Wetten, dass die Bayern-Wahl ganz anders ausgeht? Unsere Prognose

Dass Bayern links wird, bleibt ein journalistisches Wunschbild. Foto: Shutterstock

Sie sind der Liebling der Journalisten und der Demoskopen. Und wenn es nach den Mainstreammedien geht, haben die Grünen die Wahl in Bayern schon gewonnen. Doch wird es auch so kommen? Werden wirklich 19 Prozent eine Partei wählen, die gegen tradierte Werte steht und der das Bayerische ein Graus ist? Zweifel sind angebracht – ebenso an der in den Ausmaßen vorhergesagten Katastrophe der CSU und am bescheidenen Abschneiden der AfD.

Zunächst die Fakten: Noch bei jeder Wahl haben die Grünen schlechter und die AfD besser abgeschnitten, als es die Erhebungen vorhersagten. Bei der Bundestagswahl landete die Verbotspartei auf dem sechsten Platz. Umfragen hatten ihr ein deutlich besseres Ergebnis prognostiziert. Ähnlich war es bei der Bayern-Wahl vor fünf Jahren. Damals lagen die Grünen vor dem Urnengang bei 15 bis 16 Prozent. Tatsächliches Ergebnis: 8,6 Prozent.

Und das geschah bei einer Wahlbeteiligung von schlappen 63,6 Prozent. Diesmal dürften deutlich mehr Bayern ins Wahllokal gehen. Das war noch bei jeder Wahl der Fall, an der sich erstmals die AfD beteiligte. Das heißt: Die Grünen müssten ihre Wählerstimmen weit mehr als verdoppeln, um auf die vorausgesagten knapp 20 Prozent zu kommen.

Für sie spricht jedoch, dass sie von den sterbenden Sozialdemokraten profitieren werden. Viele, die 2013 ihr Kreuz bei der SPD gemacht haben, dürften diesmal für die Grünen stimmen. Um ein Gegenwicht zur CSU zu schaffen, ist die Wahl der SPD sinnlos. Daher wird es sicherlich zu einer Verschiebung im rot-grünen Lager zugunsten der Habeck-Partei kommen. Auch aus der Konkursmasse der Piratenpartei (2013: 2,0 Prozent) dürften sich die Grünen bedienen.

Einen Stimmenzuwachs wird die Partei daher heute Abend sicherlich verzeichnen – aber auch einen so triumphalen wie vorhergesagt? Daher wird es wahrscheinlich lange Gesichter geben, wenn die grünen Balken bei 15 Prozent stehen bleiben. Jouwatch-Prognose: Mehr ist nicht drin.

Die CSU dagegen dürfte tatsächlich eine heftige Schlappe kassieren. Jedoch werden sich mehr als 33 Prozent darauf besinnen, dass sie es der von Horst Seehofer geführten Partei zu verdanken haben, dass Bayern über Jahrzehnte im bundesweiten Vergleich in allen Belangen zum besten Bundesland aufstieg. Die Jouwatch-Prognose: minus zehn Prozentpunkte wegen des Eiertanzes in der Flüchtlingspolitik, also letztendlich 38 Prozent. Das wären fünf Punkte mehr als prognostiziert.

Die AfD hat es in ihrer Hochburg in den alten Ländern mit einer bürgerlichen Konkurrenz zu tun, die es bei der Bundestagswahl nicht gab: Die Freien Wähler (FW), die bereits vor fünf Jahren 9,0 Prozent der Stimmen kassierten. Wer der CSU einen Denkzettel verpassen möchte, hat in Bayern die Wahl zwischen FW und AfD – ein Standortnachteil für die Gauland-Partei. Daher wäre die Wiederholung der 12,4 Prozent vom September 2017 ein riesiger Erfolg. Unsere Prognose: Die Gauland-Partei landet bei 11 Prozent, etwas stärker als vorhergesagt.

Ein Debakel wird es wohl tatsächlich für die SPD geben. Sie ist inhaltlich ausgezehrt, und strategisch wäre eine Stimmabgabe für sie aus der Sicht eines linken Wählers kontraproduktiv. Daher ist eine Halbierung des Wahlergebnisses von 2013 (20,6 Prozent) tatsächlich möglich. Der Jouwatch-Wunsch: 9,9 Prozent. Wetten dass…? (WS)

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