Bernd Merbitz das erste von 40 Schildern.

Rund um die Eisenbahnstraße dürfen die Leipziger Bürger auf dem knapp 280000 Quadratmeter großen „waffenfreien Gebiet“ weder Abwehrsprays, Quarzhandschuhe, scharfkantige Werkzeuge wie Schraubenzieher, große Glas- oder Spiegelscherben noch Baseballschläger bei sich tragen. Selbstverständlich gilt das auch für die besonders beliebten Schuss, Hieb- und Stichwaffen. Wer in Zukunft trotzdem mit Messer oder Werkzeug unterwegs sein will, muss diese, laut Tag24, in einem „verschlossenen oder mit Aufklebern versiegelten Behältniss“ transportieren.

Wer ab jetzt in dem Bereich mit „Waffe“ erwischt wird, dem droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 10.000 Euro, informiert die sächsische Polizei auf ihrer Internetseite. Der 62-jährige Polizeichef Merbitz kündigte eine höhere „Kontrolldichte“ an. Besonders in den Abendstunden soll nun der Blick in die Taschen für mehr Sicherheit sorgen.

Der Protest von links bleibt nicht aus. Etwa 200 Waffenverbotszonen-Gegner hatten sich zu eine Kundgebung versammelt. Die Landtagsabgeordnete der Linken Juliane Nagel befürchtet „rassistische Polizeikontrollen“: „Die Waffenverbotszone heizt den gesellschaftlichen Konflikt eher an, als dass sie ihn lösen wird“, behauptet Nagel, so die Leipziger Volkszeitung.

Das Areal östlich des Hauptbahnhofs, mitsamt der schlagzeilenträchtigen Eisenbahnstraße, ist nicht nur für seine russischen und arabische Lebensmittelläden, Shisha-Bars und „Barbiere“ bekannt. Daneben blüht hier auch der Drogenhandel und die Gewalt. Das Gebiet, in dem jeder dritte Bewohner ausländische Wurzeln hat gilt als „Kriminalitätsschwerpunkt„. (MS)

 

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Im Netz wird schon über die „Lebensdauer“ der Schilder spekuliert (screenshot Twitter)

 

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