Fleischauer: Fühle mich von Flüchtlingen nicht bedroht, Klonovsky: Ich mich von der „Erderwärmung“ auch nicht

Michael Klonovsky

Foto: Screenshot/Youtube

Der achtbare Jan Fleischhauer, der bei Spiegel online als eine wenige Millimeter rechts der Mitte platzierte anthropomorphe Kondensatorplatte ein intellektuelles Spannungsfeld zu allen anderen Kolumnisten dort fingieren darf, schreibt in seiner letzten und ansonsten recht löblichen Kolumne, die Erklärung 2018 sei „not my cup of tea“, denn er fühle sich nicht von Flüchtlingen bedroht. Dies lesend, schoss es mir wie Prophetenworte durch den Kopf: Der Mann hat ja recht! Mir geht es eigentlich genauso!

Bei „einen Abstecher machen“ denke ich an den Tegernsee, nicht an die Notaufnahme

Wie Fleischhauer lebe ich in einer bürgerlichen Münchner Gegend, die Ausländer, mit denen ich Kontakte pflege, sind allesamt gutverdienende, gesittete, unbewaffnete Akademiker, und Flüchtlinge tauchen hier nicht auf. Wenn in einem Asylantenheim in einem bayerischen Dorf ein Afghane ein fünfjähriges Kind ersticht und dessen Mutter schwer verletzt, dann ist mir das egal, denn ich verkehre nicht in solchen Heimen, und es steht auch keins in meiner Straße. Mit den Worten „einen Abstecher machen“ verbinde ich persönlich den Tegernsee und nicht die Notaufnahme.

Wenn ich lese, dass die Polizei in Freiburg einen 28-jährigen Mann aus Eritrea festgenommen hat, der sich an zwei Frauen sowie, weil nicht immer Mädels zur Hand waren, an mehreren Schafen und Ziegen vergangen hat, ist mir das gleichgültig, weil ich weder Haustiere habe noch in Freiburg lebe. Aus letztgenanntem Grund habe ich auch keine Angst um meine Tochter, wenn ich lese, dass acht Männer, darunter sieben „Flüchtlinge“ aus Syrien, dort eine 18-Jährige vergewaltigt haben.

Falsche Orte meide ich grundsätzlich

Auch wenn ich erfahre, dass Ahmed N., Asylbewerber aus Somalia, gerade in München vor Gericht steht, weil er mit zwei anderen Fachkräften nachts in der St.-Bonifatius-Straße einem Mann das Fahrrad gestohlen und diesen dabei so zusammengeschlagen hat, dass der Zärtling zwei Wirbelbrüche, einen Bruch der linken Augenhöhle, Hämatome an beiden Augen und massive Sehstörungen davontrug, sorgt mich das kaum, denn ich wohne nicht in Giesing.

Die Sorge, selber einmal zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein – dieser dumme Zufall ist der einzige Grund, der Einzelfälle überhaupt möglich macht –, schreckt mich nicht, denn ich bin situiert genug, um falsche Orte meiden zu können. Wenn mir Lehrer oder Eltern erzählen, dass deutsche Kinder an vielen Schulen zur Minderheit werden und muslimische Jünglinge sie mobben oder verprügelen, weil sie Schweinefleischfresser, Kartoffeln und Unreine sind, schreckt mich das nicht, denn meine Kinder gehen nicht auf solche Schulen. Nein, Fleischhauer hat vollkommen recht, ich habe keine Angst vor Flüchtlingen und die „Erklärung 2018“ viel zu voreilig unterzeichnet.

Vor der NSU habe ich allerdings auch keine Angst, denn die tun mir ja nichts

Freilich muss ich noch hinzufügen, dass ich mich auch nicht von einer Havarie in einem japanischen Atomkraftwerk bedroht fühle, die noch nicht einmal dort, in 10.000 Kilometer Entfernung, jemanden getötet hat. Ich habe keine Angst vor teuflischem Kohlendioxid, Dieselabgasen und Feinstaub, denn ich bekomme auf meinem Balkon blendend Luft. Ich fürchte mich nicht vor Neonazis, weil ich keine kenne, ich würde mich auch nicht vor einer Reinkarnation des NSU ängstigen (hier einmal unterstellt, die Buben haben tatsächlich all das getan, was man ihnen zur Last legt), denn mir täten sie ja nichts.

Ich habe keinen Bammel vor Putin, weil ich nicht auf der Krim oder im Osten der Ukraine lebe. Die Erderwärmung ließe mich auch dann völlig kalt, wenn sie tatsächlich stattfände, denn ich habe es gern warm. Die Polkappen können meinethalben abschmelzen, ich wohne 600 Meter über dem Meeresspiegel. Sela, Psalmenende.

Dieser Artikel erschien zuerst als Gastbeitrag auf Jürgen Fritz Blog

 

 

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41 Kommentare

  1. Ich habe vor den Flüchtlingen auch keine Angst, denn ich kann ihnen ebenfalls aus dem Weg gehen. Allerdings habe ich vor meinem Gewissen Angst und es würde mir ein schlechtes Gewissen bereiten, mich egozentrisch über die Probleme anderer Menschen hinwegzusetzen, die Angst haben und Gefahrensituationen regelmäßig ausgesetzt sind.

  2. Da sollte der Herr Fleischauer doch mal da wohnen, wo er tagtäglich der Gefahr ausgesetzt ist von sogenannten Flüchtlingen überfallen zu werden, wegen seinem Fahrrad oder seinem Smartphon oder seinem Geld… Oder, und jetzt wirds unappetitlich seinem Ar…loch. Vielleicht ändert er nach Verlust seiner Gesundheit und seiner Wertsachen seine Meinung. Kann ja sein. Und ich fühle mich auch nicht dadurch bedroht, das mir der Himmel auf den Kopf fällt….

  3. Um etwas nicht zu MÖGEN bedarf es keiner Angst. Es sollte reichen, dass man es nicht MÖCHTE! Und Personen, die man zwar als FLÜCHTLINGE bezeichnet, die sie allerdings nachweislich nicht sind, muss man nicht alle für besonders gut befinden und wenn Politik und der Mainstream sich scheuen diese Tatsache zu nennen, dann muss man auf Grundlage von Fakten (wer ist, wie lange , Flüchtling) dies als gewaltigen Betrug realisieren. Syrer und Iraker, die in den Golfstaaten, oder der Türkei lebten und arbeiteten, kamen nicht aus Kriegsgebieten, die hatten auch keinen Grund von dort zu flüchten. Syrer die keine waren und sind haben ebenfalls keinerlei Grund als „Flüchtlinge“ zu gelten, denn diese sind nur Betrüger. Also wer ist so toleranzbescheuert und mag Schwindler, die lediglich mit den Etikett „Flüchtling“ bei uns Leistungen abgreifen, die ihnen nicht zustehen?

  4. Ich möchte hinzufügen, ich habe keine Angst vor dem Tod denn ich bin noch nie gestorben. Nunja, Fleischhauer ist halt Fleischhauer und ich warte darauf, dass er sich bald wie Augstein eine Auszeit nimmt am besten für immer.

  5. Steckt Fleischauer einfach eine Woche mit der Merkel-Jugend zusammen. Dann wird er anders reden..Falls sein Po noch funktioniert oder er noch lebt…

    • Nicht doch, er darf eben nur manchmal etwas schreiben das der Wahrheit entspricht.
      Natürlich nicht durchgehend die reine, und schon gar nicht die lautere Wahrheit !
      Nur das, was man so eben noch für wahr halten könnte.
      Fürwahr eine arme Sau !
      Fleischhauer ist halt der Alibi-Journalist des Speigel für den mickrigen Rest der nicht linksversifften oder totalverblödeten Speigelleser.

  6. Fleischauer: „Fühle mich von Flüchtlingen nicht bedroht“ ,

    da muss man schon ein Frauenfeind und ein Arschl .ch sein +auf der Seite der Verbrecher und Vergewaltiger zu stehen
    was für ein Drecks..k

    • Klar, der Bürgemeister von Freiburg, wirbt ja auch für mehr Massenvergewaltigungen in seiner Stadt – vielleicht sollte Fleischhauer sich anschließen!!! FREIBURG RAPE CITY! Außerdem swchreibt der Typ für den Spiegel, da gehören Solidarität mit Mördern und Vergewaqltigern an der Urbevölkerung, zur Schmierengazette-Raison!!! Würde er etwas anderes sagen, wäre er vermutlich ziemlich schnell seinen Job los!!!

  7. Ja, die westlich-liberale Migrationspolitik ist auch Klassenkampf, die Klasse derer, die über Freizeit, Geld und Bildung verfügen, sind auf der Suche nach einem guten Gewissen (Augstein). Sie finden dieses in der Ausübung ihrer Gesinnungsethik (Max Weber).

    Die einfachen Leute aber müssen im wachsenden sozialen Verteilungskampf bestehen, Stichwort: Kindergarten, Klassenzimmer, Wohnraum, steigende Mieten, Gesundheitsversorgung mit Arztterminen und Wartezeiten, Sichrheit in ihrem Wohnviertel und in der S-Bahn, Angst vor aggressiven jungen Zuwanderern, Entfremdung, kommender Sozialabbau. Sie allein zahlen den Preis, dürfen nicht protestieren und die Medien erlauben ihnen nicht, eine nationale Partei zu wählen.

    Warum der Spiegel links ist? Die Klassenzugehörigkeit macht beide gleich, den Salonbolschewiken Augstein und den pseudokonservativen Fleischhauer, ihr elitäres Bewußtsein ist ihre große Schwachstelle, sie blicken von oben herab und können sich nicht von unten sehen.

  8. Ich fühle mich von Russen nicht bedroht, sagte die Ostpreußin 1944, denn die sind weit weg, und die Wehrmacht wird dafür sorgen, daß sie weit weg bleiben.

  9. Excellent, das gibt mir gute Argumente, die mir manchmal einfach fehlen, aufgrund der so naiven Denkweise und Desinformation der Gutmenschen in meiner Nähe.

    • Diese Argumente werde ich sicher bald anwenden könnne. Hier in meiner Kleinstadt gibt es (bisher) nur friedliche „Flüchtlinge“.

  10. Eine Radikalkur könnte diesem Milchgesicht zu mehr Einsicht verhelfen, zusammen in einem Käfig mit 2 oder 3 von Merkels Gästen…

  11. Vor kurzem wurde eine Frau morgends ca. 7.00 in der Nähe meiner Wohnung überfallen, als sie ins ihr Auto einsteigen wollte, um zur Arbeit zu fahren. Gleich um die Ecke, nahe bei einer Hauptverkehrsstraße, gegenüber der kath. Kirche… er wollte nur ihr Geld und ihr Handy!

  12. Nett beschrieben. So denken leider viel zu viele.
    Bis es sie oder jemand aus der Familie dann plötzlich selbst trifft.
    Dann kommt man plötzlich ins Grübeln :
    – soll ich das überhaupt melden und den Bedenkenträgern neues Futter liefern ?
    – trifft mich nicht sogar selber die Schuld, weil ich zur falschen Zeit am falschen Ort war ?
    – wieso habe ich nicht die Strassenseite gewechselt ?
    – den Augenkontakt hätte ich wohl vermeiden sollen
    – wieso hatte ich Geld und Handy überhaupt dabei ?

    Die Schuld für alles sucht man dann natürlich bei sich, denn es kann nicht sein, was nicht sein darf.

    • Ja, so denken auch einige Leser dieses Artikels.
      Die das Wort Ironie noch nie gehört haben und es auch verstehen.

  13. Irgendwann, wenn noch ein paar Mio. kommen, dann wird auch der Herr Fleischhauer Angst vor sog. Flüchtingen haben müssen. Ok, vor echten Flüchtlingen muß man wohl überwiegend keine Angst haben, aber es handelt sich ja fast ausschließlich nicht um echte Flüchtlinge.

  14. Ich habe auch keine Angst vor all dem was oben aufgeführt wurde.

    ABER ich habe Angst vor den Fleischhauers, vor den Merkels und dem anderen Gesockse das so rumschwirrt und Anales von sich gibt.

    Vor denen habe ich große Angst, weil die vor den Konsequenzen ihres eigenen Handelns keine Angst haben müssen, denn die baden immer die anderen aus.

  15. Brummbär feixt

    Jenau ! Wie mir mal meine Omma verzählte, herrschte einmal, vor langer Zeit, große Aufre-
    gung in der Familie. Wir siedelten damals noch in Ostpreußen, sehr nobel und so.
    Jedenfalls plante die Großtante meiner Omma eine Schiffsreise nach Amerika. Ihr Bruder
    mickerte wohl etwas und da das mögliche Erbe beträchtlich wäre, beschloss die Familie
    die härteste und haarigste Sachwalterin — Tante Elsbeth –zur Wahrung preussischer Inter-
    essen nach New York zu schicken.Alle waren natürlich aufgeregt und besonders die Kinder
    fragten ob so eine weite Seereise nicht schrecklich gefährlich sei. Aber Tantchen beruhigte
    alle. Sie führe ja mit dem größten und schnellsten und sichersten Dampfer der Welt.
    Der könne gar nicht unter gehn. Nach ein paar Wochen kam auch schon eine Postkarte
    aus England, wo die Reise lös ging. Die hab ich noch im alten ,geretteten Familienalbum.
    Leider kein Foto, ist ne schöne kolorierte Lithographie “ Dampfer Titanic auf hoher See “
    Wie komm ich jetzt drauf ???

    • >> da das mögliche Erbe beträchtlich wäre, beschloss die Familie die härteste und haarigste Sachwalterin — Tante Elsbeth — zur Wahrung preussischer Interessen nach New York zu schicken …
      .
      Die Familie muß da etwas gewußt haben.
      Das Erbe war gesichert.

  16. Mich interessieren die ganzen Deutschen Polit Komiker nicht mehr, weil ich nicht mehr im failed state Deutschland wohne.

  17. Die Trägheit des Herzens, ein Buchtitel von Jakob Wassermann, erscheint mir eine wesentliche Beigabe für das Ausmaß unserer Situation und macht auch deutlich, woran Herr Fleischhauer erkrankt zu sein scheint.

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