Sexangriff Weimarer Zwiebelmarkt: Verdächtiger ist Mehrfachttäter und auf Bewährung frei

Zwiebelmarkt (Symbolbild: shutterstock.com)
Zwiebelmarkt (Symbolbild: shutterstock.com)

Thüringen/Weimar – Auf dem „Zwiebelmarkt“ war es am Samstag zu einem sexuellen Übergriff auf eine 27-Jährige gekommen. Als ihr Freund ihr zur Hilfe kommen wollte, wurde er von den vier Tätern – drei Syrer und einen Iraker – geschlagen und getreten. Nun stellt sich heraus:  Ein Hauptverdächtiger aus der Gruppe soll bereits wegen rund 18 früherer Straftaten aufgefallen sein, wurde jedoch aus der Haft auf Bewährung entlassen.

Dem Verdächtigen können laut Mitteldeutscher Zeitung 18 Einträge im Meldesystem der Polizei zugeordnet werden. Mehrheitlich geht es bei den Taten um Körperverletzungen. Wegen der orientalischen Schreibweise seines Namens tauchte der Hauptverdächtige unter mehreren Alias-Namen im polizeilichen Meldesystem auf. Auch im Zusammenhang mit dem sexuellen Übergriff auf dem Weimarer Zwiebelmarkt und dem Angriff auf den männlichen Begleiter des Opfers wird dem gewaltbereiten Neubürger Körperverletzung vorgeworfen.

Wie jouwatch berichtete, kam es auf dem Weimarer Zwiebelmarkt am Samstag zu einem sexuellen Übergriff auf eine junge Frau, die aus einer Gruppe von Männern heraus mit der sogenannten „Antanz-Masche“ belästigt wurde. Als ihr Freund ihr zur Hilfe kommen wollte, sei er auf Kopf und Oberkörper geschlagen worden. Daraufhin sei er gestürzt, so Innenstaatssekretär Udo Götze am Dienstag  gegenüber den Medien. Am Boden sei der Mann weiter geschlagen und getreten worden. Auch die zu Hilfe eilenden Sicherheitsmänner wurden angegriffen.  Im Laufe der Auseinandersetzung hatte die Polizei vier Verdächtige im Alter von 22 bis 31 Jahren festgenommen. Bei den Verdächtigen handelt es sich nach Polizeiangaben um drei Syrer und einen Iraker. Hierbei habe sich eine Gruppe von 15 bis 20 Menschen gebildet, die die Festnahme zu verhindern versuchte. Die mutmaßlichen Haupttäter, alle Asylbewerber, sind wieder auf freiem Fuß, gegen alle wird wegen Landfriedensbruchs ermittelt.

Das Thüringer Innenministerium nehme den Fall sehr ernst, vermeldet der öffentlich-rechtliche Sender MDR und zitiert Staatssekretär Götze dahingehend, dass diese Straftaten konsequent verfolgt würden.Wenn ausländische Mitbürger solche Straftaten begingen, dann würden sie damit zum Ausdruck bringen, die grundlegenden Werte unserer Gesellschaft nicht zu akzeptieren. Die Ausländerbehörden müssten auch prüfen, ob diese Personen das Land verlassen müssen, hieß es dazu weiter.

Tief besorgt – wie in unzählig ähnlich gelagerten Fällen bundesweit – zeigt sich Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos). Er erwarte jedoch, dass den Tätern bei Nachweis einer Straftat deutlich die Grenzen ihres Handelns aufgezeigt werden. Der Ausländerbeirat der Stadt schloss sich den Worten des OB an und erinnerte nochmals daran, dass Weimar für eine gelungene Integration von Geflüchteten stehe und ein landesweites Vorbild sei.

In Weimar wurde nun durch die Polizei die Arbeitsgruppe „Bühne“ mit vier Ermittlern eingerichtet. Sie soll prüfen, wer aus der größeren Menschengruppe noch am Landfriedensbruch beteiligt war. (SB)

 

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