Der kriminelle Terror der Mafiabanden in Berlin

Niki Vogt

Symbolfoto: Durch mangostock/Shutterstock
Symbolfoto: Durch mangostock/Shutterstock

Berlin: Verschiedene Welten

Berlin ist der Beweis für Paralleluniversen. Es gibt verschiedene Mafiastrukturen. Im Prinzip drei, weiß die Berliner Polizei. Einmal die arabischen Großfamilien (Clans darf man nicht mehr sagen), die verschiedenen Rockergruppen, die sich auch nicht alle untereinander grün sind und organisierte Banden aus Osteuropa. Aber alle diese Gruppen bleiben unter sich, kapseln sich hermetisch nach außen ab und leben nach eigenen Gesetzen. Sie haben sich ihre Reviere auch aufgeteilt und verschiedene „Kernkompetenzen“.

Araber-Großfamilien

Die Araber und Kurden betreiben die Schutzgelderpressung, das Rotlichtmilieu und den Drogenhandel. Da gibt es ein gutes Dutzend Großfamilien, alle polizeibekannt, sind aber in allen Kapiteln des Strafrechts nebenbei auch noch vertreten. Die Kinder dieser Familien eröffnen ihre Strafakte bei Strafmündigkeit, wie andere Jugendliche mit 18 den Führerschein machen. Man lernt: Anfangs kleinere Delikte, die Reifeprüfung sind dann schwere Körperverletzung und Mord. Schießereien sind nicht selten, Zeugen werden zum Schweigen gebracht. Es gilt die Familienehre, niemand packt aus.

Rocker: Höllenengel und Banditen

Diese Gruppen sind nach Einschätzung der Berliner Polizei noch härter drauf als die arabisch-kurdischen Großfamilien. Hier gibt es keine Skrupel vor Schießereien und Mordanschlägen. Man vermutet, dass der Autobombenanschlag in Berlin, bei dem ein Mann komplett in die Luft gesprengt wurde, auf ihr Konto geht. Zur Zeit stehen mehrere Hells Angels vor Gericht. Einmal wegen tödlicher Schüsse auf einen Türsteher, der sie nicht einlassen wollte, dann wegen eines Mordes an einem Mitglied einer Konkurrenztruppe. Auch die Rocker betreiben ihre Aktivitäten im Rotlicht- und Drogenmilieu.

Die Balkan- oder Russen-Mafia

Auch teilweise „Russenmafia“ genannt. Sie agieren zwar am liebsten aus dem Hintergrund und scheuen eher öffentliche Aufmerksamkeit, aber keineswegs aus Schüchternheit. Sie sind der Polizei vor allem wegen ihrer unfassbaren Brutalität bekannt. Man geht aber dort mit den Gewinnen aus den Aktivitäten wesentlich intelligenter um, investiert das Geld in legale Geschäfte. Sehr beliebt: Immobilien. Man vermeidet gern Unappetitlichkeiten wie Schießereien und Morde und möchte unauffällig sein. Medienberichte und polizeiliche Ermittlungen sind nicht so gut für‘s Geschäft. Aber wenn ein Mord sein muss, dann, so haben die in der Szene erfahrenen Ermittler festgestellt, muss er in seiner Skrupellosigkeit, Grausamkeit und Brutalität eine nicht misszuverstehende Machtdemonstration sein.

So auch in der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober, die Nacht von Freitag auf Samstag: In einem Café in der Prinzenallee geriet der Streit um ein verlorenes Poker-Spiel außer Kontrolle. Eine 23-jährige Frau starb. Genauer gesagt, sie wurde erschossen. Die junge Frau stammte aus Bosnien-Herzegowina. Ein Mann wurde schwer verletzt, ein Auto mit serbischem Kennzeichen ist auch eine Zutat, welche auch immer. Die Kanonen sitzen locker in diesen Kreisen.

Aber auch ohne Schießeisen muss es in dem Café in der Prinzenallee in dieser Nacht wild zugegangen sein. Da passte wirklich das Wort vom Hauen und Stechen. Mit Äxten, Hämmern und Baseballschlägern müssen die Beteiligten einer illegalen Pokerrunde aufeinander eingeschlagen haben. Dann sollen mehrere Schüsse gefallen sein, dabei wurde die junge Frauu getroffen, die offenbar einer der beiden verfeindeten Gruppen angehörte. Die Polizei weiß entweder nicht viel über die Personen und Hintergründe der Tat oder sie sagt nichts. Auch nichts dazu, ob die junge Frau zufällig oder gezielt erschossen wurde. Es gibt auch keine Antworten auf die Frage nach möglichen Tatverdächtigen. Möglicherweise sind diese tatsächlich völlig unbekannt. Und überdies wahrscheinlich auch gar nicht mehr in Deutschland auffindbar.

Der Kosovo- und Jugoslawien-Krieg: Eine harte Schule

Leute, die aus den Balkan-Staaten kommen, haben immer eine sehr gute Verbindung in ihre Heimatländer, wo sie sofort untertauchen können, wenn es nötig wird“erklärt ein hochrangiger LKA-Beamter dem Berliner Kurier„Egal ob sie aus Serbien, dem Kosovo, Kroatien oder auch aus Albanien kommen, die Familien-Bande sind fast noch enger als bei den hiesigen Araber-Clans.“

Nicht nur das unterscheide die Balkan-Banden von den arabischen Clans. Der Berliner Kurier nennt ein Dossier vom Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit, das den „hartgesottenen Gruppen“ aus dem Kosovo, Mazedonien und Montenegro eine ausgeprägte „Neigung zur Gewalt und Brutalität“ attestiere. Man habe es da auch mit Männern zu tun, die vollkommen anders gestrickt sind und sich auch „nicht von üblichen polizeilichen Methoden“ abschrecken lassen. „Diese Leute haben häufig in einem der Balkan-Kriege gekämpft“, erklärt der Berliner LKA-Mann, „die haben Dinge gesehen oder auch getan, die wir uns hier gar nicht vorstellen möchten“.

Die Balkan-Banden mischen laut Bundeskriminalamt in nahezu allen „Geschäftsfeldern“ der organisierten Kriminalität, wie Drogen- oder Menschenhandel, Schutzgelderpressung oder illegales Glücksspiel, ganz vorne mit.

Waffen in beliebiger Menge

Und sie haben einen großen „Vorteil“: Waffen in beliebiger Menge und sie kennen sich damit gut aus. Durch den Kosovo-Krieg und die gewaltsamen Auseinandersetzungen in Ex-Jugoslawien und seinen umgebenden Staaten sind diese Männer hochgerüstet, trainiert, furchtlos und unerbittlich. Mehr als vier Millionen Schusswaffen sollen laut Interpol seit den 90er-Jahren in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens „übrig geblieben“ sein.

Christoph Becker, beim BKA zuständig für die Bekämpfung der Waffen- und Sprengstoffkriminalität, kennt sich aus: „Der Bestand an Waffen, auch ehemaligen Kriegswaffen, auf dem West-Balkan ist sehr hoch.“ In Albanien seien einmal bei einem Aufstand Waffenlager mit bis zu 700.000 Waffen von den Aufständischen erbeutet worden. Sie wandern in den Händen der Balkan-Banden auf verschlungenen Wegen nach Berlin. Und hier finden sie neue Verwendung.

Dagegen ist jeder Agententhriller ein müdes Sie-wissen-schon-was-Runzeln: Im Mai 2017 in der Groninger Straße in Wedding waren vier Tschetschenen und ein Mazedonier an einem Feuerwaffenüberfall auf ein Lokal beteiligt. Der Wirt, ein Albaner aus dem Kosovo, dem der Mordanschlag galt, ballerte eiskalt sofort zurück. Die Attentäter sollen die Geschäfte einer arabischen Rockerbande übernommen haben.

Einer der mächtigsten Verbrecher Europas kontrolliert den Großteil des europäischen Kokain-Handels und war in seiner Heimat Albanien zwischendurch sogar Minister: Klement Balili, der in Anlehnung an einen berüchtigten südamerikanischen Drogenboss auch „der Escobar des Balkans“ genannt wird. Die Blutspur des Mannes zieht sich bis nach Berlin.

In Reinickendorf kam es zu einer wirklich filmreifen Schießerei mit automatischen Sturmgewehren(!) zwischen einer tschetschenisch-mazedonischen sowie einer albanischen Gang. Eine Kulisse, wie aus einem brutalen Gangsterfilm: Blut auf dem Gehweg des Eichhorster Wegs und Einschusslöcher in den Fenstern eines tschetschenischen Kulturvereins, zwei Männer wurden schwer verwundet. Wahrscheinlich wegen Streitigkeiten im Drogenhandel. Anwohner hatten gegen 22.15 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem Schüsse gefallen waren. „Die Beamten fanden einen Russen (21) vor, der wegen einer Schusswunde auf sich aufmerksam machte. Kurz darauf brach er zusammen, wurde lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. Ein angeschossener Tschetschene (31) war selber in eine Klinik gegangen“, schreibt der Berliner Kurier.

Bei dem Überfall auf einen Geldtransporter in der Schillingstraße in Mitte vor etwa zwei Wochen benutzten die Täter ebenfalls Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow AK 47, die auch sehr wahrscheinlich aus Ex-Jugoslawien stammen.

Das deutsche Bundeskriminalamt ist mittlerweile auf die etwas ungwöhnliche Idee gekommen, man solle am besten den Balkan-Staaten einen Großteil der gelagerten Waffen abkaufen: Um sie dann zu vernichten, bevor sie nach Deutschland kommen und da eingesetzt werden.

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27 Kommentare

  1. Ich finde in dieser Analyse einige große Fehler. Araberbanden und Rockerbanden – das ist ganz richtig. Aber ob es in Berlin keine Türken wohnen, zum Beispiel in Kreuzberg, ist es kein Clan??? Und die Türken unterscheidehn sich von den Arabern, auch in ihren Zielen.
    Und das wichtigste. Mehrere russiche Migranten haben gut assimiliert und gehören im Unterschied zu Türken, Araber, Afghaner zu keinen Clans. Doch es gibt in Berlin auch russische Mafia – zwar, nach meinen Beobachtungen, gar nicht so zahlreich wie in anderen Orten, zum Beispiel in England, Kipr, Griechenland und Spanien. Die Tschetschen und andere muslimische Völker vom „russischen“ Nordkaukausus werden auch in Russland nie als Russe betrachtet. Sie sind brutal, hatten vor kurzen blutige und harte Kriege hinter sich, ihrer Mentalität nach sind sie sehr kriegerische Völker und darum außerordentlich gefährlich.
    Die Uktainer sind die zukünfrigen, sie sind an der Reihe, eigene listige Banden zu organisieren, denn die Lage in ihrem Land sich kaum verbessert.
    Die Balkanvölker, besonders die Völker vom ehemaligen Jugoslawien außer Slowenien sind auch sehr gefährlich, denn ihre Länder haben eine sehr vorteilhafte geographische Lage zwischen der muslimischen und christlichen Welt. Sie sind vor allem Begleiterund Schmuggler, sie haben große Gewinne davon und sind bereit um jeden Preis diese Gewinne nicht verlieren. Ich glaube fest, daß sie diese Gewinne mit den oberen europäischen und muslimischen Chefs (Eliten) teilen, mag sein, diese Eliten bekommen einen größten Teil von diesen Gewinnen, darum haben die Migranten namenlose Bankkarten usw. Dazu sind die meisten von diesen Balkanvölkern angewöhnt mit dem Waffen zu schmuggeln und den Waffen anzuwenden.
    Anders sind die Rumänen – sie bilden auch Clans, doch diese Clans sind weniger gefährlich als andere, denn den Waffen verwenden sie selten. Sie sind größtenteils Diebe und Schmuggler.
    Ich beschrieb hier nur die Berliner Clane und Bande, von denen ich etwas weiß. Bin auch sicher, daß es kein vollständiges Bild der Berliner Kriminalitätlage ist

  2. Unter RRG startet folgendes Experiment, bei dem Müller & Co sich in einer Loge eingekauft haben und vor dort die Geschehnisse beobachten: wer tötet wen zuerst. Eine Lifeshow pervertierter Politgangster.

  3. Das so etwas in Berlin möglich ist, zeigt doch beeindruckend wie bemerkenswert unfähig der Staat ist, die Bürger zu schützen.

    So etwas wäre in einer Privatrechtsgesellschaft nicht möglich. Solch unfähigen Sicherheitskräfte, wie den staatlichen, würde von den Kunden schlicht gekündigt und man wechselte zu besseren Anbietern. Dafür sorgt nämlich der Wettbewerb.

    Es gäbe einen wirtschaftlichen Anreiz gute Leistung zu bringen.

    • Im Übrigen sind Staatsanwälte und Richter genau so unfähig wie die Polizei. Auch da gäbe es in einer Privatrechtsgesellschaft Wettbewerb um der beste Lösung.

  4. Meine Persönliche Beurteilung:

    8 Zeilen!!!!!Araberclan

    9 Zeilen !!!!!!!Rockerclan

    52 Zeilen !!!!!! Die bösen Russenclans!!!!

    Das nenne ich ausgewogen!

    • Liegt daran das die Russenmafia viel umfangreicher und diffiziler agiert als alle anderen. Vor allem aus dem Grund weil sie zwar den allgemeinen Namen „Russenmafia“ hat, sich aber tatsächlich weit über die Balkan, auch hier in Bulgarien, und andere slawische Staaten verbreitet hat und Gruppen hat, die nicht auf diese Organisation direkt deuten. Die Italienische Mafia ist dagegen Kindergarten! Zur Russenmafia gehören z.B. auch die rumänischen Banden, die in Deutschland und anderen Ländern ihr Unwesen (Fahrzeugraub, Einbrüche in Eigenheime, Drogen und Prostitution) treiben! Die haben Arme wie Kraken, in die verschiedensten Länder/Völker, über Moldavien, Rumänien, Bulgarien, Serbien, bis hin nach Kroatien und auch einige baltische Staaten sind von denen infiltriert!

      Deshalb, um das Verständnis zu erlangen, ist es nötig das etwas ausführlicher zu beleuchten. Das hat ansich sicher nichts mit den Russen als Volk zu tun oder ist gegen Putin gerichtet. Das sind ja wieder andere paar Schuhe!

      Gruss Raffa

    • Die haben dafür keine Kohle mehr. Nach 3-4 verschiedenen Jobs muss man sich auch mal ausruhen, um am nächsten Tag wieder die Steuern reinzuholen.

  5. Und die Justiz unternimmt nicht ernsthaft etwas gegen diese Banden. Ich verstehe auch nicht, warum der Berliner Senat da mit geschlossenen Augen weg schaut wie Berlin den Bach runter geht.
    Eines finde ich allerdings nicht in Ordnung. Die Balkanvölker, Rumänen und Bulgaren werden pauschal als Russenmafia bezeichnet. Das stimmt so nicht. Aus Russland kommen auch welche, Tschetschenen und Leute aus ehemaligen Sowjetrepubliken. In unserer Gegend leben viele „Russlanddeutsche“ und die sind friedlich.

    • „Tschetschenen und Leute aus ehemaligen Sowjetrepubliken“

      Das sind Tschetschenen und Leute aus den ehemaligen Sowjetrepubliken.

      Das sind KEINE RUSSEN. 🙂 Ein immer wieder gern gemachter Fehler, aber Russen sind Russen und der Rest sind halt NICHTRussen… :

      Ein Freund von mir wohnt in Berlin und sagt, also wenn er die Berichte auf jouwatch liest, dann stimmt was nicht. Denn er bekommt davon gar nichts mit. Wahrscheinlich ist, dass er in keinem Brennpunkt wohnt.
      Es gibt im Großteil von Berlin keine Probleme.

      Ist wohl so, wie in New York, wer nicht in Brooklyn oder Harlem wohnt, der bekommt auch diese Seite NY nicht mit.
      Zum Glück und hoffentlich bleibt es auch weiter so…

    • Ich wohne in einer recht ruhigen Gegend in Berlin. Aber in unserem Haus wohnt eine arabische Großfamilie. Da erlebt man des öfteren schon die Realität. Darüber hinaus, wer traut sich als älterer Mensch noch in öffentliche Verkehrsmittel?!

  6. Ds ist ja alles richtig und sehr schlimm.
    Der Autor hat bloß vergessen, zwei weitere organisierte Schwerverbrechergruppen in Berlin zu erwähnen, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als das Deutsche Volk auszuplündern und es in den Abgrund zu führen. Die Hauptquartiere sind jedermann bekannt.

  7. Von mir aus können sich alle kriminellen Familienclans, die Mafia und sonstige Gewalttäter und Migranten in Berlin versammeln. Denn bevor es den feinen Herrschaften aus der Regierung in ihren Wohlstandsvierteln nicht an den Kragen geht, juckt die das so wenig, wie ein Floh den Hund. Und die verständnisvollen Richter bitte nicht vergessen. Kracht es, sollten die Polizisten derweil einen Lichterumzug machen unter dem Motto . „Wir wollen keine Prügelknaben und Scheissbullen mehr sein“ Nicht vergessen, dazu die internationale Presse einladen und alle Filme ins Netz stellen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

  8. Die Clans werden sich irgendwann den Weg in die Staatskanzlei freischiessen und Müller nebst Genossen dürfen dann Kaffee kochen.

  9. Wenn man nicht mehr „Clans“ sagen darf, dann sollte man auch Rockergruppen zu Motorradfreunden verklären.

  10. … ist doch prima , find‘ ich gut ! … Berlin darf ruhig ein absolutes Ganovennest werden …
    Mord und Totschlag sollte da zum Alltag werden …

  11. Brummbär schnaubt:

    Noch besser wäre es , den Herren Pistoleros die Schlüssel der Stadt und Kreditkarten
    ohne Limit zu überreichen !
    So müsste der Geldtransfer nicht täglich „neu ausgehandelt werden „.

    heut kotz ich mal in ne Munnikiste !!

  12. Interessiert es einen. Seit drei Jahren wird gejammert. Es ist immer die gleiche Klicke, die alles anfacht. Böse Worte sind verboten. Kommt endlich aus eurem Loch.

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