US-Kongresswahlen: Demokraten vor einem Debakel?

Foto: Gage Skidmore/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/
Präsident der USA Donald Trump (Foto: Gage Skidmore/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)

In drei Wochen sind die Wahlen zum US-Kongress. Bisher frohlockten die Demokraten, denn sie rechneten mit einer sicheren Mehrheit – und mit der wollten sie Donald Trump ganz unbedingt das Leben schwer machen. Momentan sieht es aber so aus, als hätten sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Republikaner holen in den Umfragen auf und ziehen in einigen, als demokratisch eingestuften Bundesstaaten sogar souverän vorbei, wie der „Spiegel“ berichtet. 

Wie hätte doch das amerikanische Demokratenleben schön werden können mit einer Mehrheit im Kongress. Neue Untersuchungen zur Rußlandaffäre hätte man vom Zaun brechen können, Trumps private Immobiliengeschäfte hätten vor einem Ausschuß landen können – und seine Steuererklärungen hätte man ans Licht zerren können.

Und nun das: In Texas liegt der junge Beto O´Rourke, ein populärer Jungdemokrat, abgeschlagen hinter dem Republikaner Ted Cruz. In Nevada überholte der Republikaner Dean Heller in den Umfragen gerade die demokratische Konkurrentin, Frau Jacky Rosen. Und in Tennessee liegt Trumps Marsha Blackburn weit vor dem Demokraten Phil Bredesen. So hatte man sich das bei den Demokraten nicht gedacht. Was ist passiert?

Den Demokraten fehlt eine populäre Führungsfigur. Die Republikaner hingegen haben eine, Donald Trump. Und der beackert gerade unermüdlich alle jene Staaten im sog. Midterm-Wahlkampf, die nicht so eindeutig demokratisch stimmen werden, als daß er sich die Mühe sparen könnte. Auftritte in San Francisco oder in New York wären für Trump die reine Zeitverschwendung. Aber in Wisconsin z.B. – da könnte noch etwas gehen. Also fliegt Donald Trump nach Milwaukee, Wisconsin. Und nach Ohio.

20 Tage vor der Wahl wird das Undenkbare plötzlich doch denkbar. Die Republikaner könnten im Oberhaus ihre bisherige, hauchdünne Mehrheit halten oder sogar ausbauen. Und die Mehrheit im Repräsentatenhaus ist den Demokraten nur noch wahrscheinlich sicher, keineswegs aber garantiert. In den 66 wackligsten Stimmbezirken liegen die Republikaner mit 47 Prozent in den Umfragen vor den Demokraten mit 46 Prozent. Landesweit führen die Demokraten jedoch noch mit beruhigenden 11 Prozentpunkten.

Allerdings sind sie dabei, diese 11 Prozentpunkte in den nächsten drei Wochen zu verspielen. Sie heuerten Barack Obama zur Unterstützung im Wahlkampf an. Gut möglich, daß das viele eher demokratisch gestimmte Wähler nicht goutieren. Den Amtsvorgänger des aktuellen Präsidenten als Trumpf gegen Trump zu bringen, könnte von mehr Leuten als schlechter Stil aufgefaßt werden, als den Demokraten lieb sein kann. Es wird spannend. (ME)

 

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1 Kommentar

  1. jouwatch, wir lieben Euch, aber bitte nennt diese Typen US-Demokraten oder Democrats oder Demoncrats, sonst ist es verwirrend, weil das nämlich die sind, die momentan gerade mehrheitlich KEINE Demokraten mehr sind, sondern mutmaßlich eher LINKE Aasgeier. Was auch schon mal anders war, man denke an JFK:

    „Überall in der Welt stellt sich uns eine monolithische und unbarmherzige VERSCHWÖRUNG entgegen, die in erster Linie mit verdeckten Aktionen ihre Einflusssphäre vergrößert – mit Unterwanderung statt Invasion, mit Subversion statt Wahlen, mit Einschüchterung statt freier Entscheidung, mit Guerilla bei Nacht statt Armeen am Tag.

    Es ist ein System, das gewaltige personelle und materielle Ressourcen gesammelt hat, um eine engmaschige, hocheffiziente MASCHINE zu bauen, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen kombiniert.“ – John F. Kennedy, 27. April 1961

    – – –

    Aktueller denn je. Worte, die unsere Gegenwart erhellen, wie eine Fackel in einer finsteren Höhle, weil das Phänomen, das massenmordende Gespenst, das Gespenst des Kommunismus, immer noch umgeht in Europa.

    In gewisser Hinsicht sind wir immer noch dieser Höhlenmensch. Die Aufklärung war nur ein Gedankenspiel, ein Versuch. Immerhin, das muss man erstmal zuwege bringen, und wir sind auf vieles vorbereitet. Bislang war uns der Gegner aber taktisch überlegen.

    Auch das Kreuz ist ein ureuropäisches Symbol, ursprünglich wohl eine Höhlenzeichnung, viel älter als das Christentum, das durch die Rückbesinnung auf die Anfänge eine neue Ausrichtung erfahren könnte – und auch dringend sollte.

    Diese Vorstellung ist kein Nachteil, denke ich, weil es uns vielleicht dabei hilft, das Wesentliche und Einfache zu erkennen und auch zu wollen. Und wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Sogar viele Wege. Jeder hat letztlich seinen eigenen. Und sollte ihn auch haben dürfen.

    Das bösartige Monstrum hat also – JFK – die Gestalt einer Maschine, ist ein Apparat und „denkt“ auch wie ein Apparat. Kompromisslos. Erbarmungslos. Darauf müssen wir uns innerlich ein für alle Male einstellen. Unsere Erwartungshaltung herunterschrauben, so wie es auch die Buddhisten lehren. Nichts erwarten, außer von sich selbst.

    Jeder große Staatsmann ist auch ein großer Denker, indem er in einer Weise denkt, wie nur ein großartiger Mensch denken kann.

    – – –

    Etwa zwei Jahre später bekanntlich – am 22. November 1963 – wurde JFK ermordet. Aber dieser große Geist lebt weiter. Ist unsterblich. Und kommt uns jetzt zu Hilfe. Hilft uns dabei, uns innerlich richtig auszurichten.

    Diesmal sind die Republicans DIE GUTEN – mit Trump, Cruz, Kavanaugh, Haley u. a.
    Parteinamen – auch Parteinamen – sind nur Schall und Rauch. Alles ist in den Gedanken. Das Gute und das Schlechte. Die sprachliche Äußerung ist wie ein geistiger Fingerabdruck. Und hinterlässt Spuren. Niemand kann verbergen, wer er ist. Das ist nur eine Frage der Zeit.

    Max „last man standing“ Erdinger hat vollkommen recht: Jetzt wird es spannend. Auch weil alles mit allem verbunden ist. Das bedeutet auch: Jedes Gute DORT kann einen guten Effekt HIER haben. Und umgekehrt natürlich.

    Und das – der gespannte Bogen – das ist auch die richtige Einstellung.

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    „Man kann nur schweigen und stillsitzen, wenn man Pfeil und Bogen hat: sonst schwätzt und zankt man.“ – Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen (1883–1885)

    Das „schweigen und stillsitzen“, das ist das Nachdenken. Das ist etwas Gutes.

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