Die unglaublichen Ökostrom-Gewinne von RWE

Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel - Pressesprecher NAEB e.V. Stromverbraucherschutz

Windpark, Energiewende (Foto: Durch Artur Synenko/Shutterstock)
Windpark, Energiewende (Foto: Durch Artur Synenko/Shutterstock)

Der Vorstand-Vorsitzende der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke, Rolf Martin Schmitz, hat in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ über die Situation im Hambacher Forst am 13. Oktober 2018 zum Schluss geäußert, die „Erneuerbaren Energien“ werden mehr als die Hälfte des Betriebsergebnisses erwirtschaften, obwohl ihre installierte Leistung weniger als ein Viertel der konventionellen Kraftwerke von RWE ausmacht. Nach dieser Aussage muss der sachunkundige Leser glauben, Ökostrom sei die wirtschaftlichste Lösung für unsere Stromversorgung. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Ökostrom ist im Mittel dreimal teurerals Strom aus konventionellen Kraftwerken und darüber hinaus nicht planbar. Sein technischer Wert ist daher gering. Wie kann dieser teuer erzeugte, aber fast wertlose Ökostrom Gewinne abwerfen?Die Wendepolitik macht es möglich.

Herr Schmitz hat in dem Interview folgende Äußerung gemacht:„Wir werden 8,6 Gigawatt aus Erneuerbaren Energien haben und rund 38 Gigawatt aus konventionellen Kraftwerken inklusive vieler Gaskraftwerke. Aber was viel entscheidender ist: Wir werden 60 Prozent unseres Ergebnisses aus den Erneuerbaren erwirtschaften.“ Das Ergebnis ist nach einer anderen Stelle im Interview 3 Milliarden Euro pro Jahr.

Lukrative Vergütung von Ökostrom reicht nicht

Nach diesen Angaben müsste RWE sofort alle konventionellen Kraftwerke aufgeben und nur noch die „lukrativen“ Ökostromanlagen betreiben. Warum macht das RWE nicht? Dazu muss man sich die Gesetze zur Energiewende, in vorderster Linie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), anschauen. Nach diesem Gesetz muss Ökostrom zu jeder Tages- und Nachtzeit, egal ob er genutzt werden kann oder nicht, bevorzugt in das Stromnetz eingespeist werden mit einer lukrativen Vergütung. Wie lukrativ die Vergütung ist, lässt sich leicht ausrechnen.Ein Windparkbetreiber mit Anlagen von 20 Megawatt (MW) ist mit der gesetzlich festgelegten Vergütung Einkommensmillionär. Dies ohne jedes eigene Kapital.

Nach dieser Faustformel müsste RWE mit den Ökostromanlagen von 8.600 MW 430 Millionen Gewinn verbuchen. Doch nach den Angaben von Herrn Schmitz bringen die Ökostromanlagen einen Ertrag von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Wie kann man das erreichen?

Ökostrom-Dumping führt zu Gewinnen

Der nicht planbare Ökostrom mit schnell wechselnden Leistungen hat praktisch keinen Wert. Wer kann schon Strom gebrauchen, der nach dem Einschalten plötzlich wegbleibt oder immer schwächer wird? Dieser wertlose Strom wird zu Dumpingpreisen über die Börse entsorgt. Wenn das Stromangebot die Nachfrage übersteigt, werden sogar Zuzahlungen für die Entsorgung fällig. Ökostrom kann man also zu Recht als Fake-Strom bezeichnen.

Um den Fake-Strom los zu werden, müssen die Dumpingpreise unter den Preisen der konventionellen Kraftwerke liegen. Sonst würde ihn niemand kaufen. Die Dumpingverluste muss der Verbraucher als EEG-Umlage bezahlen. Er wird so immer ärmer.

Die Dumpingpreise des Ökostroms führen zu extrem niedrigen Börsenpreisen. Die eingespeisten Ökostrommengen kauft RWE nun zu den niedrigen Börsenpreisen als verlässlicher Kraftwerksstrom wieder zurück, um ihn dann vorwiegend an die Stadtwerke im Ruhrgebiet, die maßgebenden Aktionäre von RWE, mit nochmaligen kräftigen Gewinnenweiter zu verkaufen.

Regelkraftwerke für Ökostrom verbessern den Ertrag

Darüber hinaus verlangen die wechselnden Leistungen des Ökostroms Regelkraftwerke, die zusätzliche Leistung liefern, wenn z.B. der Wind nachlässt, und die Ihre Leistung drosseln, wenn der Wind auffrischt. Der Regelstrom wird weitaus besser bezahlt als der Grundlaststrom. RWE kann mit seinen Kraftwerken den Regelstrom jederzeit liefern.

Die lukrativen EEG-Einspeisevergütungen, die staatlich verursachten Dumpingpreise an den Strombörsen und die mit dem Ausbau der Ökostromanlagen weiter wachsenden Regelstrommengen sind Ursachen für die unglaublichen Gewinne von RWE aus dem Betrieb von Ökostromanlagen.

Die Gewinne fußen auf Gesetzen und Verordnungen zur Durchsetzung der Energiewende, nicht auf freiem wirtschaftlichem Handeln. Es mehren sich die Stimmen, die Energiewende zu beenden, weil auch nach 20 Jahren Förderung und Erprobung der Ökostrom keine wirtschaftliche, umweltfreundliche und technische Lösung bietet. Die Wende ist verkommen zu einer unsozialen Verteilung von unten nach oben. Es wird spannend, woher die Gewinne von RWE kommen, wenn die Wende beendet wird.

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19 Kommentare

  1. Der Energiesektor gehört in die Hand des Staates – ebenso wie das Gesundheitswesen und alle anderen Bereiche der Daseinsfürsorge. Andernfalls können wir auf den Staat gänzlich verzichten.

  2. Wie finde ich heraus ob ich Grünstrom beziehe? Finger in die Steckdose, sobald die Augen grün leuchten..ahhhh es gibt Idioten die es noch machen werden…Grünwähler…

  3. Guter und wichtiger Artikel über eines der anderen wichtigen Themenunserer Zeit. Man kann es gar nicht oft genug ansprechen und von möglichst vielen Seiten beleuchten.
    Jeder Interessierte kann sich die Stromquellen zeitlich aufgeschlüsselt bei Agora im Internet ansehen. Da können die noch so viele von den Vogel- und Fledermaus-Schreddern aufbauen, x-mal Null an vielen Tagen ist halt immer noch Null. Ohne Speicher, und die wird es nie mit der nötigen Kapazität geben, ist das alles ein Riesenschwachsinn. Diese Anlagen müssen immer von konventionellen Kraftwerken gestützt werden, weil sonst die Netzfrequenz nicht konstant gehalten werden kann und Blackouts drohen. Welcher Grüne weiß das denn? Frau Baerbock jedenfalls nicht. Die Zahl der täglichen (!) Netzeingriffe ist jetzt schon erschreckend hoch. Bei starkem Wind wird der Strom zum Teil sogar mit Zuzahlungen (!) ins Ausland abgedrückt. Nicht nur beim Thema Migration – wo man hinschaut, wird von dieser Regierung nur Bockmist produziert.

    • Gerade Herr Schmitz als Maschinenbauingenieur weiß dies und hat schon 2010 nachweislich gegen „dumme Politik“ gewettert. Doch im Vergleich zu der Klarheit, die wir als Stromverbraucherschutz NAEB mit der 45-Prozent-Regel kommunizieren, waren seine Reden und Debattenbeiträge so weichgespült, dass die Grünlinge in keiner Weise erreicht wurden und keinen Bedarf erkannten, den dummen Politikern zu widerstehen.

  4. Weil die Wende der Wende droht, werden jetzt noch möglichst viele Windkraftanlagen aufgestellt, um an dem lukrativen Geschäftsmodell noch möglichst gut zu verdienen.

    In Anlehnung an die frühere Nutzung der Windkraft zum Mahlen von Getreide wäre nur eine Verwertug der Erneuerbaren sinnvoll, die auf der Umwandlung in speicherbare Energieträger, das sind Wasserstoff und Metzan, ausgelegt ist, weil nur so mit den raschen Änderungen der Leistung sinnvolles umgegangen werden kann.
    Dann muss aber der Gewinn aus der Gesamtanlage ihre Kosten einschließlich Aufbau und Abbau übersteigen, andernfalls muss subventioniert werden.

    Vor dieseer Gesmtbilanz drücken sich die Propheten der Wende bis heute.
    Die steigenden Strompreise, welche das Dumping mit dem Ökostrom bei gleichzeitiger Subvention plus dem weiteren Netzausbau finanzieren, müssen ja erwirtschaftet werden. Das ist ein Wettbewerbsnachteil, gegen den man die Einsparung von Kohlendioxid nur setzen kann, wenn es eine solche überhaupt gibt, sonst ist es selbst für Klimaschützer ein Schuss ins Knie, eineTechnilogie, die noch mehr Kohlendioxid erzeugt

    Es muss eben alles bilanziert werden, nicht nur das, was in die Hochglanzbroschüren reingeschrieben werden soll.

    Schilda wäre arm geworden, hätte man immer mehr Säcke gefertigt, um doch noch Licht ins Rathaus zu bringen.

    • Meine Pflanzen mögen CO2 (CO2 Kosten/Zertifikate sind an sich schon ein Schildbürgerstreich…), aber man höre und Staune es wird (nicht in Deutschland) Solarstrom subventionsfrei bereits für unter 3 cents verkauft!!! Deswegen der Ansatz über die Speichertechnik ist zielführend – wenn jemand die Gesamtkosten (Produktion und Speicherung) für möglichst WEIT unter 15 cents (Privatkunden), besser unter 10 cents (kleine und mittlere Gewerbekunden) hinbekommt OHNE jegliche Subventionen…

    • Strompreisdumping aufgrund des gesetzlich herbeigeführten Einspeisezwangs: Niemand braucht diesen Strom, weil er das Netz destabilisiert. Trotzdem ist bleibt er etwa drei Mal so teuer wie Strom aus Dampfkraftwerken.

      Ohne Subventionen werden all die Anlagen sofort stillgelegt.

    • Mahlen von Getreide? Haben Sie dazu Angaben? Das wirtschaftlich näher zu beleuchten, wäre interessant. Die holländischen Windmühlen waren nach meinem Wissen Wasserpumpen für die Polder, da war es nicht so wichtig, wann der Wind weht. Hier in Süddeutschland kenne ich nur Mühlen, die mit Wasserkraft angetrieben waren. Historische Windmühlen stehen hier nicht. Welche Getreidewirtschaft hätte es sich erlauben können, einfach mal nix zu tun, weil halt grade Flaute herrscht?

    • Ökostrom führt uns zurück ins Mittelalter mit seinen Windmühlen, deren Problematik Wilhelm Busch so schön beschrieben hat:

      Aus der Mühle schaut der Müller,
      Der so gerne mahlen will.
      Stiller wird der Wind und stiller,
      Und die Mühle stehet still.

      So gehts immer, wie ich finde,
      Rief der Müller voller Zorn.
      Hat man Korn, so fehlts am Winde,
      Hat man Wind, so fehlt das Korn.

      Mit Ökostrom wird es nicht nur teurer, sondern es gehen auch die Lichter aus und die gesamte Produktion steht still. Ist das geplant?

    • Es gilt nur das Geld der Fleißigen im Lande zu verbrennen, eine andere Aufgabe haben die Parteien wohl nicht aufgetragen bekommen!?

  5. Jein, das heißt nicht unbedingt, daß Ökostrom Fake-Strom ist, aber das heißt, daß das derzeitige System – wie so einiges mehr in unserer Bananenrepublik – vollkommen vermurkst ist. Wenn ich meine selbst produzierten Solarstrom verkaufe, erhalte ich 10 cents (und mache den Strom für die anderen teurer, da Börsenstrom nur 3-4 cents kostet), wenn ich selber kaufe, zahle ich 26 cents. Also, besser selber behalten!!! Also, EEG Einspeisevergütung komplett streichen, ABER Förderung für Stromspeicherung anbieten: NUR bis zur Höhe des Eigenverbrauchs!!! Sinn der Übung: wenn Solarmodule bezahlt kostet der eigene Strom nur die Unterhaltungskosten plus Speicherkosten, keine Einspeisug mehr, Juhuu, Strom bald fast umsonst und niemand wird mit EEG Umlagen (in Zukunft) belastet…

  6. Es ist alles schizophren
    Ich ahbe gestern einen Bericht gesehen, die Telekom und Stromsäulen zum Strom zapfen für die so geliebten und gelobten E Mobile.
    Man höre und staune:
    für 100 Kilometer laden: Dauer: 1,5 Stunden!!!!!!!!!!!!! Kosten 8 Euro
    Geht schneller- ich meine 20 Minuten (nicht ganz sicher) kostet dann aber 15 Euro!!!!!!!!!!!!!
    Warum zum teufel soll ich auf Strom umrüsten , um dann für 100 Kilometer im Prinzip den gleichen Preis wie heute zu bezahlen, aber noch 1,5 Stunden in der gegend rum stehe?
    Ich bin doch nicht bekloppt?
    Ach und um Trost- die telekomm möchte flächendeckend ganze 500 Säulen aufbauen? Die reichen dann nicht mal für eine Straße in Berlin, aber egal. Die Stromwarteschlangen werden beeindruckend sein, denn so als Pendler brauche ich die 100 Kilometer jeden Tag. Nur kann ich vermutlich dann in der Nähe einer Säule schlafen, damit ich irgendwann an den strom komme.

    • Aber, aber ! Wollen Sie den Planeten verglühen lassen? Sie wissen doch, „Klimawandel“ durch CO2 !
      In den Medien wird es doch immer wärmer.
      (Davon ,dass ganz Kanada einschließlich großer Teile der USA im Oktober a….kalt waren hört man in den gefilterten Nachrichten nichts.)
      Jetzt wissen wir aber wozu das ganze „CO2-wir-sind-an-allem-schuld-Theater“ inszeniert wurde:
      um Klimaflüchtlinge erfinden zu können, die mit Hilfe des UN-Migrationspakts nach Europa geschleust werden sollen!

    • Von April bis September tanke ich zu Hause: vermiedene EEG Einspeisung: 10 cents Vergütung, vermiedene Kaufkosten von Strom ca. 26 cents pro KwH jeweils, also kosten knapp 15 cents (mit Anteil Stromspeicher), Ladung kostet mich für ca. 100 km ca. 2,5 – 3 Euro (im Winter doppelt so teuer, da keine eigene Solarstrom ausreichend vorhanden), Kosten Auto+Solardach+Speicher über 60.000 Euro (Veränderung Stromrechnung zu Hause ca. 200 Euro pro Monat gespart…, immer noch zu wenig eigener Strom aufgrund Durchlauferhitzer und Wärmepumpe/Fußbodenheizung), Ersparnis laufende Kosten beim Auto grob 1000-2000 Euro pro Jahr).

    • 1.364 mal kann ich meine monatliche Stromrechnung von 44 Euro bezahlen, bis ich 60.000 Euro erreicht habe. Gleichzeitig sind 114 Jahre vergangen. Dann wäre ich 179 Jahre alt und hätte mich um keinen einzigen Cent verbessert.

      Mein Bürocomputer läuft täglich rund 10 Stunden und meine elektrischen Kettensägen mit 2.200 Watt Anschlussleistung benötige ich, um in der Scheune Brennholz zu zerkleinern. Im Wald ist Benzin und Öl sinnvoller, um Bäume zu fällen und Baumscheiben zu schneiden, die anschließend manuell gespaltet werden.

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