Mission Lifeline sucht wieder „Flüchtlinge“ – diesmal unter deutscher Flagge

NGO-Schiff Lifeline (Bild: Imago)
Der Shuttleservice der "Lifeline" brachte Flüchtlinge von Afrika nach Europa (Bild: Imago)

Sie können es nicht lassen: Nachdem ihr Boot beschlagnahmt und ihr Kapitän Claus-Peter Reisch sich in Malta vor Gericht verantworten muss, sticht die „Mission Lifeline“ wieder in See. Sie will vor der libyschen Küste kreuzen – allerdings diesmal auf einem Segelboot. Angeblich will sie sich diesmal auf das Sichten und Melden von Schiffbrüchigen konzentrieren. Nicht ausgeschlossen ist jedoch, dass sie erneut Migranten nach Europa schleppt.

Das 15 Meter lange Boot fährt nun unter deutscher Flagge, sein Heimathafen sei Hamburg, teilte der Verein mit. Zuvor war die „Lifeline“ mit niederländischem Hoheitszeichen unterwegs. Allerdings scheint da nicht alles astrein gelaufen zu sein. Reisch wird vorgeworfen, dass er das Schiff falsch registriert habe. Die niederländische Flagge am Heck sei illegal, wirft ihm die maltesische Staatsanwaltschaft vor. Dem Kapitän droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr. In drei Wochen soll der Prozess gegen in Valletta fortgesetzt werden.

Mit der Registrierung in Deutschland wollen die selbsternannten Seenotretter nun weiteren Ärger mit Malta und auch mit Italien umgehen, wo sie bisher die Afrikaner an Land bringen wollten, bis beide Länder sich massiv gegen die Schlepperei wehrten und die „Mission Lifeline“ letztlich beschlagnahmten.

Der Dresdner Verein gibt sich nun kampfeslustig: „Wir lassen uns nicht festsetzen. Wir dokumentieren, was im Mittelmeer passiert“, twitterte er kürzlich. (WS)

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