Pakistan: Christin nach zehn Jahren frei – islamischer Lynchmob tobt

Foto: Screenshot/Youtube

Islamabad – Während hierzulande rotgrüne Gutmenschen und Kirchen haufenweise Islamisten ins Land schaufeln, zeigen Fundamentalisten in Pakistan das hässliche Gesicht der Intoleranz und Rachsucht. Nachdem das oberste Gericht in Islamabad das Urteil gegen die wegen Blasphemie verurteilten Christin Asia Bibi aufgehoben hat, zieht überall, ein tobender muslimischer Lynchmob durch die Straßen der Städte und macht gegen die gezeichnete fünffache Mutter mobil.

Wie die Welt berichtet, hat die Regierung in Pakistan angesichts der Proteste radikalislamischer Gruppen gegen den Freispruch der Christin Asia Bibi Soldaten in die größeren Städte des Landes entsandt.  Nach Angaben der Zeitung hätten Tausende Protestierer die Straßen blockiert und sogar Regierungseinrichtungen geplündert. Vor dem Parlamentsgebäude und den Gerichten seien deshalb Soldaten in Stellung gegangen. Militäreinheiten seien auch in die östlich gelegene Großstadt Lahore entsandt worden. Dort haben Mitglieder der radikalen Gruppe Tehreek-e-Labaik Pakistan (TLP) versucht, das regionale Parlament zu stürmen.

Sturm im Wasserglas – Todesurteil wegen Bagatelle  

Bibi war vor fast zehn Jahren nach einem Streit mit muslimischen Frauen – es ging um ein Glas Wasser – zunächst zum Tode verurteilt worden, weil sie sich angeblich abfällig über den Propheten Mohammed geäußert hatte. Schließlich wurde die Vollstreckung ausgesetzt aber nie ganz aufgehoben. Während ihrer Haft haben sich auch in Pakistan einige Menschen für ihre Freilassung eingesetzt, zwei hohe Beamte, einer davon ein christlicher Minister bezahlten ihr Engagement mit dem Leben. Nicht zuletzt aus Angst vor Unruhen und Pogromen war eine Gerichtsentscheidung immer wieder hinausgezögert worden. Immer wieder kommt es aus nichtigen Anlässen zu Gewaltorgien muslimischer Fanatiker. Dabei spielt das „Blasphemiegesetz“ eine Schlüsselrolle.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main begrüßte den Mut der Richter, weist aber auch darauf hin , dass viele Christen und Angehörige anderer Minderheiten fürchten, dass in den kommenden Tagen Islamisten ihre Gewaltdrohungen in die Tat umsetzen.

Fast nur Konservative engagieren sich gegen Christenverfolgung

Bei den kirchlichen Hilfsorganisationen herrscht laut Domradio ebenfalls große Freunde über die Freilassung von Bibi. „Das ist ein großer Tag für Asia Bibi und ihre Familie, für die Religionsfreiheit und auch für das ganze Land Pakistan“, erklärte der Präsident des katholischen Hilfswerks missio Aachen, Klaus Krämer. Angesichts des öffentlichen Drucks islamistischer Fundamentalisten und der Androhung von Gewalt sei die Richterentscheidung auch ein Zeichen dafür, „dass der Rechtsstaat in Pakistan funktioniert“.

Auch die deutschen EU-Abgeordneten Hans-Olaf Henkel, Ulrike Trebesius und Bernd Kölmel (alle parteilos), die sich in Pakistan für Bibi eingesetzt hatten, würdigten nach Mitteilung ihrer Fraktion, die Europäischen Konservativen und Reformer, den Freispruch. Ein ähnliches Engagement sich für verfolgte Christen einzusetzen sucht man bei SPD und Grünen vergeblich. Dagegen hat die AfD bei der Debatte um Religionsfreiheit einen Antrag zur Sanktionierung von Christenverfolgung eingebracht, der jedoch mit großer Mehrheit von allen Parteien abgelehnt wurde.   (KL)

 

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