Schlepper bringen Migranten per Scheinehe nach Deutschland

Scheinehe (Symbolbild: shutterstock.com/Von fizkes)
Scheinehe (Symbolbild: shutterstock.com/Von fizkes)

Neuer, weil besonders lukrativer Trend: Nicht mehr per Schlauchboot über das Mittelmeer nach Europa und schlussendlich nach Deutschland, sondern per Scheinehe.

Insbesondere indisch-pakistanische Schleuserringe organisieren für sogenannte Geflüchtete die Einreise nach Europa. Arrangierte Scheinehen sind dabei eine Methode, die sich einer immer größeren Beliebtheit erfreut.

Die Schleuser organisierten nicht nur die Schein-Ehefrau in einem EU-Land, sondern auch den Mietvertrag in Deutschland sowie einen Arbeitsnachweis für die Frau, die meist aus Osteuropa stamme. Der frisch angetraute Partner reise meist legal mit einem Visum ein. Vor Ort werde dann die Aufenthaltskarte beauftragt, so das MDR-Magazin „Fakt“.

Laut Migrationsbericht des Bamf wurden 2015 insgesamt 39.217 solcher EU-Aufenthaltskarten in Deutschland ausgestellt. Erkenntnissen der Bundespolizei zufolge zahlten die Migranten zwischen 15.000 und 22.000 Euro für das Arrangieren der Ehe und das Bereitstellen von Arbeits- und Mietverträgen.

In Sachsen ermittelt die Polizei derzeit gegen 34 Personen wegen des Verdachts der Schleuserei. Im Visier stehen dort die Inhaber mehrerer Pizzerien. Sie sollen Frauen aus Tschechien und Rumänien über Arbeitsverträge ermöglicht haben, sich in Deutschland nach der Heirat legal anzumelden.

Ähnlich lukrativ sind die Einkünfte für einen Schleuserring in Berlin, der vor allem Nigerianerinnen mit derselben Methode nach Deutschland brachte. Laut Recherchen des Senders rbb soll dieser Schleuserring pro Schleusung bis zu 15.000 Euro kassiert haben. Dort stammten die Scheinehefrauen jedoch nicht Osteuropa, sondern aus der Drogenszene in Portugal. (SB)

 

Loading...