Aus Deuschland abgeschoben: 9/11 Terrorist wird in Marokko als Held gefeiert

Mailla Slominski

screenshot YouTube
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Nach knapp 15 Jahren Haft ist der Komplize der Terroristen vom 11. September 2001, Mounir el Motassadeq, am 15.Oktober aus Deutschland abgeschoben worden. In seinem Heimatland Marokko wird die Ankunft des „Helden“ gefeiert.

In Begleitung schwer bewaffneter Polizisten war der 9/11 Mittäter Motassadeq nach verbüßter Haftstrafe vor wenigen Wochen in Casablanca gelandet. Er verließ den Flughafen als freier Mann in Richtung des Familienanwesens, in dem er schon sehnsüchtig erwartet wurde. In dem Vorort von Marrakesch, wo der Mohamed Atta-Freund jetzt mit seiner Frau und seinen Kindern lebt, kannte die Begeisterung angesichts  seiner Rückkehr keine Grenzen, so MailOnline in einem Exklusiv-Bericht. Die Menschen seien aus ganz Marokko angereist, um ihren „Helden“ zu feiern und in den lokalen Moscheen für ihn zu beten.

Auch ihn zog es zuerst zum Gebet in die lokale Moschee – auf seinem Rückweg war er sichtlich entspannt, lässig gekleidet in hellblauem Poloshirt, dunkler Hose und scherzend ins Gespräch vertieft mit einem „alten Freund“ gesichtet worden. Schnell sei er umringt von „Fans“ gewesen, die ihn freudig begrüßten, berichtet MailOnline.

(screenshot MailOnline)
Marokko freut sich:el-Motassadeq im entspannten Gespräch (screenshot MailOnline)

Von Reportern der DailyMail bei der ersten Begegnung angesprochen, sagte der 44-Jährige grinsend, er sei jetzt zu beschäftigt um zu sprechen, während er seinen alten Freunden auf der Straße vor dem Haus seines verstorbenen Vaters Ibrahim, freudig die Hände schüttelte. Die bizarre Szene spielte sich laut MailOnline auf einer mit Orangenbäumen gesäumten Straße in dem Mittelklasse-Viertel Dawdiyat ab.

Wenig später verließ er den Familiensitz, ein dreistöckiges Doppelhaus, in Begleitung seines bärtigen in ein schwarzes Gewand gehüllten Bruders und stieg zu zwei Männern in einen BMW. Ein paar Stunden später kehrte er mit einer Flasche Wasser und seinem Handy in der Hand zurück und begab sich auf direktem Weg zurück ins Haus. Das Grundstück werde offensichtlich entgegen offiziellen Polizeiangaben, nicht bewacht, so die britische Zeitung.

„Wir sind glücklich, dass er wieder da ist“

Seine Schwester, von den Reportern zur Heimkehr des verurteilten 9/11 Mittäters befragt, ein glückliches „hamdullah“ von sich – was auf Arabisch so viel wie „gepriesen sei Allah“ bedeuten soll.

Die Nachbarn gaben an, sie seien „sehr glücklich“ ihn wieder zu haben. Unwohlsein oder gar Angst hätte es in der Nachbarschaft bei der Nachricht seiner Heimkehr nicht gegeben – im Gegenteil, berichtet Hayat, ein ehemaliges Louis Vuitton Model.“Am ersten und zweiten Tag nach seiner Freilassung waren die Straßen voller Menschen, die ihn besuchen wollten. Seine Familienangehörigen kamen aus verschiedenen Städten angereist, um ihn zu begrüßen. Sie waren wirklich glücklich, dass er zurück ist. Seine Mutter weinte vor Freude. Auch seine Geschwister waren wirklich glücklich, so das Ex-Model. El-Motassadeq habe seither selten das Grundstück verlassen, wenn dann nur um Verwandte zu begrüßen und die Moschee zu besuchen, erklärte sie.

„Wir sind seit Jahren Nachbarn. Ich kannte ihn, bevor er nach Deutschland ging. Er geht in die Moschee, um zu beten. Es gibt nichts Verdächtiges. Die Leute kommen und sehen ihn und übernachten in seinem Haus.“

Darüber hinaus sei el-Motassadeq laut Hayat „sehr gut erzogen“ und sie glaubte nicht, dass er irgendetwas falsch gemacht habe. „Ich habe es so verstanden, dass er nur mit den Leuten befreundet war, die es taten.“ Seine Eltern seien darüber hinaus „sehr nett und fromm“. Die Ehefrau des 9/11 Mit-Bombers Motassadeq, Maria Pavlova, eine russisch-muslimische Konvertitin, führt zusammen mit ihrer Mutter, ihrer Schwester und ihren Kindern ein Leben hinter Mauern, sie verlasse das haus so gut wie nie.“Sie trägt den Schleier, verrichtet ihre Gebete und ist sehr freundlich“, plaudert Nachbarin Hayat. Pavlova hatte bereits in Hamburg  mit el-Motassadeq und ihren beiden gemeinsamen Kindern in einer Wohnung bis zu seiner Festnahme zusammengelebt. Das Paar hat eine 18-jährige Tochter und zwei Söhne im Alter von 17 und 12 Jahren.

El-Motassadeq darf Deutschland bis 2064 nicht mehr betreten, im Falle der Zuwiderhandlung droht ihm erneut die Festnahme. Es sei ein gute Gefühl, dass er ausser Landes sei, hatte der Hamburger Innenminister Andy Grote verkündet. Der verurteilte el-Motassadeq jedenfalls scheint sein Leben in Marokko, dessen Einstufung als sicheres Herkunftsland weiter auf Grund des Widerstandes der Grünen scheitert, in vollen Zügen zu genießen.

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