Neues aus der Psychiatrie: Genesungswünsche für Grönemeyer!

Andreas Köhler

Foto: Collage

Die Folgen von Toxoplasma gondii nehmen immer schrillere Züge an: Jetzt ist Herbert Grönemeyer durchgetickt und mutiert zur Realsatire. Eine Wirkungs- und Psycho-Analyse

Die Folgen von Toxoplasma gondii nehmen immer schrillere Züge an und das nicht nur in der Politik. Nun hat der Gehirnparasit auch die „Musik“ – nein pardon –  Herbert Grönemeyer erreicht. Denn von „Musik“ kann keine Rede mehr sein, mehr von schiefem Gejaule und Gegröle.

Was waren das noch für Zeiten, als er noch so etwas wie „Musik“ machte. „Bochum“: Ein klasse Song! Jeder Zweite tief im Westen hatte mindestens eine Grönemeyer CD. Damals! Heute: Tiefe psychische Abgründe tun sich auf, keineswegs optisch wahrnehmbar, sondern viel mehr akustisch und textlich. Offenbar die Folge von starken Veränderungen im Gehirn.

Auch Grönemeyer scheint längst in einer ganz eigenen Welt zu leben. Gemein nur, dass ihm offenbar niemand ein ehrliches Feedback gibt, sondern alle nur mitverdienen wollen – oder eben in einer Wahn-Symbiose schwelgen. Eine Wirkungs-Analyse würde hier gewiss etwas auf die Sprünge helfen.

Eben war er sogar im WDR-Radio. Es war ein Schock! Ebenso das Interview, in dem Grönemeyer seine „türkische Seele“ insofern erklärte, dass er schon immer vorgehabt habe, auf Türkisch zu singen. Heimat gebe es für ihn nur im Plural. Er habe ein positives Feedback erhalten. Andersens „Des Kaisers neue Kleider“ in Musikform.

Iki Gönlüm“ (Doppelherz) heißt die Ausgeburt von offensichtlich fortgeschrittenem Realitätsverlust, die Grönemeyer aus der tiefsten „doppelten Seele“ bzw. doppelten Persönlichkeit entsprungen ist. Klar, denn im Kopf sitzt jetzt vermutlich ein Parasit und nicht etwa im Herz – wie Grönemeyer meint. Trotzdem: Doppelt eben! Bei einem Bandwurm kann das praktisch sein: Man nimmt nicht zu. Doch im Gehirn sieht das Ganze schon etwas anders aus.

Mit Grönemeyers Selbstdiagnose „Doppelherz“ – korrekt: „doppelte Persönlichkeit“ liegt er nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig: Er meint in Wirklichkeit vermutlich die multiple Persönlichkeit (MPS) (nach ICD-10) (auch dissoziative Identitätsstörung genannt) (Schlüssel F40-F48 bzw. F44.81). Bei einer derartigen Störung zerfallen Denken, Handeln und Identität, so dass sich mehrere Persönlichkeiten bilden, die meistens nichts voneinander wissen.

Die dissoziative Identitätsstörung (DIS) (nach DSM-5 und ICD-11) gilt als die schwerste Form der Dissoziation. Die Patienten haben abwechselnde, unterschiedliche Vorstellungen von sich selbst, wobei scheinbar unterschiedliche Persönlichkeiten entstehen, die wechselweise die Kontrolle über das Verhalten übernehmen. An das Handeln der jeweils „anderen Persönlichkeit(en)“ können sich die Betroffenen entweder nicht oder nur schemenhaft erinnern, oder sie erleben es als Handeln einer fremden Person. Herausgebilden kann sich die Störung nicht nur durch negative Lebensumstände, sondern schlichtweg durch Infektion mit Toxoplasma gondii. Schauen wir mal:

Im Text heißt es: Herkese ikinci yol, ikinci yuva gerek, Ruhuna bir sans ver, iyi bak kendine güzel gönül, Hopla, zipla, gel delice eglen, aç daralmis gönlünü bana, geç, geç, geç kendinenm, sabaha kadar eglen. So, so! Wahnsinn! Einfach klasse! Doch einen logischen Zusammenhang haben lediglich Sätze wie „Erzähl mir von Deiner zweiten Welt, Jeder braucht seinen Fluchtpunkt, seinen Platz, ne zweite Heimat“.

Grönemeyer will damit vielleicht sagen, dass jeder Mensch zwei Heimaten braucht, eine in Deutschland (aus finanziellen Gründen) und eine, die dann die wahre Heimat ist, die man anbetet und vergöttert und in seiner Phantasie mit sich trägt. Ein Biologe oder Neurobiologe würde vielleicht herausdeuten, dass dies ein Vergleich mit einer Zecke oder einem Parasiten sei, der einen Wirt brauche, dennoch aber ein eigenständig handelndes Geschöpf sei.

Vielleicht will Grönemeyer aber auch einfach gar nichts sagen – und nur ein bisschen „orientalisch anmutend“ herumdulden und – entsprechend seiner eigenen Selbstdiagnose – seine gespaltene bzw. multiple Persönlichkeit im Zuge der Selbsttherapie an seinen Zuhörern austherapieren?

Der Rest des skurrilen Gestammels und Gegröle wirkt wie eine scheinbar reim- und sinnlose Aneinanderreihung von Worten. Dieter Bohlen würde sagen: „Was willst du von mir? Das ist weder Musik, noch Gesang!“ Einfach mal reinhören und die Lyrics anschauen! Ist gerade frisch auf YouTube erschienen. Aber auf eigene Gefahr! Weil gruselig! Daher: Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker!

Doch jeder darf schreiben und singen, was ihm oder ihr auf der Seele brennt. Er darf nur nicht damit rechnen, dass andere diese Selbsttherapie finanzieren. Da fällt mir ein: Gibt es für einen solchen Angriff auf die Ohren der Bürger für Grönemeyer eigentlich staatliche Zuschüsse? Vielleicht aus dem Reha-Bereich? Gibt es Sonderkonzerte für die Grünen? Sind Auftritte in der Geschlossenen geplant?
Wird Grönemeyer demnächst auch auf Arabisch singen? Vielleicht auch auf Sächsisch?

Nein, es sind die Türken, die Grönemeyer begeistern, ebenso wie Claudia Roth (Grüne). Die Idee zur neuen Sprache kam Grönemeyer laut „Welt“ angeblich bei einer Lesung für Deniz Yücel. Dort spricht er im Interview auch über mögliche psychologische Ursachen, die den eventuellen Auslöser dafür darstellen können, dass mit ihm etwas nicht mehr stimmt. Was ihn inspiriert habe? Grönemeyer: „Mein Leben, meine Gedanken, Deutschland natürlich und die Zeit, in der wir uns befinden, diese sehr nervöse, unruhige Zeit“.

Ja, nervös und unruhig ist eben auch der Song als Spiegel seiner Seele. Vermutlich ging es los, als seine Frau krank wurde und er sie schließlich verloren hat. Schrecklich! In seiner nachfolgende CD hat er versucht, das Schreckliche zu verarbeiten. Ich fand das damals sehr traurig. Heute finde ich es traurig, was aus ihm geworden ist. Ein musikalisches Wrack!

Ist neben der ganzen Psychologie und Psychiatrie nicht auch ein klein wenig Politik dabei – wie der „Spiegel“ behauptet? Also ich höre da erst mal nur schrecklich klingenden schiefen Schwachsinn und Gegröle ohne Zusammenhang. Nach dem Gesetz der Anziehung nach dem Motto „Gleiches zieht Gleiches an“ versteht ihn zumindest der Spiegel politisch: Sein türkischer Singsang sei angeblich ein „leidenschaftliches Plädoyer gegen engstirnige Heimat-Debatten“, wo wir von „Des Kaisers neue Kleider“ nun bei „Till Eulenspiegel in Marburg“ angelangt wären.

Und jetzt kommt die irrwitzige Polit-Analyse im Rahmen der Wahn-Symbiose: Sein Song sei angeblich ein starkes, politisches Statement für kulturelle Vielfalt – in der Seele, wie auch im Lande. Dazu sei dies laut „Spiegel“ eine leidenschaftliche Absage an die zurzeit immer engstirniger und populistischer geführten Debatten um Heimat und Identität.

Die „Botschaft“ sei auch: Man solle buchstäblich den Sprung ins kalte Wasser wagen, ganz egal, was passiert. Also Kopf aus und durch. Egal, was kommt. Sterben muss doch jeder. Und warum nicht gemeinsam untergehen? Es ist schön, wenn die Kapelle dabei spielt, im konkreten Fall Grönemeyer selbst. Wunderbar! Trotzdem würde ich gerne darauf verzichten wollen, also auf die Kapelle, auf Grönemeyer  und auf den Untergang.

Und von Politik habe ich da beim Weiterhören unter Magen- und Darmkrämpfen immer noch nichts rausgehört, vielmehr ein Hilfeschrei bzw. der Ruf: Gebt mir Neuroleptika! Ja, und für mich bitte eine Tüte! Die zweite Botschaft, die ich heraushöre: Pass auf, wenn du einfach das Radio einschaltest. Du könnest den Schock deines Lebens bekommen. Die lassen da mittlerweile nämlich jeden singen, sofern er politisch ganz auf Merkel-Linie und damit auf der Linie der Sender ist – selbst ohne Stimme und ohne Instrumente. Manche solcher Polit-Sympathie-Songs – ich nenne sie die Songs des Grauens – laufen gefühlte 20 Mal am Tag bei einem einzigen Sender. Ein Rülpser oder Pfurz reicht heute offenbar in der Sektengemeinschaft, um sich unter seinesgleichen wohl zu fühlen.

Übrigens: Es gab da mal einen Künstler, der eine tote Fliege an die Wand klatschte und mit einem Bleistift, den er sich zuvor in den Hintern steckte, einen Rahmen drumherum skizzierte. Unzählige Wahn-Symbiotiker kamen von nah und fern und waren begeistert, als der “Künstler“ die Eröffnung seiner „tollen“ Vernissage mit einem Rülpser einleitete. „Très chic“, „Hurra!“ und „Wahnsinn!“ riefen sie – auch angesichts der Müll- und Kothaufen, die als sogenannte „Meisterwerke“ daneben standen.

Eine Frau – ich glaube es war eine Grüne – fiel vor Begeisterung fast in Ohnmacht. Ein Politiker von den Linken wurde – glaube ich – beim Onanieren vor einem Foto von dem toten-Fliegen-Kunstwerk erwischt und Tausende diskutierten monatelang darüber, was sie nicht alles in dem Kunstwerk „erkennen“ und für das Leben daraus „mitnehmen“ könnten – und zu welcher tieferen Selbsterkenntnis dieses Meisterwerk führe.

Grönemeyers „Meisterwerk“ des Wahnsinns erinnert daran. Nur mit dem Unterschied, dass man nach ein paar Strophen bereits abschalten muss, so weh tut es. Das ist Masochismus pur! Also, zumindest mir persönlich bekommt es nicht. Ich war zwar mal Jury-Mitglied und Coach bei musikalischen Talentwettbewerben. Das muss aber längst nichts heißen. Die Jungs dort waren der Hammer. Aber so etwas jetzt im Vergleich stellt mich eher ein echtes Gruselerlebnis aus der Klapsmühle dar, die ich ja nun auch kenne. Eigentlich müsste man dafür Schmerzensgeld kassieren. Durch so etwas haben meine alten Grönemeyer CDs – Gott hab sie selig – nun jeden Wert verloren.

Doch auch hier gibt es – wie im Falle des hoch dekorierten Fliegenklatscher-Meisterwerks ebenso wie bei „Till Eulen Spiegel in Marburg“ oder „Des Kaisers neue Kleider“ echte Spezialisten und „Kunstkenner“. Die sitzen beim „Spiegel“. Ich zitiere: „Grönemeyers Lied, das orientalische Rhythmik mit Hip-Hop- und R&B-Beats verschränkt…will dazu animieren, mit den vielen kulturellen Einflüssen und Eindrücken, die jeden von uns umgeben, tanzen zu gehen – und dabei auch das vermeintlich Fremde als neu und aufregend zu umarmen.“ Wahnsinn! Ich bin begeistert von einem derartigen Sachverstand bzw. von derart viel Phantasie. Wie viele Pillen oder Joints waren das?

Unterstützung bekommt Grönemeyer bei „Iki Gönlüm“ übrigens von dem deutschtürkischen Kreuzberger „Sänger“ Andac Berkan Akbiyik alias BRKN, den Grönemeyer als Gastrapper auffährt, offensichtlich um ein paar junge Türken dafür zu begeistern, dem alternden Alt-Star in den musikalischen Untergang zu folgen oder ihren Stuhlgang dadurch anzuregen. Doch die werden sich denken: „Die spinnen die Deutschen!“ oder „der arme Mann braucht Hilfe!“

Und dann ist da noch der wohl passendste Grönemeyer-Satz, der nach kurzem Hineinhören mit Ohrenschmerzen zudem dann noch einen echten Sinn ergibt: „Schick Deinen Kopf in die Wüste!“ Aber warum direkt so hart? Eine vernünftige Therapie wäre praktischer! Grönemeyer kann seine  „Kunstkenner“ aus der System-Medien-Sekte gleich mitnehmen. Ich wünsche gute Besserung, beste Genesung, alles Gute und – wie man in speziellen Berufskreisen, die dazu am besten passen, zu wünschen pflegt: „Eine gute Zeit!“

 

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